30 Millionen Euro pro Jahr für Schutzbauten

Erste Schiedbach-Sperre in Großarl fertig / 30 Gebäude und Verbindungsstraße betroffen/ In allen Bezirken wird gebaut

Salzburger Landeskorrespondenz, 25.07.2018
 

(LK) Ein Einfamilienhaus meterhoch mit Schlamm verschüttet. Straßenschilder, die nur noch wenig aus den Geröllmassen ragen. Die Wucht der Natur schlug Anfang August 2017 in Großarl zu. Ein Jahr später ist nun der gefährliche Schiedbach entschärft. Eine riesige Verbauung schützt 30 Häuser und die bedrohte Verkehrsader. Gesamtkosten für die Sicherung: 3,5 Millionen Euro.

 

 

"Der Vergleich war im Murenjahr 2017 ganz offensichtlich: Die Sperre im Augraben hielt bei den Unwettern 70.000 Kubikmeter Geröll zurück. Der damals noch unverbaute Schiedbach verwüstete in nur wenigen Minuten den betroffenen Siedlungsbereich, vermurte die Straße und brachte Menschen in Lebensgefahr. Das ist nun vorbei", ist Landesrat Josef Schwaiger erleichtert.

Genossenschaften als Rückgrat der Schutzbauten

"In nur einem Jahr wurde die erste Sperre errichtet und das Bachbett mit Steinschlichtungen gesichert. Eine weitere, noch größere Sperre, wird 2019 fertig gestellt", erklärt Leonhard Krimpelstätter von der Wildbach- und Lawinenverbauung (WLV). Die Gesamtkosten für alle Maßnahmen in diesem Bereich: 3,5 Millionen Euro, die zu 62 Prozent der Bund, zu 23,5 Prozent das Land Salzburg und zu 14,5 Prozent die Wassergenossenschaft Schiedbach übernehmen. "Genossenschaften wie diese sind ganz wichtig in der Hochwasserprävention, aber auch beim Wiederaufbau nach Katastrophen sowie bei der Instandhaltung von Schutzbauten. Großteils arbeiten die Mitglieder ehrenamtlich, dafür bedanke ich mich ganz herzlich", betont Schwaiger.

Katastrophenfonds half in Großarl

Der Katastrophenfonds des Landes Salzburg springt bei existenzbedrohenden Situationen ein. 2017 war Großarl besonders von Muren betroffen, die Gesamtschadenssumme beträgt 2,3 Millionen Euro, 1,8 Millionen Euro an Beihilfen wurden bereits zugesagt. 206 Schadensfälle wurden alleine aus dieser Gemeinde gemeldet, davon sind 52 noch offen, hauptsächlich Orkanschäden vom Oktober 2017.

30,7 Millionen Euro für alle Bezirke

2018 werden in Salzburg 30,7 Millionen Euro in zirka 90 Schutzprojekte der Wildbach- und Lawinenverbauung investiert. Davon übernimmt das Land Salzburg 4,25 Millionen Euro. Die Schwerpunkte heuer: Schiedbach und Unterberggraben in Großarl (Pongau), Süßblaikengraben in Hüttschlag (Pongau), Maierhofgraben in Dorfgastein (Pongau), Kötschachbach in Bad Gastein (Pongau), Mörtelbach in Krispl (Tennengau), Nußdorfer Wildbäche in Nußdorf (Flachgau), Leoganger Wildbäche in Leogang (Pinzgau), Urslau in Saalfelden (Pinzgau), Piesendorferbach in Piesendorf (Pinzgau), Klausgraben in St. Michael (Lungau), Seitlingergraben in Mariapfarr (Lungau).

Daten und Fakten zur Verbauung des Schiedbach in Großarl

  • Kosten: 3,5 Millionen Euro, aufgeteilt auf Bund (62 Prozent), Land Salzburg (23,5 Prozent) und Wassergenossenschaft (14,5 Prozent).
  • Im Stauraum haben 30.000 Kubikmeter Geröll und Wildholz Platz.
  • 30 Gebäude und 700 Meter Straße werden so vor Muren besser geschützt.
  • Meist waren sieben Mitarbeiter der Wildbach- und Lawinenverbauung auf der Baustelle beschäftigt, 2.700 Kubikmeter Beton und zirka 200 Tonnen Stahl wurden verbaut.
  • Das Ufer des zirka 350 Meter langen Unterlaufes wurde mit 5.000 Tonnen großen Steinen gesichert. Diese Steine hat großteils die Mure 2017 angeschwemmt, wie wurden sozusagen "wiederverwertet", was viel Geld sparte.
  • Das Schutzbauwerk 300 Meter talwärts wird 2019 fertig und die Wildbach- und Lawinenverbauung hat ein weiteres Projekt in Unterberg.

Daten und Fakten zur Gefahren-Situation in Salzburg

  • 70 Prozent der Landesfläche liegen in Wildbach- und/oder Lawineneinzugsgebieten, das sind 1.900 Gebiete.
  • Es gibt 113 betreute Gemeinden und ebenso viele Gefahrenzonenpläne.
  • 25.000 Objekte liegen innerhalb von Gefahrenzonen.
  • Es gibt 20.000 Schutzobjekte.
  • Pro Jahr gibt es zirka 100 Baustellen, für Schutzmaßnahmen werden 28 bis 30 Millionen Euro pro Jahr investiert. LK_180725_70 (mel/fw)

Weitere Informationen und Meldungen zum Thema

 

Medienrückfragen: Martin Wautischer, Büro Landesrat Josef Schwaiger, Tel.: +43 662 8042-2700, Mobil: +43 664 3122368, E-Mail: martin.wautischer@salzburg.gv.at

Redaktion: Landes-Medienzentrum

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