Sternschnuppen-Regen zur Eröffnung der Sternwarte

Modernes Observatorium ist fertig / Mega-Teleskop / Kosten: 3,4 Millionen Euro / Tag der offenen Tür am Samstag mit Meteorschauer

Salzburger Landeskorrespondenz, 09.08.2018
 

(HP)  Direkt vor den Toren Salzburgs geht dieser Tage eine der modernsten öffentlichen Sternwarten Mitteleuropas in Betrieb: Die VEGA-Sternwarte Haus der Natur am Nußdorfer Haunsberg wird nicht nur ein Ort für Wissenschaft und Forschung, sondern auch für die Salzburgerinnen und Salzburger. Am Samstag, 11. August, findet ab 14 Uhr ein Tag der offenen Tür statt.

Der Wert der neuen Sternwarte, einschließlich der Ausstattung: knapp 3,4 Millionen Euro. Finanziert wurde sie zu fast 70 Prozent von privaten Sponsoren und Spendern, gut 30 Prozent kamen aus öffentlichen Mitteln. Bauzeit: nur 14 Monate.

Haslauer: „Große überregionale Bedeutung“

Landeshauptmann Wilfried Haslauer sieht das große Potenzial als Ort für lebendige Wissenschaft, Forschung und Astrofotografie weit über das Land hinaus: „Der Neubau wurde mit Unterstützung von den ‚Haunsberg-Gemeinden‘, der Wirtschaft sowie von Land und Stadt Salzburg realisiert. Auch dem Einsatz von Direktor Norbert Winding und der Arbeitsgruppe für Astronomie am Haus der Natur ist dies zu verdanken. Die Qualität der Teleskope und der Infrastruktur sowie der besondere Platz außerhalb der Stadt sind überregional bedeutend. Besonders wertvoll ist das geplante pädagogische Programm, das vor allem junge Interessierte begeistern wird.“

Klambauer: „Für alle interessierten Menschen“

Landesrätin Andrea Klambauer ist überzeugt, „dass die neue Sternwarte nicht nur ein Forschungsobservatorium mit wissenschaftlichem Anspruch ist, sondern auch die Vermittlung von Astronomie und Weltraumforschung sowie die Interaktion mit interessierten Menschen als Auftrag gesehen wird.“

Astronauten beim Aussteigen aus der ISS zusehen

Die Sternwarte verfügt über zwei unterschiedliche Kuppeln und zwei ASA-Teleskope. Das größere Teleskop ist ein Ritchey-Chrétien-Cassegrain-Teleskop (kurz: RC-Teleskop) und hat einen Spiegeldurchmesser von 1.000 Millimetern. Auch das Hubble Space Telescope oder das Very Large Telescope des Paranal-Observatoriums in Chile sind Teleskope dieser Bauart. Die Brennweite beträgt 7.000 Millimeter. Daraus ergibt sich eine bis zu tausendfache Vergrößerung, man könnte beispielsweise die Astronauten sehen, die gerade aus der Internationalen Raumstation ISS aussteigen.

Teleskope komplett „made in Austria“

Das kleinere Teleskop ermöglicht immerhin 300-fache Vergrößerungen. Es wird für die Erforschung und Fotografie näherliegender Himmelskörper genutzt. Hersteller ASA ist die einzige Firma weltweit, die sämtliche Komponenten der „Riesen-Fernrohre“ selber herstellt: Entwicklung von Hardware, Software, Steuerungs-Elektronik und sogar das Schleifen der Spiegel alles „made in Austria“.

Besondere Architektur und umweltfreundliches Energiekonzept

Die besondere Architektur des Gebäudes hat in der Fachwelt bereits Aufsehen erregt. Mit ihrer großzügigen Beobachtungsterrasse öffnet sich die Sternwarte mit herrlichen Himmelsblicken nach außen, die Räumlichkeiten im Inneren erfüllen alle Ansprüche für den wissenschaftlichen und vielfältigen öffentlichen Einsatz. Das zukunftsorientierte und umweltfreundliche Energiekonzept kommt von der Salzburg AG. So versorgt beispielsweise die hauseigene Photovoltaikanlage das Gebäude ressourcenschonend mit Strom.

Eine Sternwarte für alle

Das Astrolabor wird für wissenschaftliche Arbeiten genutzt. Es bietet bis zu 20 Arbeitsplätze. Im Veranstaltungssaal finden bis zu 150 Personen Platz. Eine Besonderheit der audiovisuellen Anlage ist die Möglichkeit, Bilder der Teleskope direkt auf die große Leinwand im Saal zu übertragen. Zwei Tage pro Woche sind allein für die Öffentlichkeit reserviert: Jeden Montag- und Dienstagabend gibt es Führungen. Einen Schwerpunkt bildet auch die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Ein Praktikum für Studierende in Zusammenarbeit mit der Universität Salzburg ist gerade in Vorbereitung.

Viele Sponsoren unterstützten den Neubau

Als Hauptsponsor unterstützte die Logistik-Firma VEGA den Bau der Sternwarte nicht nur mit einem namhaften Betrag, sondern beteiligte sich auch an Gestaltung und Umsetzung. Geschäftsführer Franz Blum konnte dazu das Architekturbüro berger.hofmann und die Baugesellschaft Ebster Bau gewinnen. Alle spendeten Eigenleistungen. Weiters beteiligten sich auch Land und Stadt Salzburg sowie die Anrainer-Gemeinden Nußdorf, Obertrum und Anthering, ebenso wie die oberösterreichische Firma ASA (Astro Systeme Austria), die Salzburg AG und zahlreiche private Spender im Rahmen einer Bausteinaktion.

Eröffnung mit kosmischem Feuerwerk

Zur Eröffnung und dem Tag der offenen Tür am Samstag, 11. August, ab 14 Uhr, gibt es ein kosmisches Feuerwerk, das mit ein bisschen Wetterglück beobachtet werden kann: Der jährliche Meteorschauer der Perseiden schickt hunderte Sternschnuppen zur Begrüßung der Sternwarte. LK_180809_52 (grs/mel)

Medienrückfragen: Christian Pucher, Büro Landeshauptmann Wilfried Haslauer, Tel.: +43 662 8042-2325, Mobil: +43 664 88719098, E-Mail: christian.pucher@salzburg.gv.at, und Melanie Reinhardt, Büro Landesrätin Andrea Klambauer, Tel.: +43 662 8042-4910, Mobil: +43 664 5405895, E-Mail: melanie.reinhardt@salzburg.gv.at.

Redaktion: Landes-Medienzentrum.