Grenzgänger zwischen Tanz und Performance

Jahresstipendium des Landes für darstellende Kunst geht an Tomaž Simatović

Salzburger Landeskorrespondenz, 29.08.2018
 

(LK) Für seine ungewöhnlichen Arbeiten an der Schnittstelle zwischen Tanz und Performance ist Tomaž Simatović weit über Salzburg hinaus bekannt. Der Tänzer und Choreograf erhält nun das Jahresstipendium des Landes für Darstellende Kunst in Höhe von 10.000 Euro, gab Kulturreferent Landeshauptmann-Stellvertreter Heinrich Schellhorn bekannt: „Wir wollen ihm damit ermöglichen, weitere Impulse in der heimischen Kulturlandschaft zu setzen und diese entscheidend mitzugestalten.“

Insgesamt lagen der Jury 18 Bewerbungen vor. „Die herausragende Einreichung ist in ihrer Konsequenz, Systematik und Anschaulichkeit mittragend für die Entscheidung“, so die Jury, die ihren Beschluss einstimmig gefasst hat. Dieser gehörten die Choreografin und Tänzerin Editta Braun, Angela Beyerlein vom Salzburger Landestheater und der Regisseur und Schauspieler Florian Eisner an.

     Aktive Beteiligung der Zuschauer

Die Jury hob vor allem die Interdisziplinarität von Simatovićs Projekten sowie die Erforschung eigener künstlerischer Stilrichtungen und dafür treffender Begrifflichkeiten hervor: „Unter dem Titel ‚Participatorium‘ erforscht er die aktive Beteiligung der Zuschauer als das eigentlich künstlerische Werk. Im Kern seines Schaffens steht stets ein grenzüberschreitender vernetzender Ansatz mit explizit politischem Hintergrund. Seine Kunst versteht sich als Aktivismus, der exemplarisch Kritik an exzessivem Konsum oder Ausbeutung der Arbeitskraft leistet.“

     Forschung fokussieren und dokumentieren

„Bei meiner Idee von ‚Participatorium‘ handelt es sich um eine Sammlung von Arbeiten, die sich auf die Entwicklung von Performances und choreografischen Konzepten der Teilnahme von Zuschauern konzentriert“, kommentiert Simatović seine Arbeit. „Das Stipendium ermöglicht es mir, die Forschung zu fokussieren, zu studieren, zu dokumentieren und diese Idee durch Workshops und Performances weiterzuentwickeln und eine Publikation hervorzubringen. Ich bin sehr dankbar, dass ich diesen Preis erhalten habe und freue mich darauf, die Arbeit in naher Zukunft mit dem Publikum zu teilen.“

     Interdisziplinär und international

Der 1978 geborene Künstler lebt seit 2003 in Salzburg und unterrichtet hier an der Universität Mozarteum. Er entwickelt seine Werke interdisziplinär durch Performance, Tanz, Choreographie, Forschung, Lehre und Schreiben. Vor seinem Abschluss in Tanz und Choreographie studierte er Elektrotechnik und arbeitete als Tänzer im Gledalisce Theater in Koper (Slowenien). Er kam nach Salzburg, um an der Experimental Academy of Dance (SEAD) zu studieren. Ab 2007 gehörte er fünf Jahre lang der Editta Braun Company an. 2011 wurde er Mitglied von tanz_house Salzburg und arbeitet auch für das Toihaus Theater sowie die Szene Salzburg. Weitere Projekte und Studienaufenthalte führten ihn unter anderem in die Vereinigten Staaten, Niederlande, nach England, Frankreich und Deutschland. LK_180829_20 (kg/mel)

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