Sprachrohr für die Rechte der jungen Menschen im Land

Andrea Holz-Dahrenstaedt als Kinder- und Jugendanwältin wiederbestellt

Salzburger Landeskorrespondenz, 31.08.2018
 

(LK) Als Kinder- und Jugendanwältin macht sich Andrea Holz-Dahrenstaedt für die Rechte der jungen Menschen stark. Nun wurde sie in dieser Funktion bis 2023 wiederbestellt. „Sie und ihr Team haben in den vergangenen Jahren vor allem bei der Unterstützung von unbegleiteten jungen Asylsuchenden wertvolle Arbeit geleistet“, unterstreicht Sozialreferent Landeshauptmann-Stellvertreter Heinrich Schellhorn.

„Auf ihren Vorschlag hin wurden auch die kinderanwaltschaftlichen Vertrauenspersonen eingeführt, die allen Kindern und Jugendlichen in Einrichtungen oder Pflegefamilien als unabhängige Ansprechperson zur Verfügung stehen“, so Schellhorn weiter, der Holz-Dahrenstaedt weiterhin viel Erfolg für die kommenden Jahre wünscht.

     Politisch und inhaltlich unabhängig

Die Kinder- und Jugendanwaltschaft (kija) Salzburg ist eine weisungsfreie Einrichtung des Landes, die sich seit ihrer Gründung im Jahr 1993 für die Rechte der Kinder und Jugendlichen einsetzt und junge Menschen bei Problemen berät sowie unterstützt.

     Weitere Funktionsperiode bis 2023

In Salzburg ist gesetzlich verankert, dass die Kinder- und Jugendanwältin alle fünf Jahre neu bestellt werden muss. Die aktuelle Funktionsperiode von Andrea Holz-Dahrenstaedt endet mit dem heutigen Tag. Bereits im Frühjahr wurde der Kinder- und Jugendhilfebeirat mit ihrer Wiederbestellung befasst. Nach Zustimmung der Landesregierung wird sie nun für eine weitere Periode - bis 2023 – die Rechte und Interessen ihrer „Schützlinge“ vertreten und fördern. Grundlage für die „kijas“ in ganz Österreich sind die UN-Kinderrechtskonvention sowie das Bundesverfassungsgesetz über die Rechte von Kindern.

     Kurzinterview mit der alten und neuen Jugendanwältin

Das Landes-Medienzentrum (LMZ) hat bei Andrea Holz-Dahrenstaedt nachgefragt, was in der aktuellen Zeit Kinder und Jugendliche besonders beschäftigt.

LMZ: Was sind nun die größten, aktuellen Herausforderungen?

Holz-Dahrenstaedt: Global gesehen und auch in Österreich ist die Zunahme an Ungleichheit mit massiven negativen Auswirkungen auf Kinder und Jugendliche, auf ihre Gesundheit, ihr Selbstvertrauen, ihre Bildungs- und Zukunftschancen eine große Herausforderung. Da sind alle gefragt, wirksame Gegenmaßnahmen zu entwickeln. Konkret für Salzburg möchte ich die kija-Arbeit in den Bezirken weiter ausbauen. Ein weiterer Schwerpunkt in den kommenden Jahren wird sein, eine Gesamtstrategie gegen Mobbing und Ausgrenzung in den Schulen zu entwickeln.

LMZ: Wenn Sie Bilanz ziehen, worauf sind Sie in den vergangenen fünf Jahren besonders stolz?

Holz-Dahrenstaedt: Dass es trotz anfänglichen Gegenwinds gelungen ist, die kinderanwaltliche Vertrauensperson zu verankern, auf unser Mentoringprojekt open.heart für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, das mit dem europäischen Verwaltungspreis ausgezeichnet wurde, und natürlich auf mein engagiertes, vielseitiges und kreatives Teams, dem 2017 die Rose der Menschenrechte verliehen wurde.

LMZ: Wie viele Jugendliche wenden sich an die kija? Was sind die häufigsten Probleme und Fragen?

Holz-Dahrenstaedt: Es sind zwischen 2.500 und 3.000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene pro Jahr, Tendenz steigend. Mobbing, meist im Zusammenhang mit Cyber Mobbing, ist ein besorgniserregender „Spitzenreiter“. Weitere Probleme sind familiäre Konflikte und strukturelle Diskriminierung.

LMZ: Gibt es für Sie ein ganz persönliches „Lieblingsprojekt“?

Holz-Dahrenstaedt: Es gibt für mich Glücksprojekte wie unsere Patenschaftsprojekte MutMachen und open.heart. Hier sieht man, dass Menschen anderen etwas schenken können, was diesen fehlt - etwa Zeit, Aufmerksamkeit und Vertrauen. Und dieses Schenken und Beschenkt-Werden ist für beide Seiten eine unglaubliche Bereicherung. Ich empfinde es als großes Glück, mich jeden Tag gemeinsam mit einem starken Team dafür einzusetzen, die Welt für heranwachsende Menschen ein bisschen besser zu machen. LK/INT_180831_20 (kg/mel)

Medienrückfragen: Johanna Jenner, Büro LH-Stv. Heinrich Schellhorn, Tel.: +43 662 8042-4841, Mobil: +43 664 8565718, E-Mail: johanna.jenner@salzburg.gv.at

Redaktion: Landes-Medienzentrum.