Flexibilisierung der Arbeitszeit nicht auf Kosten von Frauen und Müttern

Landesfrauenreferentinnen-Konferenz in Salzburg

Salzburger Landeskorrespondenz, 19.09.2018
 

(LK)  Die Flexibilisierung der Arbeitszeiten und ihre Auswirkungen auf Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben von Frauen sowie die Absicherung der Frauen- und Mädchenberatungsstellen standen unter anderem im Fokus der Landesfrauenreferentinnen-Konferenz, die heute im Kuenburgsaal in der Neuen Residenz in Salzburg stattfand. „Die geplanten Neuerungen dürfen nicht auf Kosten von Frauen und Müttern gehen“, ist Landesrätin Andrea Klambauer überzeugt.

Mit der Flexibilisierung der Arbeitszeitgesetze und der Anhebung der regulären Grenzen der Gesamtarbeitszeit auf zwölf Stunden täglich und 60 Stunden wöchentlich drohe ein Rückschritt bei der Geschlechtergleichstellung. Darüber sind sich die Landesfrauenreferentinnen einig. Mit der Arbeitszeitflexibilisierung gehe auch eine Veränderung in der Planung des Familienlebens und der Freizeitgestaltung von Arbeitnehmerinnen einher. „Solange es hier keine ausreichenden Rahmenbedingungen gibt, werden Frauen auf dem Arbeitsmarkt weiterhin zurückgedrängt“, so Klambauer.

Kinderbetreuungsgeldreform soll evaluiert werden

Mit 1. März 2017 trat die Kinderbetreuungsgeldreform in Kraft. „Männer sollten durch diese Reform vermehrt dazu angehalten werden, sich der Kinderbetreuung zu widmen. Eine möglichst partnerschaftliche Teilung von Betreuungsaufgaben wird vor allem durch den Partnerschaftsbonus angestrebt“, so Astrid Eisenkopf, Landesrätin Burgenland. „Inwieweit das Ziel einer höheren Beteiligung von Männern bei der familiären Kinderbetreuung nun erreicht werden konnte, insbesondere auch wie viele Väter den Papamonat in Anspruch nehmen, soll nun evaluiert werden.“

Männer mehr in die Pflicht nehmen

„Es geht darum, dass nicht nur die Frauen für ‘ihre‘ Lebensrealität herangezogen werden, sondern hier gilt es auch, die Männer klar in die Pflicht zu nehmen. Die Selbstverständlichkeit von Gleichberechtigung ist bei den Männern leider immer noch nicht gegeben, vor allem nicht im ländlichen Bereich“, so Sara Schaar, Kärntens Frauenlandesrätin.

Frauen- und Mädchenberatungsstellen absichern

Ein weiteres zentrales Thema der Landesfrauenreferentinnen-Konferenz war die Absicherung der Frauen- und Mädchenberatungsstellen. Die steigende Nachfrage an Beratungsleistungen, die Vielfalt der Anliegen und die steigenden Personal- und Sachkosten stellen die Beratungsstellen immer mehr vor finanzielle Herausforderungen. „Zur Absicherung bestehender Beratungsstellen ist eine dauerhafte und kontinuierliche Finanzierungsbasis erforderlich“, so Klambauer.

Nationale Aktionspläne sollen fortgeschrieben werden

Einstimmig beschlossen wurde eine Fortführung und Weiterentwicklung von bundesweiten Aktionsplänen unter Einbeziehung der Länder zur Gleichstellung von Frauen und Männern in den Bereichen Arbeitsmarkt, Behinderung, Schutz von Frauen vor Gewalt, Integration, Frauengesundheit und Bekämpfung des Menschenhandels. Und die Landesfrauenreferentinnen werden das Thema Gender Pay Gap, also den Lohnunterschied auf Grund des Geschlechtes, kommendes Jahr zum Schwerpunkt machen. LK_180919_10 (ram/grs)

Medienrückfragen: Melanie Reinhardt, Büro Landesrätin Andrea Klambauer, Tel.: +43 662 8042-4910, Mobil: +43 664 5405895, E-Mail: melanie.reinhardt@salzburg.gv.at.

Redaktion: Landes-Medienzentrum.