Unbekannte Artenvielfalt bei Wildbienen

Informationsbroschüre zu Wildbienen erstmals erschienen und auf der Landes-Webseite kostenlos zur Verfügung

Salzburger Landeskorrespondenz, 25.09.2018
 

(LK)  Die Honigbiene kennt jeder Mensch, ihre „wilden Verwandten“ schon weniger. Doch welche gibt es, und wie leben sie? Darüber informiert eine neue Broschüre des Landes. Die Broschüre über Wildbienen kann auf der Landes-Webseite kostenlos heruntergeladen und unter der Telefonnummer +43 662 8042-5532 bestellt werden.

„In der neuen Broschüre sind informative Artenportraits zu allen im Bundesland besonders geschützten Wildbienen enthalten. Darüber hinaus gibt es allgemeine Informationen zur Biologie und Lebensweise der Wildbienen sowie hilfreiche Tipps, wie man sie durch einfache Maßnahmen fördern kann“, erklärt Landesrätin Maria Hutter.

16 Bienenarten unter gesetzlichem Schutz

Mit der Novellierung der Salzburger Pflanzen- und Tierartenschutzverordnung sind nun 16 Bienenarten gesetzlich geschützt. Ausgewählt wurden Arten, die in Salzburg nachgewiesen, als gefährdet eingestuft und auf bestimmte Lebensräume angewiesen sind. Dabei haben die Mager- und Trockenstandorte eine herausragende Bedeutung für Wildbienen. Einzelne gefährdete Arten leben auch in Feuchtgebieten oder an den Erdanrissen von Fließgewässern im Tiefland. Die Alpenhummel besiedelt ausschließlich das alpine Ödland.

Menschliche Ernährung basiert auf Bestäubung durch Insekten

Ein bedeutender Teil der menschlichen Ernährung basiert auf insektenbestäubten Pflanzen, wie zum Beispiel alle heimischen Obst- und Beerenfrüchte, Tomaten, Bohnen, Erbsen, Gurken, Zucchini, fast alle Gewürz-, Tee- und Heilkräuter. Auch Feldfrüchte wie Kürbis, Raps oder Sonnenblumen brauchen Insekten zur Bestäubung. Zudem können viele Pflanzen, deren Blätter, Wurzeln, Stängel oder Knollen wir nutzen, nur so Samen ausbilden, etwa Salate, alle Kohlgewächse, Zwiebel und Lauch.

Bienen wichtig für Landwirtschaft

Noch über dem Wert für den Menschen steht die Bedeutung der Bestäuber für ganze Landökosysteme. Diese würden zusammenbrechen, wenn sich die insektenbestäubten Pflanzen nicht mehr fortpflanzen könnten. Die Honigbiene alleine kann natürlich nicht alle Pflanzenarten bestäuben. Pflanzen haben, je nach Blütenbau, unterschiedliche Bestäuber: Einige werden von wenige Millimeter kleinen Bienenarten bestäubt, andere nur von schweren Brummern wie den Hummeln. Weitere wichtige Bestäuber sind Fliegen, Schmetterlinge und Käfer. Erst wenn ein ganzes Spektrum an bestäubenden Insektenarten, darunter die Bienen, zur Verfügung steht, ist die Bestäubung gesichert.

Von Bienen und Menschen

Viele Wildbienen sind Kulturfolger und seit Jahrtausenden durch die Landbewirtschaftung des Menschen gefördert worden. Sie bewohnen die gesamte Kulturlandschaft, wie landwirtschaftliche Flächen, Wälder, Hecken und Feldgehölze und nicht nur Schutzgebiete. LK_180925_51 (grs/sm)

Medienrückfragen: Christian Blaschke, Büro Landesrätin Maria Hutter, Tel.: +43 662 8042-4921, Mobil: +43 664 5917126, E-Mail: christian.blaschke@salzburg.gv.at.

Redaktion: Landes-Medienzentrum.