Aktuelle Stunde zur Zukunft des Tourismus

Morgen Plenarsitzung und Ausschussberatungen des Landtags

Salzburger Landeskorrespondenz, 02.10.2018
 

(LK)  Morgen, Mittwoch, steht die Aktuelle Stunde der Plenarsitzung des Salzburger Landtages im Zeichen der „Zukunft des Tourismus: Natur und Lebensraum nachhaltig nutzen".

 

Die im Landtag vertretenen Fraktionen ÖVP, SPÖ, FPÖ, Grüne und Neos übermittelten dazu folgende Statements:

Scharfetter: Tourismus unverzichtbarer Wirtschaftsfaktor

„Salzburg ist nach Tirol die zweitgrößte Tourismusregion Österreichs. Mit fast 28 Millionen Nächtigungen jährlich und mehr als 11.000 Beherbergungsbetrieben ist der Tourismus ein unverzichtbarer Wirtschaftsfaktor, wichtiger Arbeitgeber und Innovations- und Investitionsmotor in unserem Bundesland. Engagierte Unternehmerinnen und Unternehmer, motivierte Mitarbeiter und richtige Weichenstellungen der Tourismuspolitik haben dazu beigetragen, dass die Entwicklung des Tourismus in den vergangenen Jahren als Erfolgsgeschichte zu bezeichnen ist. Trotz dieser erfreulichen Entwicklungen dürfen wir die Herausforderungen der Zukunft nicht aus den Augen verlieren, wenn ich beispielsweise an neue globale Mitbewerber, geänderte Ansprüche unserer Gäste, aber auch an den Fachkräftemangel denke. Ein verstärkter Fokus auf Nachhaltigkeit, eine noch stärkere Konzentration auf Qualität, der Ausbau Salzburgs als Ganzjahresdestination durch saisonverlängernde Maßnahmen, aber auch eine kritische und offene Diskussion über die Grenzen des Tourismus sehe ich als Ansätze, diesen Herausforderungen gerecht zu werden“, so ÖVP-Klubobmann-Stv. Tourismussprecher Hans Scharfetter zur morgigen Aktuellen Stunde im Salzburger Landtag.

Berthold: Auf soziale und ökologische Nachhaltigkeit setzen

Mit einem Viertel der regionalen Wertschöpfung ist der Tourismus eine der zentralen Stützen der Salzburger Wirtschaft. „Um unsere Lebensgrundlagen und unsere Lebensqualität langfristig zu erhalten, müssen wir voll auf soziale und ökologische Nachhaltigkeit setzen“, ist die grüne Klubobfrau Martina Berthold überzeugt. Touristischer Erfolg müsse für unseren Natur- und Kulturraum verträglich sein, gute ganzjährige Arbeitsplätze bieten, lebenswerte Orte erhalten und nicht zuletzt auf die Akzeptanz der heimischen Bevölkerung achten.

In diesem Sinne „müssen wir der Spekulation mit Grund und Boden ein Ende setzen. Es darf keinen Ausverkauf an ausländische Investoren geben, keine Geisterdörfer und keine weitere Zersiedelung durch Chalets“, so Berthold. Für den Schutz unseres Klimas müssten wir uns alle mehr anstrengen und einsetzen, denn der Klimawandel ist in den Salzburger Bergen schon massiv zu spüren. Das heißt konkret: „Weiterer Ausbau umweltfreundlicher Mobilität und erneuerbarer Energien, mehr Investitionen in ökologische Qualität statt Quantität“, sagt Berthold.

Weitgasser: Vernetzung zwischen Landwirtschaft, Tourismus und Gastronomie

„Der Tourismus ist mit Abstand die größte Stütze für unseren attraktiven Arbeits-, und Wirtschaftsstandort. Jede fünfte Vollzeitstelle in Salzburg hängt direkt oder indirekt vom Tourismus und der Freizeitwirtschaft ab. Aufgrund des akuten Fachkräftemangels steht diese Branche aber vor großen Herausforderungen. Der Bedarf an guten Leuten steigt, gleichzeitig wollen aber immer weniger in diesen Bereichen arbeiten. Wir müssen den Tourismus als Arbeitswelt wieder attraktiver machen, die Lehre darf dabei nicht als minderwertig gegenüber einem Studium angesehen werden. In Deutschland entscheiden sich 27 Prozent der Maturantinnen und Maturanten für eine Ausbildung, in Österreich ist die Zahl verschwindend gering. Das gesamte Thema muss aber weitergedacht werden, eine Vernetzung zwischen den Bereichen Landwirtschaft, Tourismus und Gastronomie ist dabei immens wichtig“, so Liesl Weitgasser, Tourismussprecherin der NEOS.

Forcher: Sorgfältiger Umgang auch mit den Beschäftigten

"Dass wir auf unsere Lebensgrundlage im Tourismus, die schöne und intakte Natur in Salzburg, achten müssen, steht außer Zweifel. Sorgfältig umgehen müssen wir aber auch mit den Beschäftigten im Tourismus ", erklärt SPÖ-Tourismussprecher Gerald Forcher und fordert faire Arbeitszeiten, gute Bezahlung und eine ausgewogene Work-Life-Balance ebenso, wie größere finanzielle Unterstützung von Land und Bund für Vereine wie Bergrettung, Naturfreunde und Alpenverein. Diese würden mit ihrer ehrenamtlichen Arbeit maßgeblich zum touristischen Erfolg Salzburgs beitragen.

Teufl: Tourismus definiert sich über dessen Qualität

„Tourismus definiert sich nicht über die Entfernung einer Destination, sondern über dessen Qualität“, so Andreas Teufl, Tourismussprecher der FPÖ. „Seit wenigen Jahren ist daher ein Trend zu beobachten: Die Salzburger verbringen vermehrt ihre Ferien an heimischen Seen, in den Wäldern und Tälern. Sowohl im Sommer als auch im Winter. Wenn wir weiterhin Anreize setzen möchten, Urlaub ‚daheim‘ zu verbringen, sollten wir auf eines ganz genau achten: Dass wir uns das Malerische unserer Region nicht zerstören lassen. Von Steinbrüchen oder etwa Stromleitungen“, so Teufl.

Ausschussberatungen morgen um 14.00 Uhr

Die Plenarsitzung des Landtags beginnt morgen um 9.00 Uhr. Auf der Tagesordnung stehen sechs Berichte sowie acht Vorlagen der Landesregierung und zwei Berichte des Rechnungshofes auf der Tagesordnung. Anschließend folgt die aktuelle Stunde. Danach werden in der Fragestunde zwölf mündliche Anfragen und zwei dringliche Anfragen beantwortet. Weiters stehen 14 Berichte und Anträge der Ausschüsse, die Beantwortung von 47 schriftlichen Anfragen sowie drei Berichte der Landesregierung auf der Tagesordnung. Die Haussitzung wird um 14.00 Uhr für die Ausschussberatungen unterbrochen.

Öffentliche Übertragung

Die Tagesordnungen der Haussitzung und der Ausschussberatungen stehen auf der Landes-Webseite unter www.salzburg.gv.at/landtag zur Verfügung. Die Ausschussberatungen werden in Wort und Bild in den Plenarsaal des Salzburger Landtags, der öffentlich zugänglich ist, übertragen. Die Sitzungen des Plenums des Salzburger Landtags sowie der Ausschüsse können live im Internet mitverfolgt werden. Auch auf Facebook und auf Twitter können sich Interessierte über die aktuellen Sitzungen, Themen und Schwerpunkte informieren. 181002_10 (ram/sm)

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