Zweispitzhut, Rock und Weste sitzen

Walser Jungschützen sind für den großen Aufmarsch in Wien gewappnet / Sie gratulieren mit 4.000 anderen zu 100 Jahre Republik

Salzburger Landeskorrespondenz, 19.10.2018
 

(LK) Es ist bereits sein elfter Aufmarsch in diesem Jahr - und auch sein größter. Matthias (15) ist einer von insgesamt neun Jungschützen in Wals. Die Aufregung ist diesmal besonders da, denn der 15-Jährige darf beim großen Festakt der Salzburger Schützen zu „100 Jahre Republik Österreich“ kommenden Sonntag am Heldenplatz in Wien zum ersten Mal mit Gewehr ausrücken – aber noch nicht feuern.

Landeshauptmann Wilfried Haslauer, 87 Salzburger Schützenkompanien sowie 26 Musikkapellen, dazu Abordnungen aus allen anderen Bundesländern und auch aus Südtirol erweisen der Republik Österreich am 21. Oktober in Wien die Ehre. Unter anderem sind auch die Historischen Landwehrschützen aus Wals sind mit ihrem Nachwuchs dabei. Das Landes-Medienzentrum war vorab bei der Generalprobe, hat mit ihnen über ihren großen Auftritt und das Vereinsleben gesprochen.

Mit den anderen mitmarschieren, ein tolles Gefühl

„Es ist ein aufgeweckter Flohhaufen, den man zusammenhalten muss“, scherzt der Walser Schützenhauptmann Georg Reiter während sich Matthias (15), Johannes (13), Stephan (13), Hannes (12), Lorenz (8), Florian (14) und Andreas (11) im Vereinshaus gegenseitig helfen, Zweispitzhut, Rock, und Weste in Position zu zupfen. Denn übermorgen ist es soweit. Da muss alles sitzen. „Wir sind stolz auf Matthias, aber neidisch auch ein bisschen“, verrät Stephan schmunzelnd, der seinen Mantel auch schon liebend gerne mit Ehrenzeichen schmücken würde. „Aber dafür muss man erst lernen, wie man Patronen wechselt und das Gewehr umgreifen muss“, betont Kamerad Matthias, der zwar selber noch keine Salve abfeuern darf, sich aber auf den Festakt in Wien schon riesig freut: „Zwischen all den Leuten durchmarschieren und alle schauen dich an, das ist schon ein tolles Gefühl.“

Mit Wechselschritt schnell wieder im Takt

„Kompanie fertig machen, Kompanie auf mein Kommando, habt Acht, rechts um, im Schritt, Marsch“, gibt der Schützenhauptmann den Jugendlichen das Marschtempo vor und ergänzt: „Und wenn die Trommel schlägt, dann mit dem linken Fuß losmarschieren.“ „Das ist oft leichter gesagt als getan“, schmunzelt der kleine Andreas, der sich öfter mal im Schritt verhaut. Stephan nimmt es eher gelassen: „Naja, ich schau einfach auf die Füße der anderen, das hilft. Und sonst mach ich schnell den Wechselschritt und bin wieder im Takt.“

„Doping“ in der Tasche

So ein Aufmarsch kann ganz schön anstrengend sein. Speziell im Sommer, wenn es heiß ist. „In unserer Tasche haben wir immer was zu trinken mit dabei“, erzählt Florian und Hannes verrät: „Bei mir sind manchmal auch Süßigkeiten drinnen.“ Und auch Stephan plaudert aus dem Nähkästchen: „Bei einer Hochzeit habe ich mal fast den Aufmarsch verpasst, weil ich hungrig war und gerade eine Leberkässemmel gegessen hab. Da habe ich den Rest schnell in meine Tasche gepackt, bin losmarschiert und hab es dann in der Kirche wieder ausgepackt“.

Wartelisten bei manchen Kompanien

„Erfahrungsgemäß bleiben von den Jungschützen meist 70 Prozent dabei“, zeigt sich der Walser Hauptmann Georg Reiter zufrieden. Und nicht nur in Wals gibt es Jungschützen, daher kann sich Landeskommandant Franz Meißl nicht über Nachwuchssorgen beschweren: „Es gibt in Salzburg sogar Kompanien mit Wartelisten. Abgesehen von den Jungschützen treten bei uns Mitglieder bei, die schon so Mitte 20 sind, also genau wissen, was sie tun. Sie bleiben dann meist auch jahrzehntelang treu.“ REP_181019_30 (jus/mel)

Medienrückfragen: Christian Pucher, Büro Landeshauptmann Wilfried Haslauer, Tel.: +43 662 8042-2325, Mobil: +43 664 88719098, E-Mail: christian.pucher@salzburg.gv.at.

Redaktion: Landes-Medienzentrum.