Plackerei und Fingerknochenarbeit

Schellhorn: Jahresstipendium Literatur 2018 geht an Stephanie Helena Prähauser

Salzburger Landeskorrespondenz, 22.10.2018
 

(LK) „Etwas zu Papier zu bringen, die Zeit und Möglichkeit zu haben, den Versuch zu wagen, etwas Literarisches zu fabrizieren, stellt für mich das größtmögliche Vergnügen überhaupt dar“, so Stephanie Helena Prähauser, Preisträgerin des Jahresstipendiums 2018, das mit 10.000 Euro dotiert ist. "Junge talentierte und aufstrebende Literaten und Literatinnen wie Stephanie Helena Prähauser erhalten mit dem Jahresstipendium ein Jahr lang mehr Freiraum für die intensive Auseinandersetzung mit einem literarischen Projekt", so Kulturreferent Landeshauptmann-Stellvertreter Heinrich Schellhorn, der der Preisträgerin gratulierte.

Die Jury, bestehend aus Christine Rechberger, Lektorin, Barbara Stasta, Literaturforum Leselampe, und Klemens Renoldner, Stefan Zweig Zentrum Salzburg, hat aus 28 Bewerberinnen und Bewerbern Stephanie Helena Prähauser einstimmig als Preisträgerin gewählt. Die Begründung der Jury: „Die Autorin sandte einzelne Passagen und Arbeitsmaterialien ihrer Infantennovelle - so der vorläufige Arbeitstitel - ein, in deren Zentrum das Schicksal einer bäuerlichen Familie im Alpenvorland geschildert wird. Die Hauptfigur und Ich-Erzählerin, ein Mädchen aus desolaten, ärmlichen Familien-Verhältnissen, trägt autobiographische Züge. Das geplante Buch soll dabei nicht nur einer aufbegehrenden jungen Frau eine Stimme verleihen, es soll darüber hinaus ein ‚Familienporträt‘ kenntlich werden, auch die einzelnen Familienmitglieder sollen vorgestellt werden.“

Nicht alles auf Anhieb

„Gewiss steckt auch viel Plackerei und Fingerknochenarbeit dahinter und, vor allem wenn es um autobiografische ‚Elemente‘ geht, viel ‚Herzblut‘, und ich müsste lügen, würde ich behaupten, dass alles auf Anhieb als poetische Vollendung auf einparfümiertem Briefpapier herausfließt“, so die Autorin.

Liebe zur Sprache, aber auch Angst vor ihr

„Ich liebe die Sprache, habe aber auch Angst davor. Und ich hasse normative Grammatik. Sie ist die Zwangsneurose der Sprache, für die es viel zu viele Soldaten, aber keine Gesprächstherapeuten gibt. Ein Militär, dem es primär um Knochen und Gerippe geht, weniger um Fleisch und Blut“, so Prähauser. LK_181018_11(ram/sab)

Mehr dazu in den Beilagen

- Biografie und

- Auszug aus der „Infantennovelle“

Medienrückfragen: Johanna Jenner, Büro LH-Stv. Heinrich Schellhorn, Tel.: +43 662 8042-4841, Mobil: +43 664 8565718, E-Mail: johanna.jenner@salzburg.gv.at.

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