Aus Galizien nach Salzburg

Berührende Ausstellung über Flüchtlinge aus Galizien in Grödig

Salzburger Landeskorrespondenz, 25.10.2018
 

(LK) Das Gemeindeamt in Grödig beheimatet für die kommenden Wochen eine sehenswerte Ausstellung: „Aus Galizien nach Salzburg. Kriegsflüchtlinge aus polnischen Gebieten im Ersten Weltkrieg“ zeigt die menschlichen Aspekte der Unterbringung der aus ihrer Heimat geflüchteten oder umgesiedelten Galizier im Lagerkomplex in Grödig, so Oskar Dohle, Leiter des Salzburger Landesarchivs. 

„Die Ausstellung verbildlicht die Geschichte von Menschen, die vor mehr als 100 Jahren, zwangsweise emigriert, vertrieben wurden und über manche Menschen, die auch nie ganz hier angekommen sind oder in der Folge noch einmal flüchten mussten. Über Menschen, die etwas vermissten und gleichzeitig froh waren, nicht dort leben zu müssen, wohin das Heimweh ihre Gedanken lenkte. Die Auseinandersetzung mit den Entwurzelten von damals soll uns die Wertigkeit und die Notwendigkeit von Dialog, Miteinander und Empathie über Regionen und Grenzen hinaus vor Augen führen“, betonte Landtagspräsidentin Brigitta Pallauf bei der Eröffnung der Ausstellung. 

Fotos aus 1916 bis 1918

Auf zwölf Tafeln werden in der Ausstellung berührende Fotos, Zeitungsausschnitte und Dokumente aus der Zeit von 1916 bis Frühjahr 1918 gezeigt, die abgesehen von den Lebensbedingungen in Salzburg auch die Ausgangslage in der Heimat, dem damaligen Kronland Galizien, und die Zustände nach der Rückkehr dorthin veranschaulichen. Dass die vergleichsweise kleine galizische Minderheit unter den Flüchtlingen und Vertriebenen aus allen Teilen der Habsburgermonarchie, die im Lagerkomplex Grödig untergebracht waren, im Mittelpunkt der Ausstellung steht, hat einen konkreten Grund: Der 100. Jahrestag der Wiedererlangung der Unabhängigkeit Polens.

Ziviles Lager III in Grödig

Der Lagerkomplex Grödig, bestehend aus drei Teilen, diente im damaligen Kronland Salzburg nicht nur der Unterbringung von Kriegsgefangenen. So wurde ab Mitte 1916 das Lager III - als ziviles Lager - für die Aufnahme von Flüchtlingen und Vertriebenen aus Galizien verwendet.

Ab Dezember im Landesarchiv zu sehen

Die Ausstellung wurde in Zusammenarbeit des Salzburger Landesarchivs, der polnischen Botschaft in Wien und des Honorarkonsulates Polens in Salzburg sowie der Gemeinde Grödig realisiert, wo sie aktuell zu sehen ist. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Polen und Österreich sowie vom Salzburger Landesarchiv waren für die Erstellung der Texte und die Auswahl der historischen Abbildungen, Pläne und Dokumente aus verschiedensten Archiven im In- und Ausland zuständig.

Ab Dezember wird sie dann im Foyer des Landesarchivs in Salzburg gezeigt - ergänzt durch Originale der historischen Unterlagen aus den hauseigenen Beständen.  LK_181025_41 (sab/mel)

Medienrückfragen: Katharina Wimmer, Büro Landtagspräsidentin Brigitta Pallauf, Tel. +43 662 8042-2600, Mobil: +43 664 1278655, E-Mail: katharina.wimmer@salzburg.gv.at

Redaktion: Landes-Medienzentrum.