Sturmwarnung für den Süden Salzburgs

Orkanböen bis 130 km/h in der Nacht zum Dienstag / Weitere starke Regenfälle im Oberpinzgau und Lungau

Salzburger Landeskorrespondenz, 29.10.2018
 

(LK)  Ein Föhnsturm wird den Süden Salzburgs in der Nacht zum Dienstag erreichen. Laut Experten der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) erreichen die Windböen bis zu 130 km/h, der Höhepunkt des Sturms wird zwischen 20 Uhr und 6 Uhr früh erwartet.

In der Nacht von heute auf Dienstag erreicht die Tauerntäler ein orkanartiger Föhnsturm, betroffen ist vor allem die Region zwischen Krimml und Hüttschlag. Erst in den Morgenstunden wird laut ZAMG eine Entspannung der Situation erwartet.

Verhaltensregeln für die betroffenen Gebiete

Warnstufe Rot gilt von Krimml bis Uttendorf, im Rauriser Tal, Gasteinertal und Hüttschlag-Großarl. Hier werden die Windböen bis zu 130 km/h erreichen. In diesen Regionen wird vom Katastrophenschutz des Landes Salzburg der Bevölkerung empfohlen, Folgendes zu beachten:

  • Lose Gegenstände wegräumen oder befestigen, dazu gehören Terrassen- und Balkongarnituren, Blumentöpfe und so weiter.
  • Fenster- und Rollläden schließen.
  • Autos in Garagen abstellen.
  • Nicht im Freien aufhalten.
  • Keine Spaziergänge in Parks oder im Wald.
  • Keine Reparaturarbeiten während der Sturmspitzen.
  • Vorsicht im Straßenverkehr, insbesondere beim Überholen.
  • Radio und Fernseher einschalten für weitere Informationen.
  • Auf Stromausfälle mit Taschenlampen und Kerzen vorbereiten.

Weitere starke Niederschläge im Oberpinzgau und Lungau

Derzeit ist die Hochwasser-Lage entspannt. Im gesamten Bundesland ist es zu Rückgängen der Pegelstände gekommen. In den Abendstunden werden aber vor allem im Lungau und im Oberpinzgau heftige Regenfälle und damit Pegelstände über der Warngrenze erwartet. Die Feuerwehren sind in Einsatzbereitschaft.

Regen schwappt vom Süden herüber

Für die nächsten 24 Stunden sind regionale Niederschlagshöhen von bis zu 80 Millimeter vorhergesagt. Ursache sind nach wie vor die Regenfelder in Oberkärnten, die von Süden her vereinzelt über den Alpenhauptkamm reichen. In den vergangenen 30 Stunden sind beispielsweise in Kolm Saigurn mehr als 200 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen.

Oberpinzgau: Pegelstände deutlich über Warngrenze

An der Mess-Station Salzach/Mittersill werden Pegelstände deutlich über der Warngrenze erwartet. Aus derzeitiger Sicht ist aber mit keiner akuten Gefährdung zu rechnen. Die Feuertaufe steht der neuen Hubbrücke in Mittersill bevor. Ab einem Pegelstand von 4,70 Metern wird sie angehoben. Dieser wird laut meteorologischem Dienst erreicht. Im Falle des Falles sollen so Verklausungen und ein über die Ufer treten des Flusses vermieden werden.

Lungau: Knapp zehnjährliche Hochwasserereignisse in Mur und Taurach

Die ursprünglich sehr hohen Prognosen für den gesamten Lungau wurden im Laufe der vergangenen 24 Stunden nach unten korrigiert. An den großen Gewässern des Lungaus (Mur, Taurach) werden selten hohe Wasserführungen erwartet, prognostiziert sind knapp zehnjährliche Hochwasserereignisse. Mit lokalen und kleinräumigen Überflutungen muss gerechnet werden.

Tauerntäler: Höchster Wasserstand kurz nach Mitternacht

Im Gasteiner-, Rauriser- und Großarler Tal könnten bis heute Mitternacht Pegelstände von vergangenen Sonntag erreicht werden. Die Prognosen zeigen die höchsten Wasserführungen kurz nach Mitternacht.

Pegelstände gehen nach Mitternacht deutlich zurück

In den südlichen Bereichen des Bundeslandes kommt es aus derzeitiger Sicht in der zweiten Nachthälfte zum Abklingen des Regens und daher zu deutlich rückläufigen Pegelständen. In der Stadt Salzburg werden in den frühen Morgenstunden des Dienstags die höchsten Wasserstände zu beobachten sein.

Schneefallgrenze bleibt über 2.000 Meter

Wie viel Wasser die Salzburger Flüsse in den kommenden Stunden ableiten müssen, hängt auch davon ab, wie weit es herunterschneit. Bei höher liegender Schneefallgrenze gelangt mehr Regenwasser in die Flüsse als bei niedriger. Die Schneefallgrenze bleibt aber großräumig weiterhin über 2.000 Meter.

Auf www.salzburg.gv.at/hydris kann das Abflussgeschehen an großen Gewässern bei ausgewählten Stationen mitverfolgt werden. LK_181029_51 (grs/mel)

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Redaktion: Landes-Medienzentrum