Feinstaub aus Osteuropa sorgt bei uns für hohe Werte

Monatsbericht zur Luftgüte veröffentlicht / Oktober zu warm

Salzburger Landeskorrespondenz, 07.11.2018
 

(LK)   Der heurige Urlauberreiseverkehr von Juni bis September hat sich stark auf der Tauernautobahn ausgewirkt, im Oktober wurden die niedrigsten Oktobermittelwerte an Stickstoffoxydwerten seit dem Jahr 2000 gemessen und der Ferntransport von Feinstaub aus Osteuropa sorgt auch in Salzburg für erhöhte Feinstaubwerte: Das sind die wichtigsten Ergebnisse und Erkenntnisse der Luftgütemessungen im Oktober. "Es freut mich, dass wir auch im Bereich der Luftgüte in Salzburg auf einem guten Weg sind. Die Analysen unserer Experten zeigen jedoch, dass Luftschadstoffe keine Grenzen kennen. Unser Ziel ist es, die einzelnen Grenzwerte von Luftschadstoffen einzuhalten und eine gute Luftqualität für alle sicherzustellen. Das sind grundlegende Faktoren für unsere Gesundheit und Lebensqualität“, so Landeshauptmann-Stellvertreter Heinrich Schellhorn.

Der Sommerurlaubsreiseverkehr wirkte sich erheblich auf die Stickstoffdioxidwerte entlang der A10 Tauernautobahn aus. „Während an allen anderen verkehrsnahen Messstellen des Landes aufgrund der günstigeren Ausbreitungsbedingungen im Sommer ein deutlicher Rückgang von mehr als 20 Prozent registriert wurde, gab es an der Messstelle ‚Hallein A10‘ lediglich einen Rückgang von vier Prozent gegenüber den Monaten mit geringerem Urlauberreiseverkehr (Oktober bis Mai)“, erklärt Alexander Kranabetter vom Luftgütemessnetz Salzburg.

Im Oktober selbst wurden landesweit die niedrigsten Oktobermittelwerte von Stickstoffdioxid seit dem Jahr 2000 gemessen. „Einerseits waren die meteorologischen Verhältnisse im Oktober recht günstig und andererseits scheint der technische Fortschritt bei der Abgasreinigung schön langsam zu wirken“, so Kranabetter.

Feinstaub aus Osteuropa sorgt für Höchstwerte

Mit der kälteren Jahreszeit beginnt aber auch wieder die Feinstaubsaison. Am 19. und 20. Oktober wurde mit Feinstaub angereicherte Luft die aus Kohlekraftwerken aus Polen und Tschechien stammt, nach Salzburg verfrachtet und hat die Feinstaubbelastung sogar an der ländlichen Hintergrundmessstelle Haunsberg stark ansteigen lassen. An insgesamt drei Messstellen wurde der Tagesgrenzwert für Feinstaub während dieser Fernverfrachtung überschritten.

Oktober zu warm

Meteorologisch gesehen war es im ganzen Land Salzburg zu warm. Die Lufttemperaturen lagen 0,7 Grad bis 2,3 Grad Celsius über den Mittelwerten des Vergleichszeitraumes 1981 bis 2010. Die Niederschlagsmengen waren unterschiedlich verteilt, die relativen Niederschlagsmengen reichten von 67 Prozent an der Messstelle Salzburg Freisaal bis zu 196 Prozent an der Messstelle in Rauris. Es wurden neun bis 13 Tage mit Niederschlag aufgezeichnet. Die Sonnenstunden erreichten 94 bis 129 Prozent der langjährigen Klimamittelwerte. 181107_14 (ram/jus)

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