Vom Kronland zum Bundesland

Salzburg vom Sommer 1918 bis zum April 1919 / Neuer Sammelband zum Jubiläum „100 Jahre Republik“

Salzburger Landeskorrespondenz, 13.11.2018
 

(LK) Mit den Monaten vor und nach dem Ende des Ersten Weltkriegs, vom Sommer 1918 bis zu den ersten Wahlen im April 1919, beschäftigt sich das Buch „Salzburg 1918 – 1919. Vom Kronland zum Bundesland“, das heute präsentiert wurde. „Es ist die einzige wissenschaftliche Publikation, die sich im Jubiläumsjahr mit dem Übergang von der Monarchie zur Republik aus Sicht des gesamten Bundeslandes beschäftigt“, würdigt Landeshauptmann Wilfried Haslauer die Arbeit der 25 Autorinnen und Autoren.

Der reich illustrierte Sammelband mit Aufsätzen namhafter Expertinnen und Experten beleuchtet aus verschiedensten Blickwinkeln diese Zeitspanne im Land Salzburg. Diese reichen von Politik und Verwaltung und den politischen Parteien über die katholische Kirche, Presseberichterstattung, Sicherheitslage und Wirtschaft bis hin zu Alltag, Frauen, Kunst und Kultur.

Zeitgemäße und kritische Distanz

„Intention war es, einen möglichst differenzierten Blick auf diesen Abschnitt in der Salzburger Geschichte zu werfen. Vielleicht kann damit ein Beitrag geleistet werden, die Ereignisse, die sich 2018/19 zum hundertsten Mal jähren, aus einer zeitgemäßen und kritischen Distanz zu betrachten und vielleicht auch neu zu bewerten“, so die Herausgeber Oskar Dohle (Direktor des Salzburger Landesarchivs) und Thomas Mitterecker (Leiter des Archivs der Erzdiözese Salzburg).

Die ersten Landtagswahlen

„Der Untersuchungszeitraum von etwas mehr als einem Jahr wurde bewusst gewählt“, erläutert Landesarchiv-Direktor Dohle: Nach dem Scheitern der Piave-Offensive im Juni 1918 wurde nicht nur der Bevölkerung, sondern auch den führenden Militärs klar, dass der Krieg nicht mehr zu gewinnen war. Die ersten Landtagswahlen im Frühjahr 1919 markieren gleichsam das Ende der unmittelbaren Nachkriegszeit und den Übergang zur Ersten Republik mit all ihren Problemen, Erfolgen, aber auch nicht genutzten Chancen.

Umbruch und doch Kontinuität

Die Monate vor und nach dem Ende des Ersten Weltkrieges waren auch im heutigen Bundesland Salzburg eine Zeit der Unsicherheit, ausgelöst durch die labile Sicherheitslage als Folge des Zusammenbrechens der bislang bestehenden militärischen und staatlichen Strukturen. Zudem konnte die Versorgung der Bevölkerung mit den nötigsten Gütern des täglichen Bedarfs nur unzureichend gewährleistet werden. Diese Phase war jedoch auch geprägt von personellen, institutionellen und politischen Kontinuitäten, die dazu beitrugen, dass der Übergang Salzburgs vom Kronland zum Bundesland vergleichsweise ruhig und ohne blutige Ausschreitungen verlief. Die Aufsätze im neuen Sammelband versuchen diesen Zeitraum aus den verschiedensten Perspektiven zu beleuchten.

Bibliographische Daten

Oskar Dohle/Thomas Mitterecker (Hrsg.), „Salzburg 1918 - 1919. Vom Kronland zum Bundesland“. Schriftenreihe des Forschungsinstitutes für politisch-historische Studien der Dr. Wilfried-Haslauer-Bibliothek, Bd. 68, Schriftenreihe des Archivs der Erzdiözese Salzburg Bd. 19, Schriftenreihe des Salzburger Landesarchivs Nr. 29. Wien 2018. Das Buch ist um 41 Euro im Buchhandel erhältlich. LK_181113_20 (kg/mel)

Medienrückfragen: Christian Pucher, Büro Landeshauptmann Wilfried Haslauer, Tel.: +43 662 8042-2325, Mobil: +43 664 88719098, E-Mail: christian.pucher@salzburg.gv.at

Redaktion: Landes-Medienzentrum.