Lebensgroßes Mammut als Star im Haus der Natur

Schellhorn: Neue Dauerausstellung „Eiszeit und Klima“

Salzburger Landeskorrespondenz, 15.11.2018
 

(HP) Eine 1.000 Meter dicke Eisdecke über Salzburg, Mammuts grasen am Rande des Salzachgletschers, Höhlenlöwen halten Ausschau nach Beute. Die neue Dauerausstellung „Eiszeit und Klima“ im Haus der Natur gibt spannende Einblicke in die vergangenen 2,6 Millionen Jahre und zeigt Originalfunde wie etwa das Skelett eines Höhlenbären oder lebensgroße Riesenhirsche und Höhlenhyänen.

Auch das Phänomen der Klimaschwankungen wird anhand der Kälteperioden veranschaulicht. "Klimawandel ist und bleibt ein Dauerbrenner. Es ist wichtig zu verstehen, dass der jetzige Klimawandel zum Unterschied von früher nicht mehr natürlich ist, sondern von uns massiv verstärkt und beeinflusst wird. Ausstellungen wie diese stärken das Bewusstsein bei Kindern wie auch bei Erwachsenen“, ist Umwelt- und Klimaschutzreferent Landeshauptmann-Stellvertreter Heinrich Schellhorn überzeugt.

Salzburg unter Eisschicht begraben

Die Schau zeigt unter anderem, wie der Erdball zur Zeit der jüngsten Eiszeit vor rund 20.000 Jahren aussah: Ein Drittel der Erdoberfläche war von Eis bedeckt - heute sind es etwa zehn Prozent. Die Stadt Salzburg lag unter einer 1.000 Meter dicken winterlichen Schicht begraben und im Salzburger Becken vereinigten sich die Eisströme aus den Hohen Tauern und Kalkalpen, bildeten einen großen Vorlandgletscher. Ein Modell des Salzachgletschers zeigt die Situation beim Höchststand vor 25.000 Jahren. Per Knopfdruck lässt sich die Eisdecke anheben und die Landschaft - wie wir sie heute kennen - kommt zum Vorschein.

Neandertaler und moderner Mensch

In diesem kälter werdenden Klima am Anfang des Eiszeitalters tauchte der Mensch in der Erdgeschichte auf. Vor etwa 2,6 Millionen Jahren entwickelten sich in Afrika die ersten Individuen aus der Gattung „Homo“. Dioramen zeigen im Haus der Natur Szenen aus dem täglichen Leben der Neandertaler sowie des modernen Menschen vor 25.000 Jahren.

Edelweiß und Enzian stammten aus Asien

Schließlich geht die Ausstellung auch ausführlich auf Flora und Fauna ein. Edelweiß und Enzian sind eigentlich keine Alpenpflanzen, sondern gelangten im Zuge der Klimaschwankungen aus Asien hierher bevor sie zum Symbol für Heimat und Berge wurden. Vor 60.000 Jahren sind Höhlenlöwen in die Alpen eingewandert, auch der Schneehase hat sich immer weiterverbreitet und 18.000 Jahre ist es her, dass in Österreich noch Mammuts lebten.

Lebensgroßes Mammut als Star der Ausstellung

Neben Originalfunden von Knochen der Tiere sind im Rahmen der Ausstellung auch Modelle aufgestellt. Dabei ragt ein drei Meter hohes und 800 Kilo schweres Mammut im wahrsten Sinne des Wortes heraus. Es wurde heuer im Sommer in einer aufwendigen nächtlichen Aktion von einem Spezialkran in den Innenhof des Museums gehievt. LK_181115_30 (jus/mel)

Medienrückfragen: Johanna Jenner, Büro LH-Stv. Heinrich Schellhorn, Tel.: +43 662 8042-4841, Mobil: +43 664 8565718, E-Mail: johanna.jenner@salzburg.gv.at

Redaktion: Landes-Medienzentrum