Gleichstellung noch in weiter Ferne

Klambauer präsentierte Frauenzahlen 2018: Maßnahmen tragen Früchte

Salzburger Landeskorrespondenz, 04.12.2018
 

(LK)  Frauen sind zwar immer höher gebildet, die Erwerbsquote ist hingegen in etwa gleichgeblieben, in der Politik sind sie nach wie vor unterrepräsentiert, und sie verdienen noch immer deutlich weniger als Männer: Das sind die wichtigsten Ergebnisse der Erhebung der Frauenzahlen 2018, die Landesrätin Andrea Klambauer heute mit dem Leiter der Landesstatistik, Gernot Filipp, präsentierte.

„Der Weg hin zu Geschlechtergerechtigkeit ist leider kein gerader und einfacher. Entsprechend betrachte ich die vorliegende Ausgabe der Salzburger Frauenzahlen mit gemischten Gefühlen. Viele Maßnahmen tragen bereits Früchte und die Zahlen belegen, dass wir auf dem richtigen Weg sind. In vielen Bereichen gehen diese Veränderung jedoch zu langsam voran, und es wird deutlich, dass wir gefordert sind, ständig an einer Verbesserung zu arbeiten“, ist Frauenreferentin Klambauer überzeugt.

Sprachrohr sein für die Anliegen der Frauen

"Wir leben in einer Zeit von wachsender Instabilität und Unsicherheit – auch in Bezug auf Arbeit und deren Rahmenbedingungen. Man denke dabei an Schlagwörter wie Digitalisierung, Lockerung des Arbeitnehmerinnenschutzes, Verknappung von leistbarem Wohnraum, Einkommensschere und Vereinbarkeit von Beruf und Familie“, so Daniela Diethör vom Verein Frau und Arbeit.

„Daher sehe ich es auch als Aufgabe der Frau & Arbeit GmbH, unsere Kundinnen in jeder Hinsicht zu stärken, Potenziale weiterzuentwickeln, Lösungen für unterschiedlichste Problemstellungen gemeinsam zu erarbeiten, regional präsent und darüber hinaus auch Sprachrohr für diese unterschiedlichsten Lebenssituationen von Frauen und die damit verbundenen Bedürfnisse im Kontext von Arbeitsmarkt und Berufstätigkeit zu sein“, betont Diethör.

Gute Ausbildung soll berufliche Früchte tragen

In der Bildung setzt sich die Erfolgsgeschichte der Frauen weiter fort. Der weibliche Anteil mit Pflichtschulabschluss als höchster Ausbildung sinkt in Salzburg weiter, während sich ihr Anteil mit universitärer Ausbildung deutlich erhöht hat. Bei Matura und Hochschulabschluss als höchster Schulbildung haben Frauen die Männer bereits deutlich überholt. Lediglich bei den technischen Ausbildungsrichtungen und MINT-Berufen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) gibt es noch Nachholbedarf. „Aber auch hier konnte ein Anstieg des Frauenanteils bei den MINT-Uni-Abschlüssen erreicht werden“, zeigt sich Klambauer erfreut.

Weiters wies die Frauenreferentin darauf hin, dass bei den Ärztinnen und Ärzten in Ausbildung die Frauen bereits in der Mehrheit seien, der Anteil bei den Fachärztinnen und -ärzten aber noch unter einem Drittel liege. „Mein Ziel ist, dass sich die sehr gute Ausbildung der Frauen auch in beruflichem Erfolg niederschlägt“, so die Landesrätin.

Erwerbstätigkeit blieb gleich, mehr Kinderbetreuungsplätze

Die Erwerbsquote der Frauen ist im Jahr 2017 de facto konstant geblieben. Leicht erhöht hat sich der Anteil der weiblichen Vollzeitbeschäftigten, während der Anteil der Teilzeit und geringfügig Arbeitenden leicht gesunken ist. Die Anzahl der Kinderbetreuungsplätze hat sich weiter erhöht und führte zu einem Anstieg der Betreuungsquoten in allen Altersgruppen. Die Betreuungsplätze für die unter Dreijährigen konnten in den vergangenen zehn Jahren sogar verdoppelt werden.

Frauen verdienen immer noch deutlich weniger

Dringender Handlungsbedarf besteht weiterhin rund um die sozioökonomische Situation der Frauen. Der „Gender Pay Gap“ hat sich in den vergangenen fünf Jahren zwar um drei Prozentpunkte reduziert, ist mit 18,4 Prozent aber immer noch viel zu hoch. Frauen verdienen immer noch deutlich weniger als ihre männlichen Kollegen. Die Ursachen sind vielschichtig, und es bedarf geeigneter Maßnahmen auf vielen Ebenen.

Nach wie vor in der Politik unterrepräsentiert

Handlungsbedarf gibt es nach wie vor bei der politischen Teilnahme von Frauen. Bei den politischen Funktionen auf allen regionalen Ebenen liegt ihr Anteil deutlich unter der 50-Prozent-Marke, und auch im längerfristigen Vergleich gibt es nur wenig Veränderung.

Nur fünf Bürgermeisterinnen in 119 Gemeinden

Es braucht jedoch eine starke politische Vertretung und das Ermöglichen einer gerechten Teilhabe. In den Salzburger Gemeinden sind derzeit 114 Bürgermeister und nur fünf Bürgermeisterinnen tätig, das sind lediglich 4,2 Prozent. Hier ist Druck von vielen Seiten nötig, damit sich die Situation ändert. „Oftmals sind Strukturen so gestaltet, dass Frauen eine politische Teilhabe schwergemacht wird. Es gilt, diese Rahmenbedingungen zu verbessern“, ist Klambauer überzeugt.

Höhere Bildung und mehr Kinderbetreuungsplätze gegen Altersarmut

Der Ausbau der Kinderbetreuung ist wichtig, um Frauen den Wiedereinstieg ins Berufsleben zu ermöglichen. Bei der Berufsausbildung holen die Frauen auf und erreichen zunehmend höhere Bildungsabschlüsse. „Beides sind wichtige Voraussetzungen, um Altersarmut zu vermeiden, die derzeit mehrheitlich Frauen betrifft“, so die Frauenreferentin abschließend. LK_181204_10 (ram/sab)

Medienrückfragen: Melanie Reinhardt, Büro Landesrätin Andrea Klambauer, Tel.: +43 662 8042-4910, Mobil: +43 664 5405895, E-Mail: melanie.reinhardt@salzburg.gv.at

Redaktion: Landes-Medienzentrum