Managementplan „Wolf“ fertig

Schwaiger: Sicherheit der Menschen und Erhaltung der Almwirtschaft haben Vorrang / Vorbereitung auf die Rückkehr des Beutegreifers

Salzburger Landeskorrespondenz, 18.12.2018
 

(LK) Das Land Salzburg setzt das 5-Punkte-Programm zum Thema „Wolf“ weiter um. Nach der Bestellung eines Wolfsbeauftragten und der Intensivierung der Herdenschutzmaßnahmen inklusive der effizienten Abwicklung von Entschädigungen ist nun der Entwurf des Managementplans fertig. Landesrat Josef Schwaiger: „Wir werden diesen dem Koordinierungsgremium, das am Freitag wieder zusammentrifft, präsentieren.

20 Seiten umfasst der Managementplan, der jetzt auf dem Tisch liegt. Die Expertenrunde wird sich am kommenden Freitag mit dem Entwurf beschäftigen. Landesrat Josef Schwaiger: „Ein weiterer, wichtiger Schritt, um unser 5-Punkte-Programm umzusetzen.“ Es wurde nach mehreren, durch DNA-Proben bestätigte Wolfsrisse im Frühsommer initiiert. „Und es werden weitere kommen, denn rund um uns, in Österreich und den Nachbarländern, leben bereits viele Einzeltiere und auch Rudel. Deshalb wollen wir optimal vorbereitet sein“, sind sich Schwaiger und der im Mai eingesetzte Wolfsbeauftragte Hubert Stock einig.

Wolfsmanagement-Plan des Landes im Detail

  • Grundlage sind die rechtlichen Rahmenbedingungen, die mit allen Interessengruppen abgestimmt sind.
  • Das Wolfsmanagement wird in Abstimmung mit den anderen Bundesländern im Rahmen des Österreichzentrums Wolf, Bär, Luchs erfolgen.
  • Möglichkeiten der Prävention werden auf ihre Anwendbarkeit überprüft und weiterentwickelt.
  • Maßnahmen zur Abwendung von durch Wölfe verursachte Schäden an Nutztieren werden vorangetrieben und gefördert.
  • Das Monitoring von Wölfen sowie die Beratung vor Ort und Begutachtung von Nutz‐ und Wildtierrissen erfolgen durch die vom Land Salzburg beauftragten Personen.
  • Eingetretene und durch die Schadensbegutachter bestätigte Schäden werden rasch und unbürokratisch abgegolten.
  • Die Sicherheit der Menschen hat jedenfalls Vorrang vor dem Schutz der Wölfe. Zudem sind wirtschaftliche, soziale, kulturelle und regionale Anforderungen zu berücksichtigen.
  • Die Öffentlichkeit wird über Biologie, Ökologie und Situation der Wölfe in Salzburg sowie über die Maßnahmen des Wolfsmanagements transparent und aktuell informiert.

Erfahrungen aus anderen Ländern als Basis

Der Managementplan, der nun vorliegt, basiert auf dem Österreichischen Managementplan aus dem Jahr 2012 sowie auf Konzepten aus Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und der Schweiz. Salzburger Erkenntnisse und Erfahrungen wurden eingearbeitet. „Das Ziel ist, eine Struktur zu schaffen, um die Konflikte in Zusammenhang mit der Rückkehr des Wolfes zu entschärfen“, erklärt Hubert Stock.

Salzburgs Definition von „Problemwolf“

Im österreichischen Wolfsmanagementplan 2012 gibt es eine genaue Definition von Problemwölfen in Bezug auf die Gefährdung von Menschen und Nutztieren. „Diese wurde in Salzburg nach dem Vorbild der Schweiz um den Aspekt der, trotz zumutbarer Herdenschutzmaßnahmen auftretenden, gravierenden Schäden im Nutztierbereich ergänzt. Wölfe, die sich auf das Erlegen von Nutztieren spezialisieren und großen Schaden verursachen, sollen demnach entnommen werden.“, unterstreicht Schwaiger.

Verhandlungen über Schutzstatus

Außerdem wird auf EU-Ebene über den Schutzstatus verhandelt. Jedenfalls wird dabei vom Land Salzburg eine Herabstufung des Status in der FFH Richtlinie angestrebt. Überdies bedarf es einer Klarstellung der Definition des guten Erhaltungszustands, wie es im 5-Punkte-Programm festgehalten ist. LK_181219_70 (mel/sm)

Medienrückfragen: Martin Wautischer, Büro Landesrat Josef Schwaiger, Tel.: +43 662 8042-2700, Mobil: +43 664 3122368, E-Mail: martin.wautischer@salzburg.gv.at

Redaktion: Melanie Hutter/Landes-Medienzentrum