Ganz nahe am Bürger

150 Jahre Bezirkshauptmannschaften / Moderne Anlaufstellen / Rund 600 Aufgabenbereiche

Salzburger Landeskorrespondenz, 12.12.2018
 

(LK) Die Bezirkshauptmannschaften feiern heuer einen runden Geburtstag: Sie wurden vor 150 Jahren gegründet. Arbeit und Selbstverständnis haben sich im Lauf der Zeit geändert, heutzutage wird Service großgeschrieben. So sind die fünf Bezirksverwaltungsbehörden im Land moderne Anlaufstellen für die Bürgerinnen und Bürger der Region und zuständig für rund 600 Aufgabenbereiche.

Vom Pass bis zum Führerschein, von der gewerbebehördlichen Genehmigung, Forstagenden, Jagd- und Fischereikarten sowie Gesundheitsfragen bis hin zu Wahlen und Katastrophenschutz. Breit gefächert sind die Belange, um die sich in den Bezirkshauptmannschaften – Hallein, Salzburg-Umgebung, St. Johann im Pongau, Tamsweg und Zell am See – insgesamt 550 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kümmern. In Österreich gibt es 79 politische Bezirke mit einer Bezirksverwaltungsbehörde, fünf davon in Salzburg. Den sechsten bildet die Landeshauptstadt Salzburg als die einzige Stadt des Landes mit eigenem Statut.

Pfeiler der staatlichen Verwaltung

„Unser Erfolgsrezept liegt in der Bürgernähe und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Die Bezirksverwaltungsbehörden sind mit ihrer Kundenorientiertheit, der Kompetenz und dem Engagement ihrer Mitarbeitenden die Pfeiler und das Aushängeschild der staatlichen Verwaltung“, ist zum Beispiel der Pongauer Bezirkshauptmann Harald Wimmer überzeugt.

Partnerschaft im Mittelpunkt

Als ausführendes Organ der gesetzgebenden Körperschaften sind die Bezirkshauptmannschaften ganz nahe am Bürger und im engen Kontakt mit Ämtern, Organisationen und Institutionen. „Als Verwaltungsbehörde sind wir eingebettet in ein soziales, ökonomisches und politisches Umfeld. Die Bezirkshauptmannschaft ist so eine Drehscheibe zwischen Bürger, Gesellschaft und privaten Märkten“, bringt es Wimmers Lungauer Kollegin Michaela Rohrmoser auf den Punkt: „Für uns ist klar, dass der Mensch im Mittelpunkt unserer Tätigkeit zu stehen hat und so ist der partnerschaftliche Kontakt zwischen Behörde und Bürger heute eine Selbstverständlichkeit.“

Bürgernah und schnell

„Durch die Digitalisierung und neue, effiziente Abläufe wie etwa konzentrierte Verfahren hat sich unsere Arbeit in den vergangenen Jahren stark verändert. Dies kommt in erster Linie den Bürgerinnen und Bürgern zugute, indem sie Genehmigungen, Entscheidungen und so weiter rascher erhalten. In puncto Schnelligkeit liegen wir hier in Salzburg österreichweit im Spitzenfeld“, weiß der Pinzgauer Bezirkshauptmann Bernhard Gratz

Verlässlichkeit und Fairness

Die Frage nach den größten aktuellen Herausforderungen beantwortet der Tennengauer Bezirkschef Helmut Fürst so: „In einer sich rasch verändernden Umwelt Verlässlichkeit, Berechenbarkeit und Fairness leben und damit dem Auseinandertriften der Gesellschaft entgegenzuwirken. Wir können so viel für das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung tun.“

Planungen für Übersiedlung laufen

Zu einer effizienten, bürgernahen Serviceeinrichtung gehören adäquate Rahmenbedingungen. Zuletzt wurde vor zwei Jahren die neue Bezirkshauptmannschaft in Hallein eröffnet. Für Salzburg-Umgebung gibt es in dieser Hinsicht konkrete Ideen. „Mit der geplanten Verlegung des Amtssitzes der Flachgauer Bezirkshauptmannschaft nach Seekirchen - unter gleichzeitiger Belassung einer Außenstelle am derzeitigen Standort in der Stadt Salzburg - wird ein entscheidender Schritt zur Regionalisierung der Verwaltung gesetzt. Die Entflechtung der Verkehrsströme im Salzburger Zentralraum sowie intensivere Kundennähe stehen dabei im Mittelpunkt", blickt Bezirkshauptmann Reinhold Mayer in die nähere Zukunft.

Vor 150 Jahren: Reform von Verfassung und Verwaltung

Es war genau am 19. Mai 1868, als das Gesetz über die Errichtung der politischen Verwaltungsbehörden beschlossen wurde. Die Revolution des Jahres 1848 brachte nicht nur ein neues Staatsoberhaupt an der Spitze des Kaiserreiches Österreich, sie brachte vor allem eine umfassende Reform von Verfassung und Verwaltung.

Geburtsstunde der Bezirkshauptmannschaften

Das bis dahin bestehende System der Grundherrschaften wurde beseitigt. Die politischen und richterlichen Funktionen wurden nun vom Staat übernommen. Grundlage dafür bildete eine neue Territorialeinteilung, die für Verwaltung und Gerichtsbarkeit klar definierte Gebiete vorsah. Mit der Märzverfassung 1849, die eine strikte Trennung von Exekutive und Legislative vorsah, wurde der Aufbau der beiden neuen Behörden, Bezirkshauptmannschaft und Bezirksgericht, in Angriff genommen.

Zum 150-Jahre-Jubiläum gab es heuer österreichweit zahlreiche Ausstellungen, „Tage der offenen Tür“, einen großen Festakt in der Alten Universität Graz und auch eine Sonderbriefmarke der Österreichischen Post AG. LK_1812012_20 (kg/mel)

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