Lieber Apfel als Zitrone auf dem Schulweg

259 Schüler verteilten mit der Polizei Lob oder Ermahnungen an Fahrzeuglenker

Salzburger Landeskorrespondenz, 18.12.2018
 

(HP)  Apfel oder Zitrone, süß oder sauer! Bei dieser Aktion übernehmen die Schulkinder die Verkehrserziehung. Gemeinsam mit Polizei und Aktionsbetreuern messen sie mit einer mobilen Tempoanzeige oder einer Messpistole vor der Schule die Geschwindigkeit vorbeifahrender Fahrzeuge: Wer sich an Tempolimits hält, wird gelobt und bekommt einen „süßen“ Apfel. Wer zu schnell ist, wird nett ermahnt und erhält eine „saure“ Zitrone sowie ein Erinnerungsbild.

2018 wurde die Verkehrssicherheitsaktion „Apfel-Zitrone“ des Landes und des KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit) an 14 Schulen in Salzburg umgesetzt. 259 Schülerinnen und Schüler führten dabei unterstützt von der Polizei Geschwindigkeitsmessungen im Schulbereich durch und verteilten Äpfel oder Zitronen an die Fahrzeuglenkerinnen und -lenker. Interessierte Schulen können sich bereits für das nächste Jahr per E-Mail unter kfv@kfv.at kostenlos anmelden.

Für mehr Sicherheit im Schulumfeld

„Ziel ist es, Bewusstsein für die Schwächsten im Straßenverkehr zu schaffen“, sagt Verkehrslandesrat Stefan Schnöll. „Überhöhte Geschwindigkeit gefährdet unsere Kinder. Tempolimits einzuhalten bedeutet, das Unfall- und Verletzungsrisiko zu reduzieren und Fußgänger, insbesondere die Schulkinder, im Straßenverkehr zu schützen. Zehn Minuten früher losfahren und dann mit angepasster Geschwindigkeit, das kann Leben retten“, so Schnöll.

Zeit sparen durch Schnellfahren ist ein Mythos

„Außerdem ist es ein Mythos, dass durch Schnellfahren, Vordrängen, riskante Überholmanöver oder sonstige Tricks Zeit gespart wird“, erläutert Martin Pfanner, Verkehrsexperte vom KFV. „Dass ein paar km/h mehr ein paar Minuten weniger sind, diese Gleichung geht nicht immer auf. Garantiert ist nur, dass man das eigene Leben und das der Anderen gefährdet“, betont Pfanner.

Unfallstatistik zeigt: Einhaltung des Tempolimits wichtig

Wie wichtig die Einhaltung des Geschwindigkeitslimits vor allem im Schulumfeld ist, zeigt die Unfallstatistik: 2017 wurden 333 Schüler im Alter von sechs bis 15 Jahren auf Salzburgs Straßen verletzt, 39 davon auf dem Weg von oder zur Schule. Das Unfallrisiko für Kinder im Straßenverkehr ist aus mehreren Gründen besonders hoch: „Zum einen müssen Kinder erst lernen, sich auf den Verkehr zu konzentrieren sowie Geschwindigkeiten und Abstände richtig einzuschätzen. Zum anderen machen die Erwachsenen im Straßenverkehr Fehler, indem sie Geschwindigkeitsbegrenzungen überschreiten und somit nachhaltig das Risiko von Verkehrsunfällen erhöhen“, erklärt Pfanner.

Anhalteweg wird unterschätzt

Rund 40 Prozent aller Fahrzeuglenker fahren nicht die vorgeschriebenen 50 km/h im Ortsgebiet, bei Tempo-30-Limits missachten sogar 60 Prozent die gesetzlich festgesetzte Geschwindigkeitsgrenze. Dabei wird häufig der Anhalteweg unterschätzt: 70 km/h statt 50 km/h bedeuten eine Verlängerung des Anhaltewegs um 18 Meter. Und mit der Höhe der Geschwindigkeit nimmt leider häufig auch die Bereitschaft ab, vor dem Schutzweg anzuhalten.

Richtiges Verhalten im Straßenverkehr fördern

Bei der Aktion wird durch den direkten Kontakt mit den Kindern den Fahrzeuglenkern nachhaltig vor Augen geführt, dass durch überhöhte Geschwindigkeit Menschenleben leichtsinnig gefährdet werden. „Wenn Raser von der Polizei zur Kasse gebeten werden, ist dies eine unangenehme Sache. So richtig unangenehm wird es aber, wenn eine ganze Klasse von Schulkindern um mehr Rücksicht bittet. Die Fahrzeuglenker werden dabei aus der täglichen Routine wachgerüttelt und sind dann – hoffentlich – vor allem im Bereich von Schulen wieder konzentrierter unterwegs“, so Landesrat Schnöll. LK_181218_50 (grs/sab)

Medienrückfragen: Christoph Bayrhammer, Büro Landesrat Stefan Schnöll, Tel.: +43 662 8042-3341, Mobil: +43 664 6190071, E-Mail: christoph.bayrhammer@salzburg.gv.at

Redaktion: Landes-Medienzentrum