Krippenbaumeister aus Leidenschaft

Halleiner schuf die Franz Xaver Gruber-Krippe neu

Salzburger Landeskorrespondenz, 21.12.2018
 

(LK) Für Christian Haipl ist jetzt Hochsaison. Denn als Krippenbaumeister ist er jetzt in der Weihnachtszeit ganz besonders gefragt. Beinahe täglich tüftelt der 79-jährige Halleiner in seiner etwa fünf Quadratmeter großen Werkstatt, wo er auch die verschollene Franz-Xaver-Gruber-Krippe aus dem 19. Jahrhundert nachgebaut hat. Mit dem Landes-Medienzentrum spricht der ehemalige Bademeister über seine Leidenschaft und Kindheitserinnerungen.
 


„Wir hatten damals nicht viel, es gab weder Handy noch Fernsehen, wir waren also erfinderisch und haben in unserer Freizeit aus Stofffetzen, Mehl und Wachs Krippen gebaut“, erinnert sich der gelernte Maler- und Anstreicher an seine frühe Jugend zurück und ergänzt: „Einmal im Jahr habe ich mir dann eine Figur gewünscht. Und ich weiß noch ganz genau, wie stolz ich jedes Mal war.“

Bergfex mit kreativen Wurzeln

Erst 50 Jahre später machte der ehemalige Bademeister sein Hobby zum Beruf. „Zum 60. Geburtstag schenkten mir meine „Bergspezl“ einen Krippenbaukurs. Dort habe ich dann gelernt, welche Werkstoffe man sonst auch noch verwenden kann“, schmunzelt er. Seine Bauelemente wie Wurzeln, Steine und Tannenzapfen findet er für gewöhnlich am Berg oder im Wald.

Tränen der Rührung als „Lohn“

Vor Aufträgen kann sich der ehemalige Bademeister kaum retten. Mehr als 100 Krippen hat er bereits kreiert. Eines ist für ihn aber klar: Verdienen will er dabei nichts. „Einmal habe ich für ein Seniorenwohnheim eine Krippe gebaut, am Heiligen Abend hatten dann alle Tränen in den Augen. Das alleine war es schon wert“, erinnert sich Christian Haipl.

Vier Monate für die Franz Xaver Gruber-Krippe

Der wohl größte Auftrag des Halleiners: die Mitte des 19. Jahrhunderts verschollene Franz-Xaver-Gruber-Krippe nachzubauen. Vier Monate werkte er anhand einer Bildvorlage und einigen Beschreibungen aus Tagebucheinträgen an der 150 Jahre alten Krippe. „Die Herausforderung waren die Farbgebung sowie die Materialien. Gruber hat beispielsweise aus Watte einen Wasserfall gebaut. Auf die Idee wäre ich nie gekommen“, erzählt der Krippenbaumeister sichtlich stolz. Zu sehen ist sein Nachbau im Salzbergwerk Hallein. LK_181221_30 (jus/mel)

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Redaktion: Landes-Medienzentrum