Ereignisreicher „Schnee-Samstag“ in Salzburg

Zahlreiche Straßensperren / Glemmtal und Obertauern nicht erreichbar / Mehr als 800 Feuerwehrleute im Einsatz

Salzburger Landeskorrespondenz, 05.01.2019
 

(LK)  Der heutige Tag hat die warnenden Vorhersagen der Experten von meterhohem Neuschnee und großer Lawinengefahr mit spontanen Abgängen mehr als bestätigt. Zahlreiche Straßen mussten gesperrt werden, ein Tourengeher überlebte in einer Lawine, die Schneeräumtrupps arbeiteten unermüdlich, die Feuerwehr verzeichnete insgesamt rund 100 Einsätze, einige Orte sind von der Außenwelt abgeschnitten.

Laut Bernhard Niedermoser, Leiter der Lawinenwarnzentrale, bleibt die Situation auch über Nacht „sehr heikel“. Weiterhin große Gefahr geht durch spontan ausgelöste Lawinen aus. Exponierte Verkehrswege können betroffen sein. Die Lawinenwarnstufe 4 wird daher das ganze Wochenende bleiben, auch wenn ab Mitternacht mit etwas weniger Schneefall gerechnet werden kann. Vor Skitouren und Variantenfahrten wird also weiterhin dringend abgeraten.

830 Feuerwehrleute im Einsatz

Inzwischen liegt an diesem ereignisreichen Tag auch schon eine erste Einsatzstatistik der Feuerwehr vor. 830 Helfer waren am Samstag beschäftigt, selbst am Abend gegen 19.30 Uhr waren noch 22 Einsätze im Gange. Hauptsächlich mussten umgestürzte Bäume entfernt sowie Lastwagen und Fahrzeuge geborgen werden.

Katschbergstraße und Glemmtal gesperrt

In St. Koloman mussten nach spontanen Lawinenabgängen auf die Fahrbahn einige Gemeindestraßen gesperrt werden. Eingeschlossene Personen in teilverschütteten Autos konnten befreit werden. Gesperrt ist die B99 Katschberg Straße zwischen Untertauern und Vordertweng. Geplant war das ab 17 Uhr, kleinere Lawinenabgänge auf die Nordrampe (Untertauern) machten hier eine frühere Sperre nötig. Auch der Felbertauern, also die Verbindung nach Matrei, ist nicht passierbar, die Orte Viehhofen und Saalbach-Hinterglemm sind durch die Sperre der L111 Glemmtaler Straße ab Maishofen nicht erreichbar. Nach wie vor ist die Strecke über den Dientner Sattel und Filzensattel zu. Das Saalachtal ist zwischen Saalfelden (Brandlhof) und Weißbach wegen Lawinengefahr gesperrt (ab 22 Uhr).

Lawinensprengungen an der A10 bei Flachau

Sonntagfrüh werden im Bereich Flachau entlang der A10 wieder Lawinen abgesprengt. Die Tauernautobahn wird hier zwischen 8.30 und 9.30 Uhr gesperrt sein. Auch der Winterdienst des Landes Salzburg war am Samstag unermüdlich im Einsatz. Zahlreiche Mitarbeiter, an extremen Tagen bis zu 180, sorgten für die Räumung der Straßen.

Tourengeher lebend aus Lawine geborgen

Ein Skitourengeher konnte im Gebiet der Schwalbenwand (Maria Alm/Maishofen) nach einer großen Suchaktion unverletzt und lebend geborgen werden. Laut Landesleiter Balthasar Laireiter stehen 2.000 Bergretter für Einsätze zur Verfügung. In Dienten gab es am Abend noch einen Sucheinsatz, im Ortsteil Berg sondierten die Bergretter einen Lawinenkegel, eine Meldung über eventuell verschüttete Personen gab es nicht. Auch das Bundesheer ist nach wie vor einsatzbereit.

Webseite des Landes für lokale Lawinenereignisse

Das Landes-Medienzentrum hat für Meldungen der örtlichen Lawinenwarnkommissionen und aktuelle Ereignisse eine eigene Webseite eingerichtet. Unter www.salzburg.gv.at/lawinenregional werden die Informationen laufend aktualisiert. Außerdem wird am Sonntag weiterhin aktuell von der Lage durch die große Lawinengefahr im Land berichtet. LK_190105_50 (grs/mel)

Weitere Informationen

Medienrückfragen: Franz Wieser, Pressesprecher Land Salzburg, Landes-Medienzentrum, Tel.: +43 662 8042-2365, Redaktionshandy: +43 664 3943735

Redaktion: Landes-Medienzentrum