Lawinensituation nach wie vor angespannt

Weiterhin Lawinenwarnstufe 4 / Schlechte Sicht macht Arbeit der Warnkommissionen schwierig / 1.500 Feuerwehrleute im Einsatz

Salzburger Landeskorrespondenz, 06.01.2019
 

(LK) Es bleibt auch in den nächsten Tagen tiefwinterlich, es wird weiter schneien und es herrscht nach wie vor eine hohe Gefährdungslage im Land. So präsentiert sich heute, am Dreikönigstag, die Situation in Salzburg. 70 Lawinenwarnkommissionen sind topmotiviert, schätzen die Lage professionell ein.

 

 

„Es herrscht nach wie vor Lawinenwarnstufe 4. In der Nacht sind nochmals 40 bis 80 Zentimeter Neuschnee dazugekommen. Weitere 15 bis 20 Zentimeter sind heute noch zu erwarten, vor allem im Pinzgau und in den Hohen Tauern“, so Bernhard Niedermoser, Leiter der Lawinenwarnzentrale. Am Nachmittag soll der Schneefall weniger werden, sich die Situation leicht entspannen, die große Lawinengefahr bleibt allerdings.

    Weitergin größte Gefahr abseits der gesicherten Pisten

Aber auf alle Fälle gilt eines weiterhin: Sich abseits von gesicherten Pisten aufzuhalten, ist für Wintersportler derzeit und auch in den nächsten Tagen lebensgefährlich. Aufgrund des labilen Schneedeckenaufbaus hat es in den vergangenen Stunden zahlreiche Abgänge von kleinen und mittleren Lawinen gegeben. „Sicher Hunderte, aber glücklicherweise keine großen Schadenslawinen“, weiß Niederhauser.

     Schwierige Arbeit der Lawinenkommissionen

Höchst gefordert, „aber topmotiviert und professionell“, wie Katastrophenreferent Norbert Altenhofer versichert, sind derzeit auch die örtlichen Lawinenwarnkommissionen, die auf Hochtouren arbeiten: Aufgrund der schlechten Sicht und da sich auch in den nächsten Tagen kein gutes Flugwetter ankündigt, ist es äußerst schwierig, die Lage zu bewerten.

     Gefährdung Dritter durch Unvernunft

Einige Wintersportler, die sich trotz aller Warnungen ins freie Gelände gewagt haben, konnten gerettet werden. „Völlig unverständlich ist auch die Unvernunft von einigen Personen, die beispielsweise die Straßensperre nach Obertauern aufgebrochen und dadurch nicht nur sich, sondern auch Dritte gefährdet haben“, betont Norbert Altenhofer, der auch Leiter des Salzburger Lawinenwarndienstes ist.

     Gesperrte Straßen

Eine Übersicht über die Straßensperren ist auf der Landes-Website zu finden. Nach wie vor nicht zu erreichen sind u.a. die Tourismusregionen Obertauern und Glemmtal. Die Straßen dorthin sowie die B 311 zwischen Saalfelden und Weißbach bei Lofer bleiben bis auf Weiteres gesperrt.

     Volksschule und Kindergarten in St. Koloman bleiben geschlossen

In St. Koloman, wo die örtliche Lawinenwarnkommission die Bewohner ersucht hat, heute ihre Häuser nicht zu verlassen, da Spontanabgänge von Lawinen in allen Hanglagen zu erwarten sind, blieben die Volksschule und der Kindergarten bis einschließlich Dienstag geschlossen. Am Dienstagabend wird dann entschieden, wie es weitergeht.

     Einsatzkräfte sorgen für funktionierende Infrastruktur

Die Räumdienste des Landes und in den Gemeinden, die Polizei und viele weitere Einsatzkräfte haben in den vergangenen Stunden alles getan, um eine funktionierende Infrastruktur sicherzustellen. Allein bei den Feuerwehren im Land waren seit gestern Früh rund 1.500 Kräfte im Einsatz. LK_190106_20 (kg/mel)

     Weitere Informationen

Medienrückfragen: Franz Wieser, Pressesprecher Land Salzburg, Landes-Medienzentrum, Tel.: +43 662 8042-2365, Redaktionshandy: +43 664 3943735

Redaktion: Landes-Medienzentrum