Familie und Gäste in Bad Vigaun ausgeflogen

Zehn Personen wohlauf / Saalbach-Hinterglemm wieder erreichbar / Weißbach und Obertauern abgeschnitten / Ein Tagesrückblick

Salzburger Landeskorrespondenz, 06.01.2019
 

(LK) Die Lawinengefahr hatte Salzburg auch an diesem Dreikönigssonntag fest im Griff. Hier die wichtigsten Ereignisse im Überblick: In Bad Vigaun wurden zehn Personen evakuiert. Alle sind wohlauf. Währenddessen ist Weißbach von der Umwelt abgeschnitten. Dafür ist das Glemmtal durch eine erfolgreiche Lawinensprengung wieder erreichbar. In St. Koloman bleiben Volksschule und Kindergarten bis Dienstagabend geschlossen.

 

 

Vorab die Prognose von Bernhard Niedermoser, Leiter der Lawinenzentrale: „Die Situation entspannt sich durch abklingenden Schneefall und Setzung der Schneedecke leicht, aber schon am Dienstag und vor allem am Mittwoch wird es wieder schneien. Die Lawinenwarnstufe 4 bleibt zumindest morgen am Montag aufrecht, es ist und bleibt sehr gefährlich.“ Alles zu den aktuellen Ereignissen und Straßensperren auf der Webseite des Landes.

Familie in Bad Vigaun ausgeflogen

Am Sonntagnachmittag wurde eine vierköpfige Familie, sechs Gäste und ein Hund von einem relativ abgelegenen Bauernhof evakuiert. „Der Hof mit Ferienwohnungen liegt sehr abgelegen, es sind einige Lawinen in der Nähe abgegangen, die Zufahrt wurde verschüttet. Außerdem wurde die Stromversorgung gekappt. Daher haben wir uns entschlossen, die zehn Personen und den Hund auszufliegen. Möglich war das, weil das Haus unter der Nebeldecke lag, die Sicht war daher ausreichend. Alle sind wohlauf“, versichert der Katastrophenschutzreferent des Tennengaus, Philipp Kogler. Die Gäste aus München sind bereits wieder abgereist, für die Familie hat die Gemeinde Bad Vigaun eine Unterkunft besorgt. Wann sie wieder nach Hause können, ist wegen der Lawinengefahr noch nicht absehbar.

Autokonvoi in Obertauern

Die Nordrampe von und nach Obertauern wurde am Sonntagnachmittag vorübergehend geöffnet, begleitet durch die Exekutive und von Einsatzkräften konnten zirka 800 Fahrzeuge von Obertauern nach Untertauern fahren und weitere 500 aus Richtung Radstadt nach Obertauern. Die Verbindung nach Tweng ist bis auf weiteres gesperrt. „Die Abwicklung des Konvois dauert länger, als wir geplant haben, das liegt hauptsächlich an der Undiszipliniertheit mancher Autofahrer. Ketten auf der falschen Achse montiert und so weiter. Da nur einspurig offen ist, steht alles, wenn nur ein Fahrzeug hängen bleibt“, schilderte Peter Aubrunner, Leiter der Lawinenwarnkommission Obertauern, die Situation am Sonntagabend gegen 18.30 Uhr. Und er fügte hinzu: „Ein großes Danke geht an die Feuerwehr, die Exekutive und die Straßenmeisterei, die leisten hier unglaublich viel.“

Glemmtal wieder erreichbar

Die Lawinensprengung im Glemmtal konnte am Nachmittag durchgeführt werden, die L111 ist wieder offen, Saalbach-Hinterglemm und Viehhofen nicht mehr von der Außenwelt abgeschnitten. Möglich wurde dies durch ein kurzes Fenster mit ausreichender Sicht, das einen Start des Helikopters erlaubte.

Weißbach harrt aus

Anders als im Glemmtal muss die B311 zwischen Saalfelden (Brandlhof) und St. Martin (Lamprechtshöhle) bis auf weiteres gesperrt bleiben, wie Bezirkshauptmann Bernhard Gratz mitteilt. Bürgermeister Josef Hohenwarter meinte dazu: „Es ist schon ein wenig bedrückend, wenn man weiß, dass man nicht weg kann. Bei uns ist das nicht nur für die Bewohner und Gäste ein Problem, sondern auch für die Landwirte, die Tausende Liter Milch nicht liefern können und nur beschränkte Lagermöglichkeiten haben.“

Schulfrei in St. Koloman

Obwohl am Montag die Weihnachtsferien vorbei sind, wird in St. Koloman keiner die Schulbank drücken. Bürgermeister Willi Wallinger hat veranlasst, dass aus Sicherheitsgründen Volksschule und Kindergarten geschlossen bleiben. Weitere Meldungen auf der Webseite des Landes. LK_190106_70 (mel/grs)

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Redaktion: Melanie Hutter/Landes-Medienzentrum