Alle kämpfen gegen die Schneemassen

Bundesheer-Einsatz erfolgreich / Die „Russenstraße“ im Flachgau ist wieder offen / Weißbach ist nicht mehr erreichbar

Salzburger Landeskorrespondenz, 08.01.2019
 

(LK) Das Land ist zweigeteilt. In der Stadt Salzburg fast grüne Wiesen und Matsch, im Flachgau, Tennengau, Pinzau, Pongau und kleinen Teilen des Lungaus Ausnahmezustand wegen der Schneemassen. Am Dienstag rückte das Bundesheer an, um zu helfen, auch private Unternehmen und Landwirte halfen, der Zusammenhalt im Land ist enorm. Und das braucht es auch in den kommenden Tagen. Es kommt noch mehr Schnee, die Lawinengefahr steigt wieder.

 

 

Hof, Faistenau, Hintersee, Ebenau, Plainfeld, St. Koloman und viele andere Gemeinden im „Schneestrich“ waren am Dienstag ganz besonders betroffen. Das Bundesheer entsendete über 100 Soldaten zu einem Assistenzeinsatz in St. Koloman, auch in Dienten und Maria Alm halfen die Männer. Ihre Mission: Öffentliche Gebäude von der Schneelast befreien, unter anderem in St. Koloman die Schule, wo die Kinder „schneefrei“ hatten.

Black Hawk-Hubschrauber im Einsatz

„In der Osterhorngruppe wurde die Lage besonders in Hintersee und Thalgauegg genau sondiert, hier rücken am Mittwoch die Soldaten an“, wie Michael Walder Katastrophenreferent der Bezirkshauptmannschaft Salzburg Umgebung bestätigt. Schon am Dienstag war hier ein Black Hawk-Hubschrauber des Bundesheeres im Einsatz. Weitere zwei Hubschrauber (OH 58 Kiowa) sind in der Schwarzenbergkaserne stationiert, eine AB212 wird in Saalfelden bereit stehen.

„Russenstraße“ wieder offen

Einen großen Erfolg können die Einsatzkräfte aus dem Flachgau vermelden: Die Enzersbergstraße, vielen als „Russenstraße“ bekannt, ist wieder offen. Dafür wurde die Felbertauernstraße zwischen Mittersill und Matrei wieder gesperrt, auch die Nordrampe nach Obertauern ist nach der vorübergehenden Öffnung am Dienstag wie geplant wieder geschlossen. Auch im Pinzgau musste die B311 wieder wegen der hohen Lawinengefahr zwischen Saalfelden (Brandlhof) und Weißbach gesperrt werden. Auch zwischen Weißbach und St. Martin geht nichts, die Gemeinde ist also wieder von der Außenwelt abgeschnitten.

Wieder Lawinenwarnstufe 4

Morgen, Mittwoch, wird es aufgrund der Wettersituation wieder flächendeckend im ganzen Land (bis auf einen kleinen Teil im Süden des Lungaus) Lawinenwarnstufe 4 geben. Das heißt, dass mittlere und große Lawinen spontan abgehen können. Außerdem wird die Schneelast auf den Dächern zu einem immer größeren Problem. Der Pinzgauer Bezirkshauptmann Bernhard Gratz: „Wir haben bereits meterhoch Schnee, zum Beispiel in Maria Alm und Dienten. Jetzt kommt noch einmal viel dazu. Ich schließe daher weitere Assistenzeinsätze des Bundesheeres nicht aus.“ LK_190108_70 (mel/fw)

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