Massive Neuschneemengen auch am Donnerstag

Alle warten auf Wetterbesserung / Hubschrauber für morgen startbereit / Bergrettung birgt in Maria Alm sechs Personen aus Gondel

Salzburger Landeskorrespondenz, 10.01.2019
 

(LK) Salzburg wieder im Bann der Schneemengen – das galt auch am Donnerstag. Stellenweise fiel ein halber Meter neue weiße Pracht. Zwar waren die Einsatzkräfte wieder voll gefordert, allerdings gibt es aus dem ganzen Land auch gute Nachrichten: In Kaprun konnten 30 eingeschlossene Personen aus dem Gasthaus Kesselfall in Sicherheit gebracht werden. Einige Straßenverbindungen sind wieder offen, Rußbach ist wieder zu erreichen. Am Freitag werden 350 Gäste von der Rudolfshütte in Uttendorf evakuiert, sofern es das Wetter zulässt. Die Prognose lässt alle zumindest hoffen.

 

 

Meteorologe Michael Butschek bestätigt, dass es morgen eine vorübergehende Wetterberuhigung geben wird. Das gibt den Einsatzkräften die Chance, aufzuräumen und den Hubschraubern des Bundesheeres zu starten. Erkundungsflüge sowie Lawinensprengungen und eine genauere Einschätzung der Lage sind dringend notwendig. Die Helikopter sind startklar, sobald sich dieses kleine Fenster und Zwischenhoch auftut. Butschek betont: „Morgen wollen wir alle verfügbaren Hubschrauber in die Luft bekommen und auch in die Lawinenanbruchgebiete vordringen, um die Lage zu erkunden, es gibt dafür auch schon Flugpläne. Es wird gemacht, was möglich ist, denn uns bereitet jetzt schon die Nacht von Sonntag auf Montag Sorgen. Dann gibt es wieder viel Neuschnee plus starken Wind.“

Bundesheerhubschrauber stehen bereit

Nicht zuletzt deshalb muss jede Minute mit Flugwetter genützt werden, der stellvertretende Militärkommandant Salzburgs, Günther Gann, dazu: „Es ist wirklich ein gewaltiger Schnee-Einbruch innerhalb von wenigen Tagen. Wir werden Erkundungsflüge durchführen und auch eventuell Lawinensprengungen mit Fluggerät unterstützen. Einige sogenannte ,Downwash-Aktionen‘, bei denen mit dem Wind der Rotorblätter die Bäume von der Schneelast befreit werden, waren bereits erfolgreich.“ 220 Soldaten sind derzeit in Salzburg im Einsatz, sie schaufeln, sie sägen und sie fliegen. 100 Mann der Pionierkompanie Villach wurden in die Krobatinkaserne nach St. Johann verlegt. Auch die Feuerwehr verzeichnete an diesem Schneetag wieder mehr als 500 Leute im Einsatz und mehr als 110 Einsätze.

Evakuierung im Stubachtal geplant

Am Freitag soll das vorübergehende Hoch auch für die Evakuierung der Rudolfshütte genützt werden. Dort werden 350 Personen mit der Weißsee Gletscherbahn zum Enzingerboden gebracht, anschließend fahren sie, begleitet von Einsatzkräften, nach Uttendorf. Gelungen ist eine ähnliche Aktion schon am Donnerstag. Zirka 30 Personen wurden aus dem Gasthaus Kesselfall in Kaprun gerettet. Währenddessen musste der Lammertalweg zur Aualm in Annaberg-Lungötz gesperrt und wegen der großen Lawinengefahr eine Ausgangssperre für die Bewohner von zirka 30 Häusern ausgesprochen werden.

Personen saßen in Maria Alm in Gondel fest

Währenddessen saßen wegen einer technischen Störung sechs Personen in der so genannten „Sinalco“-Gondelbahn in Maria Alm-Hintermoos fest. Die Bergrettung konnte sie alle unverletzt und wohlauf bergen.LK_190110_70 (mel/kg)

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