Lawinengefahr: Sechs Gemeinden nicht erreichbar

Schnee, Regen, Sturm: Arbeitsreiche Nacht wartet auf die Einsatzkräfte

Salzburger Landeskorrespondenz, 13.01.2019
 

(LK) Die Meteorologen haben Recht behalten, am Sonntag stürmte, schneite und regnete es in Salzburg. Die Lawinengefahr verschärfte sich wieder, fast im ganzen Land gilt Stufe 4, morgen wird sie im Bereich der Hohen Tauern vom Fuschertal westwärts und rund um den Hochkönig auf Stufe 5 steigen. Einige Hauptverbindungen mussten am Sonntag wieder gesperrt werden, sechs Orte sind damit nicht erreichbar.

 

 

Das sind Rauris durch eine drohende Lawine im Bereich Bruderhof sowie das untere Saalachtal mit Unken, Lofer, St. Martin und Weißbach. Hier sind die B311 zwischen Saalfelden (Brandlhof) und St. Martin (Lamprechtshöhle) als auch das Kleine deutsche Eck gesperrt. Als dann von Tiroler Seite vom Pass Strub auch nichts mehr ging, stand fest: Zirka 11.000 Personen sind nicht mit Fahrzeugen erreichbar.

17.000 Personen betroffen

Allein in Rauris warten 3.000 Bewohner und 2.000 Gäste, bis die Straße wieder aufgeht. Ab 20.30 Uhr wird auch Obertauern nicht mehr erreichbar sein, dann sind es insgesamt 17.000 Menschen in ganz Salzburg, die durch die Straßensperren von der Außenwelt abgeschnitten sind. „Sie alle sind medizinisch versorgt und wohlauf“, versichert Markus Kurcz, Einsatzleiter des Landes.

Der Wald ist schon „vorbelastet“

Viel Neuschnee kennen die Salzburger schon, dazu kamen am Sonntag Regen und Sturm. Landesforstdirektor Michael Mitter rechnet bei Windstärken bis zu 130 km/h vor allem in höheren Lagen damit, dass verstärkt Bäume knicken. „Bis auf 600 Meter Seehöhe sind die Bäume derzeit schneefrei, da wird es aus derzeitiger Sicht keine gröberen Probleme geben. Aber darüber ist die Belastung unverändert geblieben. Kommt jetzt wieder Schnee dazu, wird die Angriffsfläche für den Wind noch größer. Vor allem, wenn die weiße Last an den Ästen und Zweigen festgefroren ist. Und wir wissen nicht, wie sehr die Bäume schon vorgeschädigt sind“, schildert Mitter die Lage und fügt hinzu: „Im Normalfall, also ohne Zusatzbelastung, halten Bäume Windstärken von 130 bis 150 km/h stand.

Entschuldigt, wenn der Schulweg gefährlich ist

Nach dem Wochenende würde es für viele kleine Salzburgerinnen und Salzburger heißen „ab in die Schule!“. Aber: In Salzburg bleiben 32 Schulen geschlossen, vier haben Notbetrieb, in drei Schulen ist zwar kein Unterricht, sie bieten aber Betreuung. „Sollte die Schule geöffnet, der Schulweg aber gefährlich sein, sind die Kinder natürlich entschuldigt, aber bitte in der Schule Bescheid geben“, so Bildungslandesrätin Maria Hutter. Detaillierte Informationen für Eltern, Lehrer und Schüler gibt es unter  www.salzburg.gv.at/lawinenregional.

Kritische Nacht für die Einsatzkräfte und die Salzburger

Sturm, Schnee und Regen werden in der Nacht zum Montag ihren Höhepunkt erreichen. Auf die Einsatzkräfte kommt daher eine kritische Nacht zu. Landesfeuerwehrkommandant Leo Winter betont, dass dies nicht die erste ist. „Seit dem Beginn des Schnee-Ereignisses halfen mehr als 5.000 Mitglieder, diese hatten mehr als 1.000 Einsätze. Und sie werden weiter mit voller Kraft da sein“, versichert er. Und er schickt ein Dankeschön hinterher: „Ich bedanke mich ganz aufrichtig bei den Feuerwehrleuten, die meist ehrenamtlich arbeiten. Sie fragen nicht, was sie für den Einsatz bekommen, sie helfen einfach – Tag und Nacht, am Wochenende und wo immer sie gebraucht werden, wird die Freizeit für die Mitmenschen geopfert.“ LK_190113_70 (mel/sm)

Alle Informationen des Tages auf einen Blick

Medienrückfragen: Franz Wieser, Pressesprecher Land Salzburg, Landes-Medienzentrum, Tel.: +43 662 8042-2365, Redaktionshandy: +43 664 3943735

Redaktion: Melanie Hutter/Landes-Medienzentrum