Extrem viel Schnee setzt den Wildtieren zu

Jede Störung kann den Tod bedeuten

Salzburger Landeskorrespondenz, 17.01.2019
 

(LK) Viele unserer heimischen Wildtiere kämpfen derzeit ums Überleben. Durch die enormen Schneemengen der vergangenen Tage und den Futtermangel sind ihre Energiereserven bis zum Letzten erschöpft. „Jede unbedachte Störung durch uns Menschen zwingt sie in die Flucht, was sehr oft den Tod bedeutet“, daran erinnerte heute Landesrat Josef Schwaiger.

 

 

„Bitte daher unbedingt auf die Wildtiere Rücksicht nehmen“, appellierte Schwaiger an die Vernunft derer, die sich - sofern die Lawinenlage es erlaubt - in den nächsten Tagen ins freie Gelände aufmachen wollen. „Wenn viele Skitourengeher, Schneeschuhwanderer und Variantenfahrer abseits der Piste unterwegs sind, dann wird es für Wildtiere extrem kritisch“, befürchtet auch Hubert Stock von der Initiative „Respektiere deine Grenzen“. Daher sei es unbedingt notwendig, sich bei der Tourenplanung über die wichtigsten Verhaltensregeln zu informieren, unter anderen auf der Plattform www.respektieredeinegrenzen.at.

Schnee- und Birkhühner: „Kaltstart“ endet tödlich

Stock verdeutlicht die kritische Situation der Tiere mit einigen Beispielen: So lassen sich Schnee- und Birkhühner bei starkem Schneefall einschneien, um so vor der Kälte besser geschützt zu sein. Werden sie aufgescheucht, müssen sie einen „Kaltstart“ hinlegen, der Energieverlust ist enorm. Das endet oft mit dem Tod.

Kritische Lage für Gams- und Steinwild

Wirklich um ihr Überleben müssen derzeit auch Gams- und Steinwild kämpfen, die nicht gefüttert werden. Ihre Taktik: Möglichst wenig Bewegung während anhaltender Schneefälle, um nicht Energie zu verbrauchen, die sie durch das eingeschränkte Nahrungsangebot nicht mehr ausgleichen können. Erst wenn die hohen Bergrücken wieder schneefrei sind, können sie wieder an spärlich vorhandene Nahrung kommen. Werden sie in der ohnehin kritischen Lage gestört und müssen durch hohen Schnee flüchten, ist das ihr sicheres Todesurteil.     

Waldschäden durch Rot- und Rehwild

Jäger versorgen im Winter zwar Rot- und Rehwild mit Futter, aber auch in diesem Fall wirken sich unbedachte Störungen der Tiere an den Futterstellen dramatisch aus. Dazu Hubert Stock: „Sie kehren dann oft tagelang nicht mehr zur Fütterung zurück und sind gezwungen, sich von der Rinde der Bäume zu ernähren, was wiederum zu massiven Wildschäden am Wald führen kann.“     

Tipps, wie man die Tiere schützt

Wer also in nächster Zeit Ausflüge in Salzburgs verschneite Berge und Wälder unternehmen möchte, für den hält Stock folgende Tipps parat, wie man sich „im Wohnzimmer der Tiere“ rücksichtsvoll und respektvoll verhält:  

  • Schilder und Markierungen beachten.

  • Schon bei der Tourenplanung über "Ruhezonen" des Wildes informieren.

  • Fütterungen, freien Äsungsflächen und abgewehten Bergrücken großräumig ausweichen.

  • Wenn man auf Wild trifft, möglichst rasch und ruhig zurückziehen.

  • Wiederaufforstungsflächen meiden, die Skikanten zerstören die jungen Bäumchen.

  • Während der Dämmerungs- und Nachtzeit nicht mehr im Wald oder am Berg aufhalten.

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