13 Fragen und Antworten zu den Masern

Landessanitätsdirektorin Petra Juhasz zur hoch ansteckenden Krankheit

Salzburger Landeskorrespondenz, 05.02.2019
 

(LK) Masern, das ist weit mehr als eine Kinderkrankheit, die man eben durchmachen muss. Das Landes-Medienzentrum hat mit Landessanitätsdirektorin Petra Juhasz die wichtigsten Antworten auf die brisantesten Fragen rund um das Virus zusammengestellt.

  • Wie ansteckend sind Masern? Hoch ansteckend, eine der ansteckendsten Krankheiten überhaupt. Fast 100 Prozent der Exponierten erkrankt.
  • Wie stecke ich mich an? Per Tröpfcheninfektion aber auch über die Luft, es ist also kein direkter Kontakt nötig. In dem Raum, in dem sich eine infizierte Person befunden hat, ist eine Ansteckung bis zu zwei Stunden danach möglich. Das Virus „schwebt“ sozusagen so lange herum.
  • Wie lange bin ich ansteckend? Vier bis fünf Tage bevor der typische Ausschlag kommt, dann noch vier Tage nach Auftreten der Flecken. Man ist also schon ansteckend bevor man überhaupt weiß, dass man Masern hat. Am größten ist die Ansteckungsgefahr kurz bevor der Ausschlag auftritt.
  • Können Masern tödlich sein? Können sie. Besonders gefährlich sind sie für Säuglinge sowie Kinder bis zu fünf Jahren und dann wieder für Erwachsene. Das besonders Tückische: Haben Säuglinge Masern, kann sechs bis sieben Jahre danach als Komplikation eine Hirnentzündung auftreten. Diese kommt nicht oft vor, ist aber gefürchtet, weil sie fast immer tödlich endet. Man kann aber auch während der Masernerkrankung sterben, da das gesamte Immunsystem geschwächt ist und Superinfektionen auftreten können, wie Lungenentzündung oder auch hier Hirnentzündung (Gefahr von neurologischen Folgeschäden).
  • Sind Masern eine reine Kinderkrankheit? Nein, man kann sie in jedem Alter bekommen.
  • Wie lange ist die Inkubationszeit? Acht bis zehn Tage nach der Ansteckung beginnt das Vorstadium mit Fieber, Bindehautentzündung, Husten, Schnupfen und so weiter. Nach 14 Tagen kommt der typische Ausschlag, im Extremfall auch erst nach 21 Tagen. Darum diese drei Wochen, in denen man zum Beispiel nicht in die Schule, an den Arbeitsplatz oder zu Veranstaltungen darf.
  • Wie sehen die Symptome aus? Zuerst unspezifisch wie Husten, Schnupfen, Bindehautentzündung, Fieber oder auch weiße Flecken auf der Mundschleimhaut. Diese klingen dann oft vorübergehend ab bevor der Ausschlag kommt, typischerweise hinter den Ohren als erstes und dann am ganzen Körper.
  • Was mache ich, wenn ich die Masern habe? Zu Hause bleiben und telefonisch Kontakt mit einem Arzt aufnehmen. Dieser klärt dann die weitere Vorgangsweise. Gegen die Masern gibt es direkt keine Therapie, nur lindernde Maßnahmen und Bettruhe. Kommt eine bakterielle Superinfektion dazu, müssen eventuell Antibiotika verabreicht werden. Die helfen aber nur gegen die Superinfektion, nicht gegen die Masern direkt.
  • Welche Personen sind besonders gefährdet? Die Krankheit ist gefährlich vor allem für Säuglinge und Schwangere, die nicht geimpft werden können. Auch Menschen, die aufgrund einer Immunschwäche oder immunhemmenden Therapie diese Impfung nicht erhalten dürfen, sind einem hohen Risiko ausgesetzt.
  • Ab wann können Kinder geimpft werden? Laut Impfplan ab dem zehnten Lebensmonat das erste Mal. Die zweite Dosis folgt dann im 13. Monat. Es sind jedenfalls zwei Impfdosen nötig.
  • Ist eine nachträgliche Impfung sinnvoll? Ja, wenn sie innerhalb von 72 Stunden nach dem Erstkontakt mit einer infizierten Person verabreicht wird. Auch, wenn man später dran ist, kann der Krankheitsverlauf eventuell zumindest abgemildert werden. Impfen macht also immer Sinn.
  • Können sich auch chronisch kranke Menschen impfen lassen? Manche ja, das sollte man auf jeden Fall mit dem Arzt abklären.
  • Wie kann ich mich schützen? Nur durch die zweimalige Impfung. LK_190205_70 (mel/kg)

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Redaktion: Melanie Hutter/Landes-Medienzentrum