Regionalflughäfen brauchen Unterstützung der EU

Stöckl fordert Maßnahmen gegen Konzentration der Airlines auf Großflughäfen

Salzburger Landeskorrespondenz, 12.02.2019
 

(LK)  Die Insolvenz und die Einstellung des Betriebs der deutschen Fluggesellschaft „Germania“ zeigen eines deutlich: Die Konzentration vieler Airlines auf die internationalen Großflughäfen gefährdet die regionalen Airports. Deshalb fordert Landeshauptmann-Stellvertreter und Flughafen-Aufsichtsratsvorsitzender Christian Stöckl nun Maßnahmen der EU gegen diese Konzentration.

„Der europäische Markt braucht den Wettbewerb und die ‚unabhängigen Airlines‘. Sie bieten Nischenprodukte an und berücksichtigen kleinere Flughäfen in den Regionen in ihren Planungen“, bringt es Landeshauptmann-Stellvertreter Stöckl in dem Schreiben an die EU-Kommissarin für Wettbewerb und Kartellrecht, Margrethe Vestager, und an die EU-Kommissarin für Verkehr, Violeta Bulc, auf den Punkt.

Verlust für die gesamte Region

Schon in den vergangenen Jahren sei die europäische Luftfahrtbranche laut Stöckl von einschneidenden Umbrüchen geprägt gewesen. Viele bekannte Airlines mussten aufgeben oder Insolvenz anmelden. „Und jetzt droht mit der Pleite der Germania wieder ein verlässlicher und wichtiger Partner verloren zu gehen – sowohl für die Region als auch für den gesamten deutschsprachigen Raum“, unterstreicht Stöckl.

24.500 Gäste flogen von Salzburg aus mit Germania

Die deutsche Fluglinie war seit Dezember 2000 mit Linien- und Charterflügen immer wieder Gast auf dem Salzburger Flughafen und sollte in diesem Winter die Strecke nach Münster/Osnabrück bedienen. Germania hat seit Dezember 2000 insgesamt 24.500 Fluggäste von Salzburg aus zu Zielen wie Münster/Osnabrück, Bremen, Calvi, Lamezia Terme und Palma de Mallorca befördert.

Regionalflughäfen wichtig für Anbindung und Arbeitsplätze

Stöckl fordert, dass sich die Europäische Union dieser Entwicklung annimmt und im Sinne des immer wieder beschworenen Europas der Regionen korrigierend eingreift: „Der freie Markt regelt sehr vieles, aber eben nicht alles. Durch die extreme Liberalisierung im Luftverkehr werden Großflughäfen mit Monopolcharakter geschaffen. Kleinere Flughäfen dagegen sind ein starkes Element der Regionalpolitik. Sie verbessern die Anbindung und schaffen Arbeitsplätze“, so Stöckl. LK_190212_50 (grs/mel)

Medienrückfragen: Dominik Fenninger-Sippel, Büro LH-Stv. Christian Stöckl, Tel.: +43 662 8042-3316, Mobil: +43 664 8920985, E-Mail: dominik.fenninger-sippel@salzburg.gv.at

Redaktion: Landes-Medienzentrum