Maßnahmen wirken: Weniger Schulabbrecher in Salzburg

Schulsozialarbeit wirkungsvoll ausgebaut / Neueste Daten und Fakten der Landesstatistik

Salzburger Landeskorrespondenz, 04.03.2019
 

(LK) Mehr Akademiker, höhere Bildungsabschlüsse, weniger Schulabbrecher. Die Landesstatistik hat heute die neuesten Daten zum Bildungsstand, den Bildungslaufbahnen und -abbrüchen im Land Salzburg vorgelegt und gemeinsam mit Landesrätin Maria Hutter und Bildungsdirektor Rudolf Mair präsentiert.

Im Jahr 2015 konnte die Landesstatistik zum ersten Mal die Entwicklung der Bildungskarrieren und -abbrüche eines ganzen Jahrgangs erheben. Dabei wurde ersichtlich, dass mehr als 15 Prozent der Salzburger Jugendlichen nach der Pflichtschulzeit weder eine weiterführende Schule, noch eine Berufsausbildung abgeschlossen haben. Besonders betroffen davon waren jene mit ausländischer Staatsbürgerschaft, darunter wiederum ein auffallend großer Teil Mädchen. Aufgrund dieser alarmierenden Zahlen wurde ein umfassendes Maßnahmenpaket, vor allem im Bereich der Schulsozialarbeit getroffen.

Zahl der Schulabbrecher sinkt

Um die Wirkung dieser Maßnahmen zu überprüfen und die Entwicklung bei der Zahl der Schulabbrecher zu beobachten wurde von der Landesstatistik nun erneut eine umfassende Erhebung durchgeführt. Diese kommt nun zu dem erfreulichen Ergebnis, dass die Zahl der Schüler, die keinen Abschluss der Pflichtschule schaffen, von 2 auf 1,1 Prozent gesunken ist. Ebenso ist die Quote derer, die nach der Pflichtschule keine weiterführende Ausbildung antreten von 3,7 auf 2,7 Prozent zurückgegangen. Ohne Abschluss einer weiterführenden Schule und Ausbildung nach der Pflichtschule sind 11,7 Prozent - zuvor waren es auch hier 15,5. Besonders erfreulich ist der signifikante Rückgang der Abbrecherzahlen bei ausländischen Mädchen.

Schulsozialarbeit wirkt

Für Bildungslandesrätin Maria Hutter und Bildungsdirektor Rudolf Mair sind die präsentierten Zahlen ein Beleg dafür, dass die getroffenen Maßnahmen zur Senkung der Schulabbrüche richtig waren. „Das Budget für die Schulsozialarbeit wurde in den vergangenen fünf Jahren von 86.500 Euro auf rund 750.000 Euro erhöht, sprich verneunfacht! Ich werde mich bemühen, hier einen weiteren Ausbau zu schaffen, denn das ist sehr gut investiertes Geld“, wie Hutter betont: „Wir haben sehr positive Rückmeldungen und einen Rückgang bei den Schulabbrüchen“. Und sie stellt klar: „Schulsozialarbeit hilft Schülern, Lehrern und Eltern und ermöglicht einen guten Rahmen, damit Schule und Gesellschaft im Gleichgewicht bleiben.“  

Präventiver Ansatz

Schulsozialarbeit ist laut Bildungsdirektor Rudolf Mair deshalb so wichtig, weil sie im Gegensatz zu den bestehenden schulischen Unterstützungsangeboten den außerschulischen Bereich mit einbezieht. „Sie unterstützt die Schule bei der Früherkennung beziehungsweise frühzeitigen Erfassung und Bearbeitung von sozialen Problemstellungen, die Kinder und Jugendliche belasten und damit auch den Schulerfolg gefährden können. Schulsozialarbeit verfolgt einen präventiven Ansatz, damit Abbruch erst gar nicht entsteht. Je früher wir sie einsetzen, desto leichter ist es, gemeinsam mit allen Beteiligten Probleme aufzuarbeiten und Konfliktlösungen zu entwickeln“, so Mair.

19 Experten unterstützen

Derzeit kümmern sich 19 Sozialarbeiter um die Sorgen von Salzburgs Schülerinnen und Schülern. Die Sozialarbeiter kennen die Communities und sind speziell im Umgang mit Sozialen Medien und Jugendtrends geschult. Weiters beraten sie bei Themen des Heranwachsens, wie Freundschaft und Beziehungen und helfen bei schwierigen Situationen in und außerhalb der Schule - etwa bei Mobbing, Problemen zuhause oder auch beim Thema der Schulverweigerung.

Weitere Daten und Fakten zur Bildung

Die weiteren Ergebnisse der Erhebung über die Entwicklung der Zahlen und Daten fasste Gernot Filipp, der Leiter der Landesstatistik, wie folgt zusammen: Bei den Übertritten von der vierten Volksschulklasse zeigte sich, dass die AHS im Vergleich zur ehemaligen Hauptschule (HS) und derzeitigen Neuen Mittelschule (NMS) innerhalb der vergangenen zehn Jahre immer beliebter wurde. Dennoch wechseln noch immer deutlich mehr Kinder an eine NMS (66,1 Prozent) als an eine AHS (31,6 Prozent). Mit Abstand am höchsten sind die Übertrittsraten an die AHS in der Stadt Salzburg, wo etwa jeder zweite Volksschüler diese wählt.

Zwei Drittel bleiben in der AHS

Bei den Übertritten in die Sekundarstufe II zeigte sich, dass beinahe zwei Drittel der AHS-Schülerinnen und Schüler, die in der Unterstufe diese Schulform besucht haben, auch die Oberstufe besuchen, während 28,3 Prozent in eine BHS wechselten. Damit lag der Anteil jener, die nach der Sekundarstufe I eine höhere Schule besuchen, in Summe bei 92,6 Prozent. Deutlich geringer fielen die Übertrittsquoten von HS- bzw. NMS-Schülerinnen und Schülern in höhere Schulen aus (43,0 Prozent).

BHS Spitzenreiter im letzten Pflichtschuljahr

Die Landesstatistik hat weiters die Bildungsverläufe jener 6.728 Schülerinnen und Schüler betrachtet, die 2009/10 ihr letztes Pflichtschuljahr an einer Salzburger Schule absolviert haben: Rund 30 Prozent (1.966 Jugendliche) besuchten in ihrem letzten Pflichtschuljahr eine BHS, 18,5 Prozent (1.243) eine AHS-Oberstufe, 16,7 Prozent (1.126) eine HS, 15,0 Prozent (1.006) eine Polytechnische Schule (PS) und 13,8 Prozent (929) eine BMS. Auf die übrigen Typen entfielen nicht ganz 500 Schülerinnen und Schüler: Sie verbrachten ihr letztes Pflichtschuljahr entweder in der AHS Unterstufe (3,7 Prozent bzw. 249), der Sonderschule (SS) (2,1 Prozent bzw. 140), in sonstigen Schulen (0,7 Prozent) oder in der Berufsschule (BPS) (0,3 Prozent).

1.054 unterschiedliche Ausbildungsverläufe

Die Anzahl der von diesen Jugendlichen durchschrittenen weiteren Ausbildungsverläufe ist groß und sehr individuell. Ausgehend vom Schuljahr 2009/10 entschieden sie sich in den darauffolgenden Jahren für 1.054 unterschiedliche Verläufe.

Schulabbruch: Mädchen schneiden besser ab

Beim Thema Schulabbruch lassen sich grundsätzliche Tendenzen erkennen: Mädchen schneiden in dieser Hinsicht besser ab als Burschen. Unter den Ausländerinnen und Ausländern sind die geschlechtsspezifischen Unterschiede deutlicher ausgeprägt als bei den Inländerinnen und Inländern, und nichtösterreichische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger sind in stärkerem Maße von einer frühzeitigen Beendigung der Schullaufbahn betroffen als Österreicherinnen und Österreicher. Gegenüber der letzten differenzierten Ermittlung der Schulabbruchsquoten vor vier Jahren ist ein klarer Rückgang um 3,8 Prozentpunkte zu verzeichnen. Besonders deutlich ist dieser bei den Schülerinnen und hier insbesondere bei jenen mit nicht-österreichischer Staatsbürgerschaft. 

Trend zu höheren Bildungsabschlüssen

Beim Bildungsstand der Salzburger Bevölkerung ist ein anhaltender Trend hin zu höheren Bildungsabschlüssen zu erkennen. Nach der Lehre mit 34,4 Prozent, der Pflichtschule mit 25,5 Prozent und der BMS mit 14,6 Prozent, lag bereits an vierter Stelle der Abschluss einer Hochschule oder einer hochschulverwandten Lehranstalt (12,3 Prozent). Auf die BHS entfielen 7,3 Prozent, auf die AHS 5,3 Prozent und auf Kollegs 0,6 Prozent.

Starke Steigerung bei Akademikerquote

Die Akademikerquote ist seit 1951 im Land Salzburg sehr stark gestiegen: Insgesamt betrachtet hat sich diese bis 2017 mehr als versechsfacht, bei den Männern hat sie sich verdreifacht, bei den Frauen war sie mehr als 26 Mal so hoch. Der detaillierte Bericht kann auf der Landes-Website heruntergeladen werden. LK_190304_40 (rb/sab/kg)

Medienrückfragen: Christian Blaschke, Büro Landesrätin Maria Hutter, Tel.: +43 662 8042-4921, Mobil: +43 664 5917126, E-Mail: christian.blaschke@salzburg.gv.at

Redaktion: Landes-Medienzentrum