Vom Frauenwahlrecht zur Unabhängigkeit

Stadt und Land Salzburg feiern Internationalen Frauentag

Salzburger Landeskorrespondenz, 07.03.2019
 

(LK)  Die Einführung des allgemeinen, gleichen Wahlrechts ohne Unterschied des Geschlechts am 12. November 1918 ist ein Meilenstein in der Geschichte Österreichs. Er wurde über lange Jahre hart erkämpft. Frauen konnten nun abstimmen und selber in politische Funktionen gewählt werden. Stadt und Land Salzburg feiern den internationalen Frauentag 2019 daher morgen gemeinsam ganz im Zeichen des 100-Jahr-Jubiläums – mit Blick auf die Gegenwart und Zukunft.

„Eigenständige Existenzsicherung ist die beste Voraussetzung für ein selbstbestimmtes, unabhängiges Leben. Besonderes Augenmerk müssen wir daher auf eine gerechtere Aufteilung der bezahlten und unbezahlten Arbeit lenken“, betont Landesrätin Andrea Klambauer anlässlich des internationalen Frauentages und sie fügt hinzu: „Die Jungen haben hier schon ein völlig neues Verständnis und leben das vermehrt. Genau das will ich unterstützen. Kinderbetreuung, Teilzeitarbeit oder die Vereinbarkeit von Beruf und Familie dürften nicht mehr nur mit Fokus auf Frauen diskutiert werden. Väter-Beteiligung muss dabei immer mitgedacht werden.“

Junge Wähler sehr engagiert

„Das Bewusstsein über den Wert des Wahlrechts und über politisches Handeln in einer Demokratie können wir nicht genug betonen. 100 Jahre Frauenwahlrecht ist eine gute Brücke zum Mitreden und Mitbestimmen. Junge Menschen sind alles andere als politikverdrossen, sie reagieren sensibel auf gesellschaftliche Probleme, engagieren sich für die Umwelt und für ihre Mitmenschen. Dieses Bewusstsein will ich stärken“, ist Anja Hagenauer, Bürgermeister-Stellvertreterin in der Stadt Salzburg, überzeugt. Und sie nennt gleich ein Beispiel: Unter dem Motto „Dua ned sudern, geh‘ wählen“ haben HTL-Schülerinnen und -schüler heuer eine Kampagne für junge Wahlberechtigte gestaltet.

Starke Frauen

„Auch heute treten Frauen für Dinge ein und lassen sich nicht aufhalten. Malala Yousafzai hat sich als 15-Jährige nicht einmal von einem Attentat und einem Schuss in den Kopf davon abhalten lassen, sich für Bildung von Mädchen und Frauen in Afghanistan einzusetzen. Auch die 16-jährige Greta Thunberg scheut keine Kritik bei ihrem Engagement für Klimapolitik in Europa und darüber hinaus“, unterstreichen Karoline Brandauer und Alexandra Schmidt, Frauenbeauftragte von Land und Stadt Salzburg.

Großes Fest und Wanderausstellung zu Frauenwahlrecht

Das Fest am Abend des Internationalen Frauentags, Freitag 8. März, Beginn 18.30 Uhr, ist Teil der Tagung „100 Jahre Frauenwahlrecht – Salzburg und Österreich im europäischen Vergleich“ am Haus der Stadtgeschichte, Glockengasse 8. Seit Anfang November 2018 zeigen zwei Wahlzellen als Wanderausstellungsobjekte die Geschichte des Frauenwahlrechts an verschiedenen Orten in der Stadt Salzburg. Am Frauentag steht die Wahlzelle im Haus der Stadtgeschichte. Sie zeigt Frauenwahlrechtsbewegungen, Ereignisse im Jahr 1848, Republiksgründung, Einführung des Frauenwahlrechts, Wahlpraxis, Frauen als Wählerinnen und politische Akteurinnen und das Aussetzen demokratischer Wahlen im Austrofaschismus und Nationalsozialismus. LK_190307_10 (ram/mel)

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Redaktion: Landes-Medienzentrum