Biologie-Unterricht wie vor 150 Jahren

Sonderausstellung im Haus der Natur: So revolutionierte Paul Pfurtscheller den Schulalltag – lange vor dem Smartphone

Salzburger Landeskorrespondenz, 08.03.2019
 

(HP) Noch schnell vorm Bio-Test ein Foto vom Innenleben einer Schildkröte im Internet downloaden oder ein Lernvideo zur Entwicklung eines Frosches am Smartphone begutachten ist heute für Schüler eine Selbstverständlichkeit. Doch wie war das im 19. Jahrhundert, wo es weder Smartphones, Computer noch Overhead-Projektoren gab? Im Haus der Natur können nun einige dieser historischen, naturwissenschaftlichen Schultafeln vom Salzburger Lehrer Paul Pfurtscheller bestaunt werden.

Sofern damals überhaupt Schulbücher existierten, bestanden sie ausschließlich aus Text. „Früher mussten die Lehrer alles Bildliche selber an die Tafel zeichnen. Paul Pfurtscheller hat hier mittels aufwendigem Druckverfahren, der sogenannten Lithografie, erstmals farbige Schultafeln erstellt und hier Einzigartiges geleistet“, ist Bildungslandesrätin Maria Hutter überzeugt und begeistert vom Herzstück der Ausstellung. „Die 100 Jahre alte und noch immer funktionstüchtige Lithografie-Presse ist wirklich sehenswert.“

Anatomie der Tiere auf großen Wandbildern

Als Paul Pfurtscheller nach seiner Dissertation 1877 an der Universität Wien selbst Lehrer wurde, suchte er nach Möglichkeiten, seinen Biologieunterricht anschaulicher zu gestalten und begann, große Wandbilder zu zeichnen. Seine übersichtlichen Darstellungen aus der Tierwelt waren sogar in der letzten Reihe noch gut zu sehen. Pfurtscheller gelang es, in seinen Darstellungen das Wesentliche herauszugreifen, er zeigte die Anatomie der Tiere präzise und vor allem wissenschaftlich korrekt. Das gelang ihm so gut, dass seine Abbildungen sogar in die Lehrbücher von Universitäten übernommen wurden, wie Beispiele in der Ausstellung belegen. Erst ab den 1960er-Jahren wurden sie von Dia- oder Overhead-Projektoren abgelöst. Diese sind heute wiederum überholt, wurden längst durch interaktive Tafeln und Bildschirme abgelöst. LK_190308_30 (jus/mel)

Medienrückfragen: Christian Blaschke, Büro Landesrätin Maria Hutter, Tel.: +43 662 8042-4921, Mobil: +43 664 5917126, E-Mail: christian.blaschke@salzburg.gv.at

Redaktion: Landes-Medienzentrum