Generationenwechsel bei Anti-Atom-Kämpfern

Heinz Stockinger und Christa Wieland bei Heinrich Schellhorn

Salzburger Landeskorrespondenz, 21.03.2019
 

(LK) Seit Jahren ist Heinz Stockinger das „Gesicht“ der Plattform gegen Atomgefahren (PLAGE). Nun steht ein Generationenwechsel an. Gemeinsam mit seiner designierten Nachfolgerin Christa Wieland stattete der PLAGE-Obmann Umweltreferent Landeshauptmann-Stellvertreter Heinrich Schellhorn einen Besuch ab.

„Heute ist es kaum vorstellbar, dass in den 70er-Jahren neben dem Atomkraftwerk Zwentendorf insgesamt sieben Kernkraftwerke in Österreich geplant waren. Dass dies oder auch die Wiederaufbereitungsanlage Wackersdorf verhindert wurden, ist dem Widerstand aus der Bevölkerung und dem Engagement von Anti-Atom-Initiativen wie der PLAGE zu verdanken“, betonte Schellhorn und dankte Heinz Stockinger für dessen jahrelangen ehrenamtlichen Einsatz und dafür, „dass die PLAGE stets drangeblieben ist, auch wenn zwischenzeitlich andere Themen im Vordergrund waren. So ein durchgehendes Engagement ist für unsere Gesellschaft essenziell“.

Risiken kennen keine Staatsgrenzen

Die PLAGE und Heinrich Schellhorn stimmten überein, dass trotz des „Nein“ zu Atomkraftwerken im eigenen Land noch viel Handlungsbedarf vorhanden ist. Denn Österreich importiert Strom in großen Mengen, der großteils aus Atom- und Kohlekraftwerken kommt. Daher hat die Plattform bereits seit längerer Zeit ihren Namen um den Zusatz „für neue Energien“ ergänzt. Weitere Themen für die Plattform sind die öffentlichen Förderungen in Europa zur Stützung der ansonsten unwirtschaftlichen Atomenergie – zum Beispiel auf der Grundlage von EURATOM – und grenznahe Atomkraftwerke und Atommüllendlagerstätten. „Die Risiken der Atomenergie kennen keine Staatsgrenzen“, so Christa Wieland.

Mit der PLAGE in die atomfreie Zukunft

Christa Wieland ist im Salzburger Bildungswerk für Entwicklungszusammenarbeit und Nachhaltigkeit zuständig. Im Februar dieses Jahres wurde sie zur stellvertretenden Obfrau der PLAGE gewählt. Mit Jahresende wird sie die bisherige ehrenamtliche Funktion von Heinz Stockinger übernehmen.  

Öffentliche Aktionen und Wissensvermittlung

Die Plattform gegen Atomgefahren wurde 1986 als „Plattform gegen die Wiederaufarbeitungsanlage (WAA) Wackersdorf” gegründet. Seit damals setzt sich die Nichtregierungsorganisation konsequent gegen die Gefahren aus ziviler und militärischer Atomenergienutzung sowie für eine atomkraftfreie Zukunft und eine Förderung erneuerbarer Energien ein. Neben öffentlichen Aktionen zum Thema ist die Wissensvermittlung durch Veranstaltungen, in Schulen und durch Publikationen ein wichtiger Aufgabenbereich. Die Plattform verfügt auch über eine große öffentlich zugängliche Biblio- und Mediathek zum Thema. LK_190321_41 (sab/jus)     

 

Medienrückfragen: Johanna Jenner, Büro LH-Stv. Heinrich Schellhorn, Tel.: +43 662 8042-4841, Mobil: +43 664 8565718, E-Mail: johanna.jenner@salzburg.gv.at

Redaktion: Landes-Medienzentrum