Kräuterhexen und Bügel-Challenge begeistern im Europark

Großes Interesse am Aktionstag der Fachschulen für ländliches Betriebs- und Haushaltsmanagement

Salzburger Landeskorrespondenz, 21.03.2019
 

(LK) Die Besucher des Europarks staunen heute nicht schlecht: Junge Damen in bunten Dirndlkleidern nähen, bügeln, dekorieren Tische, stellen Kräutersalben und Tinkturen her, bieten Blindverkostungen von Lebensmitteln an und laden Interessierte ein, alles gleich selbst auszuprobieren. Der „Tag der Hauswirtschaft“ ist angesagt.  

Unter dem Motto „Hauswirtschaft kann mehr“ zeigen heute die Schülerinnen der Fachschulen für ländliches Betriebs- und Haushaltsmanagement in Kleßheim und Winklhof im Salzburger Europark ihr Wissen und ihre vielfältigen Talente in den verschiedensten Bereichen. Zehn Stationen warten auf die Besucher: Sie können zum Beispiel den „Kräuterkexen“ beim Herstellen von Salben und Tinkturen über die Schulter schauen, bei einer „Sensorikstraße“ Lebensmittel verkosten, sich frisch zubereitete Speisen schmecken lassen, nach dem Motto „Do it yourself“ Beanies und Bags herstellen, sich im Hemdenbügeln messen oder etwas über den perfekt gedeckten Tisch erfahren.  

Tradition und Moderne vereint

„Die Ausbildung in der Fachrichtung Betriebs- und Haushaltsmanagement orientiert sich natürlich an aktuellen und zukünftigen Trends und Entwicklungen. Die Schülerinnen und Schüler lernen hier nicht nur, nachhaltig und respektvoll mit Lebensmitteln umzugehen. Altes, traditionelles Wissen wird gemeinsam mit modernen Erkenntnissen vermittelt, um das, was die Natur uns bietet zu veredeln und zu nutzen. Ich bin überzeugt, dass wertvolles, über Generationen weitergegebenes Wissen ein wichtiger Bestandteil des Unterrichts sein muss. Man könnte den Schwerpunkt auch ‚Hausverstand‘ nennen. Wir vermitteln den Schülerinnen und Schülern hier Wissen, dass sie sowohl für die eigene Familie anwenden oder auch als wirtschaftliches Standbein nutzen können“, betont Landesrat Josef Schwaiger, für die landwirtschaftlichen Fachschulen ressortzuständig, anlässlich des Aktionstages.  

Begeistere Besucher

„Wir haben ganz etwas Anderes vorgehabt, aber jetzt sind wir so begeistert, dass wir uns für jede Station ganz viel Zeit nehmen wollen“, sind sich Leni Zehentner und Martha Kern, die heute aus Bayern in den Europark angereist sind, einig. Und sie betonen unisono, wie wichtig es ist, dass gerade in der heutigen Zeit junge Menschen hauswirtschaftliche Tätigkeiten erlernen.

Rezepte mit Heilkraft

Und schon lassen sich die beiden von einigen Schülerinnen am Stand der „Kräuterhexen“ fachkundig erklären, wie eine Fichtenpechsalbe hergestellt wird. „Man mixt Olivenöl, Bienenwachs und Fichtenpech“, weiß Daniela Harlander, die in Kleßheim die Abschlussklasse besucht. Und dann sprudelt es nur so aus ihr heraus: „Das ist eine Allzwecksalbe, verschließt offene Wunden sofort, ist gut bei Verspannungen, Gicht, Husten und vielem anderen.“ Man spürt ihre Begeisterung: „Gesundheit aus der Natur – das ist mein absolutes Lieblingsfach in der Schule. Denn wenn man Salben und Tinkturen selbst herstellt, dann weiß man auch was drin ist.“   

Hemdenbügeln in Rekordzeit

Die beiden Europark-Besucherinnen marschieren zur nächsten Station und nehmen die Hemdenbügel-Challenge in Angriff. Zwei Minuten und 59 Sekunden bügelt Martha Kern, um ein Hemd faltenfrei zu bekommen. Ihre Freundin Leni Zehentner unterbietet diese Zeit und stellt mit einer Minute und 41 Sekunden den vorläufigen Rekord auf. Gebügelt wird unter den kritischen Blicken der Schülerinnen. Für ungeübtere Büglerinnen und Bügler haben sie etliche Tipps parat: „Die richtige Reihenfolge ist wichtig, zuerst der Kragen, Manschetten, Ärmel, Knopfleiste und Vorderteil, zum Schluss Rücken und Schultern“, weiß Theresa Leitner aus der 2. Klasse der Schule Winklhof.

Blind Lebensmittel verkosten

In der Zwischenzeit sind Leni Zehentner und Martha Kern schon wieder eine Station weiter gezogen zum Sensorikstand. Sie halten sich die Nase zu, um ihren Geruchssinn auszuschalten, und „kippen“ mehrere Stamperl mit gelben, roten und grünen Flüssigkeiten. Sie schnalzen ein paar Mal mit der Zunge und sind sich nicht ganz sicher, was sie eben getrunken haben. Aus welchen Zutaten wurden wohl die mit Lebensmittelfarben gefärbten Säfte hergestellt? Außerdem testen sie mit geschlossenen Augen kleine Kostproben von geschnittenem Gemüse. Beide Aufgaben meistern sie mit Bravour. Andere Besucher tun sich da etwas schwerer. Die Schülerinnen haben jedenfalls ihren Spaß, wenn die „Verkoster“ sich mehr oder weniger plagen. 

Alle Wege offen

Man merkt den jungen Mädchen an, dass sie mit Begeisterung bei der Sache sind. Was gefällt ihnen besonders an der Ausbildung im ländlichen Betriebs- und Haushaltsmanagement? „Ich finde es toll, wie breit wir aufgestellt sind. Danach hat man alle Wege offen“, schwärmt Theresa Leitner und erzählt, dass ihre Eltern eine Alm haben. „Da kann ich jetzt schon vieles in die Praxis umsetzen, was wir in der Schule lernen.“ Auch Nela Schulz, wie Leitner ebenfalls Winklhof-Schülerin freut sich über „die viele Praxis in unserer Ausbildung“.  

Hauswirtschaft betrifft alle

Wie vielfältig Hauswirtschaft sein kann, das wollen die Organisatoren des Tages der Hauswirtschaft im Salzburger Europark unter anderem den Besuchern vor Augen führen. „Hauswirtschaft – das sind Tätigkeiten, die jeden betreffen, aber über die man nicht immer spricht. Mit diesem Aktionstag wollen wir außerdem auf die viele unbezahlte Arbeit, die in diesem Bereich geleistet wird, aufmerksam machen und den Wert der Hauswirtschaft für die Gesellschaft darstellen“, so Direktorin Christa Stockhammer. REP_190321_42 (sab/ram)

Medienrückfragen: Martin Wautischer, Büro Landesrat Josef Schwaiger, Tel.: +43 662 8042-2700, Mobil: +43 664 3122368, E-Mail: martin.wautischer@salzburg.gv.at Redaktion: Landes-Medienzentrum