Wohnungsbau für Holz öffnen

Neue Holztechnik ermöglicht günstige Produktion / Heimischer Arbeitsmarkt wird profitieren / Mit Gesetzen und Förderungen lenken

Salzburger Landeskorrespondenz, 22.03.2019
 

(LK)  Hochhaus und Holz sind kein Widerspruch. Technisch hat sich viel getan und der Wohnkomfort begeistert Mieter. Landesrätin Andrea Klambauer und Landesrat Josef Schwaiger waren gemeinsam mit Pro-Holz Obmann Rudolf Rosenstatter in der Steiermark unterwegs. „Für mehr als 30 Prozent aller neuen Wohnungen kommt dort schon der Baustoff aus dem Wald. Das würde auch gut zu Salzburg passen“, meinen die beiden Regierungsmitglieder.

 

Während in Salzburg mit dem nachwachsenden Rohstoff viele Gemeindebauten wie etwa Kindergärten realisiert werden, ist die Steiermark Vorreiter im mehrgeschoßigen Wohnbau. „Der Weg wird nicht einfach werden. Wenn wir Holz als Baustoff fest im Wohnungsbau verankern wollen, wird viel Überzeugungsarbeit notwendig sein. Vor allem müssen Projekte von Anfang an richtig geplant werden“, so Wohnbaulandesrätin Andrea Klambauer. In Salzburg werden derzeit weniger als fünf Prozent der Wohnungen aus dem heimischen Rohstoff gebaut. „Die Technik ist vorhanden, die Serienfertigung ausgeklügelt und ermöglicht so eine kostengünstige Produktion. Und das Wichtigste: Die Menschen fühlen sich im Holzhaus wohl“, so Landesrat Josef Schwaiger.

Steirischer Holzsektor überholt Autoindustrie

Im Gespräch mit dem steirischen Wohnbau-Landesrat Hans Seitinger wurde auch klar, dass es ohne Lenkungsmaßnahmen nicht gehen wird. Die Steirer haben vor gut 15 Jahren begonnen, Vorgaben in der Wohnbauförderung zu verankern. „Auf der einen Seite durch etwas höhere Förderungen und auf der anderen Seite durch Vorgaben, wie viele Wohnungen jährlich in Holz gebaut werden müssen. Das war ein zäher Weg, aber inzwischen bauen wir mehr als 30 Prozent aller Wohnungen aus Holz“, sagt Landesrat Seitinger. Derzeit hat der steirischen Holzbaucluster mit mehr als 50.000 Beschäftigten den dortigen Automobilsektor überholt.

Baukastensystem spart Zeit und Geld

Durch Modulproduktion von ökologischen Werkstoffen verringern sich Bauzeit und Kosten. In der Werkshalle der Firma Kaufmann Bausysteme im obersteirischen Gaishorn am See konnte sich die Salzburger Delegation von der aktuellen Produktionsweise ein Bild machen. „Diese Bilder kennen wir aus der Automobilindustrie. Hier werden Wohnungen am laufenden Band gebaut. Das bringt ganz neue Möglichkeiten für den Wohnungsbau“, sagt Obmann Rudolf Rosenstatter von Pro Holz. Bis zu vier Module werden in diesem steirischen Werk pro Tag fertiggestellt. Bis zu zehn davon können täglich mit Sondertransporten angeliefert und montiert werden. Ein paar kleine Anpassungen und sie sind bezugsbereit. „Unsere Module kommen in Wohnhäusern, Hotelbauten oder auch in öffentlichen Bauten zum Einsatz“, sagt Firmenchef Josef Kaufmann.

Wolkenkratzer aus Holz

Eine praktische Umsetzung steht auch am südlichen Ende des großen Grazer Stadtentwicklungsgebiets der Reininghausgründe. Auf insgesamt 52 Hektar wurde hier eines der bisher höchsten Wohnhäuser Österreichs aus Massivholz errichtet. Das Projekt „Hummelkaserne“ mit 92 Wohneinheiten erhielt den Anerkennungspreis für beispielhaften Wohnbau 2016, wobei der städtebauliche Ansatz, die materialgerechten Detailausführungen und die vielen Nachhaltigkeitskomponenten wie Passivhaus, Photovoltaik-Anlage, E-Tankstelle, Gemeinschaftsraum von der Jury besonders hervorgehoben wurden. Die Wohnhäuser wurden alle sechsstöckig ausgeführt.

Salzburg will beim Wohnbau mit Holz durchstarten

Für Salzburg planen die beiden Regierungsmitglieder ein Maßnahmenpaket, um mehr Wohnungen in Holzbau umzusetzen. Änderungen im Bautechnikgesetz und in der Wohnbauförderung sollen als Motor dienen. Dieser Weg soll Hand in Hand mit allen Beteiligten in der Politik, mit Wohnbauträgern und mit der Wirtschaft erfolgen. LK_190322_60 (sm/fw/jus)

 

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Redaktion: Landes-Medienzentrum