Freilichtmuseum erhält neues Besucherzentrum

Entree, Informationsbereich und Wissensspeicher / Fertigstellung für 2021 geplant

Salzburger Landeskorrespondenz, 28.03.2019
 

(HP)  Das Salzburger Freilichtmuseum startet am Sonntag, 31. März, mit einem musikalischen Auftakt in die neue Saison. Bis 3. November kann man an 198 Tagen zu Eintrittspreisen, die seit 2016 unverändert geblieben sind, das Gelände am Fuße des Untersberges besuchen. „Das Freilichtmuseum ist das ländlich-bäuerliche Gedächtnis unseres Landes. Hier werden Geschichte und Entwicklung auf breiter Basis vermittelt. Ein Anspruch, der sich auch im neuen Besucherzentrum widerspiegeln wird“, so Landeshauptmann Wilfried Haslauer.

Der derzeitige Eingangs- und Verwaltungsbereich im „Thanngütl“ platzt aus allen Nähten. Nun wird westlich davon ein neues Besucherzentrum errichtet – architektonisch zum Gesamtensemble passend, mit rund 1.250 Quadratmetern Fläche und direkt vom Parkplatz aus erschlossen.

Europaweiter Architektenwettbewerb

Für Direktor Michael Weese wird damit ein lang gehegter Wunsch des Museums Wirklichkeit: „Das Besucherzentrum ist nun keine Zukunftsmusik mehr, sondern ein konkretes Vorhaben, das in den kommenden zweieinhalb Jahren geplant, gebaut und bezogen werden soll.“ Als erster Schritt findet die europaweite Ausschreibung eines Architekturwettbewerbs statt. „Für Vorbereitung, Planung und Durchführung haben wir 200.000 Euro reserviert“, sagt Landeshauptmann Haslauer. Ergebnisse werden im Herbst präsentiert, Fertigstellung und Eröffnung sind für Mitte 2021 vorgesehen.

Gebäude mit drei Funktionen

Das neue „Besucherzentrum Historische Baukultur“ wird drei wichtige Funktionen erfüllen: Informationsbereich für die Besucher, Büros für die Mitarbeiter der wissenschaftlichen, wirtschaftlichen, verwaltungs- und bautechnischen sowie besucherorientierten Arbeitsgebiete, schließlich Tagungsbereich und „Wissensspeicher“ mit Fachbibliothek, Foto- und Planarchiv. „Das Freilichtmuseum stellt den Anspruch eines offenen Forschungsmuseums“, betont Direktor Weese. Daher werden den Besucherinnen und Besuchern auch digitale Arbeitsstationen für individuelle Recherchen zur Verfügung stehen. Der jetzige Eingang wird sinnvoll genutzt: als Museumsladen, als Büro für den Förderverein und für das Aufsichtspersonal.

Lebendiges Museum mit breiter Angebotspalette

Im vergangenen Jahr haben mehr als 111.000 Menschen das Salzburger Freilichtmuseum besucht, das zweitbeste Ergebnis seit seinem Bestehen. Auch heuer wird wieder ein vielschichtiges Programm mit Beliebtem, Bekanntem und Neuem angeboten. Darunter findet man Maibaumaufstellen, Handwerkertag, Kinderfest, Kirtag und Adventroas ebenso wie ein eineinhalbtägiges Fest der Volkskulturen sowie die neuen Formate „Literatur ab Hof“, den musikalischen Wochenausklang „melodisch kulinarisch“ im Wirtshaus und die Veranstaltung „Essigpatscherl, Pechsalben und Zwiebelschmalz“ mit bäuerlichem Heilwissen. Als Partner konnten das Forum Salzburger Volkskultur, das Literaturforum Leselampe und der Kulturverein dietext, der neue Gastronomiepächter Josef Gassner junior und der Verein Traditionelle Europäische Heilkunde gewonnen werden. Alle Veranstaltungen werden nach „Green-Event“-Kriterien durchgeführt.

Neugestaltung von Dauerausstellungen

Die Themenausstellungen über historische Zaunformen, über das Leben der Dienstboten und über die Region Lungau werden heuer neu gestaltet und inhaltlich aktualisiert. Für diese Vorhaben gibt es vom Land 60.000 Euro.

Förderverein als wichtige Stütze

Erfreuliches gibt es vom Förderverein des Freilichtmuseums zu berichten. Noch nie hatte dieser so viele Mitglieder: 2.643 mit Anfang März, berichtete Vorstandsvorsitzender Heinrich Christian Marckhgott. Mit den Jahresbeiträgen werden Projekte unterstützt, wie etwa „Literatur ab Hof“, der Ankauf eines multifunktionalen Traktors für die Museumswerkstatt oder die Planung des neuen Besucherzentrums.

Zwei Jubiläen

Schließlich gilt es heuer auch noch zwei runde Geburtstage zu feiern: Zum einen wurde der Initiator, Gründer und erste Direktor, Kurt Conrad, genau vor hundert Jahren geboren (1919 bis 1994). Weiters feiert das sogenannte „Zischkhäusl“ seinen 40. Geburtstag. Das aus dem 18. Jahrhundert stammende Austraghaus war das erste Gebäude, das für das Museum – noch fünf Jahre vor dessen Eröffnung – fertiggestellt wurde. Beide Jubiläen stehen im Mittelpunkt der Veranstaltung „Stubenhocken“ zu Saisonschluss am 3. November. LK_190328_20 (kg/grs)

Medienrückfragen: Christian Pucher, Büro Landeshauptmann Wilfried Haslauer, Tel.: +43 662 8042-2325, Mobil: +43 664 88719098, E-Mail: christian.pucher@salzburg.gv.at

Redaktion: Landes-Medienzentrum