Heute Nacht im Einsatz zum Wohl der Tiere

Tiertransport-Inspektor Pledl: „Wenn etwas nicht passt, müssen der Transport gestoppt und die Tiere versorgt werden“

Salzburger Landeskorrespondenz, 02.04.2019
 

(LK)  Tiertransport-Inspektoren müssen geduldig sein: Acht Stunden saß Manfred Pledl vergangene Nacht wartend im Auto am Walserberg, ehe der Lastwagen an ihm vorbeifuhr. Nach einer Stunde eigentlicher Kontrolle war dann alles erledigt. Das Landes-Medienzentrum (LMZ) sprach mit dem Salzburger Tiertransport-Inspektor unmittelbar nach dessen nächtlichem Einsatz.

LMZ: Wie lief das vergangene Nacht ab?

Pledl: Routinemäßig. Es handelte sich um einen Langstrecken-Transport aus Deutschland mit jungen Zuchtkälbern, die fit genug sind für eine längere Reise. Sie hatten genug Platz, die Deckenhöhe war in Ordnung. Der Fahrer sprach Deutsch und war sehr kooperativ. Das ist nicht immer der Fall.

LMZ: Warum dann die lange Wartezeit?

Pledl: In der internationalen Datenbank steht zwar die geplante Reiseroute drin. Hier schaue ich nach, wann der Lkw in Salzburg sein sollte. Wenn aber der Fahrer noch vor Salzburg seine neunstündige Ruhepause einlegt, verzögert es sich dementsprechend.

LMZ: Was genau passiert bei einer Kontrolle?

Pledl: Ich überhole mit meinem Einsatzwagen den Transporter, schalte den Leuchtschriftbalken am Heck ein und winke den Lkw-Fahrer zur Seite. Dann beginnt die Kontrolle: zuerst die Papiere, um mir einen Überblick zu verschaffen, und dann schaue ich mir natürlich die Tiere und die Bedingungen genau an.

LMZ: Wie streng wird in Salzburg kontrolliert?

Pledl: Salzburg ist mit Oberösterreich das einzige Bundesland, das noch Tiertransport-Inspektoren im Einsatz hat. In den anderen Bundesländern übernimmt das die Polizei, die mit einem Amtstierarzt ausrückt. In Salzburg können wir dadurch natürlich flexibler reagieren, und das Tag und Nacht.

LMZ: Zeigen sich die Fahrer kooperativ?

Pledl: Überwiegend ja. Erst einmal kam es vor, dass einer nicht anhielt. Da musste ich die Polizei verständigen. Manchmal ist auch die Kommunikation schwierig, wenn die Fahrer kein Deutsch sprechen. Und wenn etwas mit den Tieren nicht passt, muss ich veranlassen, dass der Transport gestoppt wird und die Tiere versorgt werden.

Morgen wird Maßnahmenpaket präsentiert

Das Land Salzburg wird morgen, Mittwoch, ein Maßnahmen- und Forderungspaket zur weiteren Vorgehensweise bei Langstrecken-Tiertransporten gemeinsam mit der Salzburger Landwirtschaftskammer präsentieren. Alle Informationen finden sich unter www.salzburg.gv.at/tiertransporte. INT_190402_50 (grs/kg)

Medienrückfragen: Franz Wieser, Pressesprecher Land Salzburg, Landes-Medienzentrum, Tel.: +43 662 8042-2365, Redaktionshandy: +43 664 3943735

Redaktion: Landes-Medienzentrum