Tierschutz als Thema der Aktuellen Stunde

Plenarsitzung des Salzburger Landtags morgen im Chiemseehof

Salzburger Landeskorrespondenz, 09.04.2019
 

(LK)  „Tierschutz – Nur dann, wenn der Hut brennt?“. Diesem Thema ist morgen die Aktuelle Stunde in der Plenarsitzung des Salzburger Landtags im Chiemseehof gewidmet.

 

Die im Landtag vertretenen Fraktionen ÖVP, SPÖ, FPÖ, Grüne und NEOS übermittelten dazu folgende Statements:

Schöchl: Der beste Tiertransport ist jener, der nicht gebraucht wird

„Der beste Tiertransport ist jener, der nicht gebraucht wird“, so Klubobfrau-Stellvertreter Landesveterinärdirektor Josef Schöchl, der weiter betont: „Wir unterstützen das von Agrarlandesrat Josef Schwaiger ausgearbeitete Maßnahmen- und Forderungspaket zur Vermeidung von Langstrecken-Kälbertransporten vollinhaltlich und mit Nachdruck. Es ist daher ein Gebot der Stunde, die Inlandsnachfrage nach regionalem Kalbfleisch auszubauen und einen Herkunftsnachweis einzuführen. Für Transporte, die trotzdem noch stattfinden müssen gilt, so kurz wie möglich, so wenig wie möglich und so gut wie möglich.“

Dollinger: Weniger Geld für Tierschutz – überforderte Konsumenten

„Das Budget und die Ausgaben für Tierschutz sinken seit Jahren. Es werden aber immer mehr Tiere ausgesetzt, abgegeben oder abgenommen. In Tierheimen wird der Platzbedarf immer größer. Im Pinzgau gibt es bislang überhaupt keines“, stellt die SPÖ-LAbg. Karin Dollinger fest. „Salzburg versendet jährlich knapp 40.000 Kälber (30.000 werden durch Langstreckentransport ins ferne Ausland gebracht), während zum Teil in heimischen Kindergärten und Seniorenwohnhäusern, vor allem aber in der Gastronomie, Billigfleisch auf dem Teller landet. Die Konsumenten sind überfordert, die richtigen Produkte zu finden und ernähren sich zunehmend vegan. Die heimische Landwirtschaft bemüht sich, unter strengen Auflagen höchste Qualität zu produzieren, die gegen die geförderten Billigprodukte am Markt antritt. Den Preis für zu viele Transporte, fehlenden Umwelt- und Klimaschutz werden unsere Kinder bezahlen. Lassen wir das nicht zu!“

Svazek: Mehr Mut zur Veränderung

Für FPÖ-Klubobfrau Marlene Svazek ist „im Interesse von Tieren zu handeln eine schwierige Herausforderung. Da die Betroffenen selber keine eigene Stimme haben. Wir sind ihre Stimme. Denken wir an den Bereich der artgerechten Haltung von Nutztieren. Unsere Verantwortung liegt dabei in einer Doppelrolle. Einerseits als Abgeordnete einer gesetzgebenden Körperschaft, andererseits als Konsumenten, die bereits durch bewusstes Handeln tatsächlich etwas für das Wohl und den Schutz heimischer Tiere verändern können. Während wir als Konsumenten bewusster auf das Etikett schauen sollten, brauchen wir als Abgeordnete mehr Mut zur Veränderung.“

Humer-Vogl: Schluss mit Lebendtiertransporten über weite Entfernungen

„Dass bei Tiertransporten jetzt stärker hingeschaut wird, ist gut. Fest steht aber: Auch unter Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen sind Langstreckentransporte für die Tiere mit großen Strapazen verbunden. Langfristig muss das Ziel deshalb heißen: Schluss mit Lebendtiertransporten über weite Entfernungen!“, erklärt Kimbie Humer-Vogl, die Klubobfrau der Grünen. Statt Kälber zu exportieren, sollten die Rahmenbedingungen für den Absatz von heimischem Kalbfleisch verbessert werden: „Es ist schlichtweg absurd, dass wir 15 Tage alte Kälber nach Italien, Polen und Spanien verfrachten und gleichzeitig große Mengen Kalbfleisch aus den Niederlanden importieren.“

Weitgasser: Sofortiger Stopp der Kälbertransporte ins Ausland

„Vorarlberger Tierschützer haben Ende März einen Kälbertransport-Lkw von Salzburg bis nach Spanien verfolgt und dabei erhebliche Missstände entdeckt. Diese sind sehr traurig und ein unhaltbarer Zustand, der dringend geändert werden muss“, betont NEOS-LAbg. Elisabeth Weitgasser. „88.000 Kälber werden jährlich in Salzburg geboren, 51.000 verkauft, davon 20.000 ins EU-Ausland. Das Wohl der Tiere muss dabei an oberster Stelle stehen. Die Salzburger Landesregierung setzt mit dem am Mittwoch in der vergangenen Woche vorgestellten Maßnahmen- und Forderungspaket für Langstreckentransporte von Kälbern einen ersten wichtigen und richtigen Schritt. Zusätzlich sprechen wir uns aber für einen sofortigen Stopp der Kälbertransporte ins Ausland sowie einen Exportstopp von Rindern über die EU-Grenzen hinaus aus. Auch plädieren wir dafür, dass möglichst alle in einem Land geborenen Kälber direkt im Land aufgezogen, gehalten und in der Folge möglichst auch vermarktet werden. Dafür ist unserer Ansicht nach auch mobiles Schlachten unbedingt zuzulassen.“

Ausschussberatungen mit vier Tagesordnungspunkten

Die Plenarsitzung des Landtags beginnt morgen um 9.00 Uhr. Nach der aktuellen Stunde folgt die Fragestunde mit 13 mündlichen Anfragen und zwei dringlichen Anfragen. Danach wird über 21 Berichte und Anträge der Ausschüsse abgestimmt. Schließlich enthält die Tagesordnung auch noch die Beantwortung von 17 schriftlichen Anfragen sowie zwei Berichte der Landesregierung, um deren Vorlage der Landtag ersucht hat. Die Haussitzung wird um 14.00 Uhr für Ausschussberatungen mit vier Tagesordnungspunkten unterbrochen.

Landtag live im Internet

Die Tagesordnungen der Haussitzung und der Ausschussberatungen stehen auf der Landes-Webseite unter www.salzburg.gv.at zur Verfügung. Die Sitzungen des Plenums des Salzburger Landtags sowie der Ausschüsse können live im Internet mitverfolgt werden. Auch auf Facebook und auf Twitter können sich Interessierte über die aktuellen Sitzungen, Themen und Schwerpunkte informieren. LK_190409_20 (kg/sm)

Medienrückfragen: Franz Wieser, Pressesprecher Land Salzburg, Landes-Medienzentrum, Tel.: +43 662 8042-2365, Redaktionshandy: +43 664 3943735

Redaktion: Landes-Medienzentrum