So ein Käse am Winklhof!

Von der Milch bis zur Profi-Vermarktung / An der Landwirtschaftlichen Fachschule lernen die Jugendlichen von Profis

Salzburger Landeskorrespondenz, 17.04.2019
 

(LK) Wissen. Erfahrung. Fleiß. Fingerspitzengefühl. Und natürlich ein guter Rohstoff. Das sind die Zutaten für die perfekte Milchverarbeitung. An der Landwirtschaftlichen Fachschule Winklhof lernen die Schülerinnen und Schüler nicht nur das „Kasn“ vom ersten bis zum letzten Schritt. Landesrat Josef Schwaiger und das Landes-Medienzentrum durften den Lehrern Birgit Viehhauser und Georg Wimmer sowie ihren „Nachwuchs-Kasern“ über die Schulter schauen.

 

 

Der Blick ist konzentriert, die Handgriffe sitzen perfekt, als Lehrerin Birgit Viehhauser Anweisungen gibt. Dann ist es gelungen, den Käsebruch richtig zu schneiden, und Alina Hirscher atmet ein bisschen auf. Die Schülerin der LFS Winklhof kommt aus Scheffau und macht an diesem Tag zusammen mit ihren Kollegen Maria Wimmer aus Hallein, Jakob Steinberger aus Grödig und Andreas Egger aus Hallein Weichkäse. Die Schule in Oberalm hat eine eigene Käserei, 5.000 Liter Milch pro Jahr vom eigenen Betrieb werden hier verarbeitet.

Vom ersten bis zum letzten Schritt

„Mir ist es besonders wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler wirklich jeden Schritt der Verarbeitung lernen. Vom Holen der Milch aus dem Stall bis hin zum Ausliefern des fertigen Produkts an unsere Küche. Auch Hygiene und die richtige Lagerung gehören dazu – und auch die Vermarktung. Sie sollen stolz sein auf das, was sie da selber gemacht haben“, so Birgit Viehhauser, die ihre „Kas-Künste“ zusammen mit Experte Georg Wimmer an der Schule und auf einer Alm in Sportgastein am Nassfeld jeden Sommer perfektioniert. Sofern das möglich ist, denn das Verarbeiten von Milch hat meistens eigene Gesetze, kann sogar wetterabhängig sein. Aber je besser das Handwerk, umso wahrscheinlicher ist ein köstliches Ergebnis.

Lebensmittelverarbeitung ist Pflichtfach an den LFS

„Ich bin froh, dass die Lebensmittelverarbeitung an den Landwirtschaftlichen Fachschulen mittlerweile Pflicht, nicht Kür ist. Produzieren ist das eine. Wissen, was man daraus machen kann, und die professionelle Vermarktung ist das andere. Der Winklhof ist Direktvermarkter der ersten Stunde. Und wie man sieht und schmeckt: So kann man als Landwirtin oder Landwirt wirtschaften und leben, indem man Nischen findet und selber verkauft, wie auch hier am Bauernmarkt“, sagt Landesrat Josef Schwaiger, als er die Produkte mit den Jugendlichen und Direktor Georg Springl bei einer Jause verkostet.

In der Schule gemacht, in der Schule auf den Tisch

Die Produkte, die aus der Milch entstehen, werden auch am Winklhof konsumiert, der Rest vermarktet. „Unser Küchenteam weiß die Produkte sehr zu schätzen, und auch die Schüler haben viele Dinge, auf die sie sich regelrecht freuen. Wenn es zum Beispiel frisches Joghurt gibt. Da kommt dann auch gegenseitige Kritik, was ich sehr gut finde“, betont Viehhauser.

Köstlicher Beweis für das Gelernte

Georg Wimmer und Birgit Viehhauser, die führen jedenfalls ein „Kas-Leben“, haben sich der Sache voll und ganz verschrieben, freuen sich, ihr Wissen weiterzugeben. „Das eigene Produkt schmeckt viel besser, wenn man weiß, wie viele Arbeitsschritte da dahinterstecken“, sind sie sich einig. Und die vier „Kaser“ dieses Tages, Maria Wimmer, Jakob Steinberger, Alina Hirscher und Andreas Egger, sind sich einig: „Das Beste daran ist, ein Stück vom Selbstgemachten nach Hause zu nehmen und damit zu zeigen, was man kann.“ Mit dieser Motivation kann der Käse, das Joghurt, die Butter und vieles mehr eigentlich nur gelingen. Und dann ist er – garniert mit einer Portion Zufriedenheit mit der eigenen Arbeit – auch leicht an die Frau und den Mann zu bringen. REP_190417_70 (mel/grs)

Medienrückfragen: Martin Wautischer, Büro Landesrat Josef Schwaiger, Tel.: +43 662 8042-2700, Mobil: +43 664 3122368, E-Mail: martin.wautischer@salzburg.gv.at

Redaktion: Melanie Hutter/Landes-Medienzentrum