Waldbrände: In Kroatien für Salzburg gelernt

Internationale Kat-Schutz-Übung in Cres unter Salzburger Federführung / Benefit für die Feuerwehrarbeit in der Heimat

Salzburger Landeskorrespondenz, 17.04.2019
 

(LK)  Im Ernstfall alles richtig machen. Dazu ist nicht nur eine fundierte Aus- und Weiterbildung notwendig, sondern auch laufende Praxis angesagt. Feuerwehrleute aus Salzburg haben dies bei einer internationalen Katastrophenschutzübung auf der kroatischen Insel Cres getan: 52 Stunden Waldbrandbekämpfung. „Wenn du da bestehst, dann regt dich daheim bei einem Einsatz nichts mehr auf“, ist Markus Kronreif aus Abtenau überzeugt.

Der Tennengauer Abschnittsfeuerwehrkommandant Markus Kronreif war Teamleiter des österreichischen Kontingents bei „Cresex“. 69 Mitglieder der Kat-Züge aus Salzburg, Niederösterreich und der Steiermark – unter Salzburger Federführung - waren mit 21 Fahrzeugen auf der Kvarner-Insel im Einsatz, gemeinsam mit mehr als 200 weiteren Kollegen aus Kroatien, Italien, Frankreich, Spanien, Griechenland, Rumänien und Bulgarien.

Erste große Waldbrandübung der EU überhaupt

650 Kilometer Anreise, fast elf Stunden im Auto, dann drei Tage Übung und nur wenig Schlaf – warum macht man das eigentlich? Österreich hat sich in Brüssel dazu verpflichtet, an einer bestimmten Zahl an internationalen Übungen teilzunehmen „Es war die erste große Waldbrandübung der EU überhaupt. Das war für uns besonders interessant und wir haben uns gleich gemeldet“, erklärt Kronreif, denn: „So etwas haben wir noch nie im Ausland und unter internationaler Beteiligung geübt.“ Und nachdem Salzburg eine gewisse Vorreiterrolle im Bundes-Feuerwehrverband hat, was die Übungserfahrung betrifft, stand das österreichische Kontingent unter seinem Kommando.

Mit dem Gerät „auf Du und Du“

„Das war Dienst unter erschwerten Verhältnissen. Wir waren mit überraschenden, ungewöhnlichen Aufgabenstellungen konfrontiert, mussten flexibel arbeiten und findig sein. Nach einer solchen Übung ist jeder mit seinem Gerät auf ,Du und Du‘. Das bringt uns natürlich enorm viel, auch für die Einsätze zuhause“, schildert der Abschnittsfeuerwehrkommandant den Benefit für die tägliche Arbeit in der Heimat.

Bestens „zusammengespielt“

Ein Übungsziel war es auch, die Zusammenarbeit der Landesfeuerwehrverbände zu intensivieren. „Es hat völlig problemlos funktioniert und ist ein Beweis für die hohen Qualitätsstandards der Feuerwehrten in Österreich“, betont Kronreif. Quasi wie am Schnürchen lief dabei auch die Kooperation innerhalb des achtköpfigen salzburgisch-niederösterreichisch-steirischen Führungsteams ab. „Das sind alles Kollegen mit internationaler Ausbildung. Wir waren bestens ,zusammengespielt‘“, so das Resümee des Teamleiters.

Kat-Züge und 250 Feuerwehr-Experten

Insgesamt verfügt Salzburg über einen Pool von 250 bestausgebildeten Feuerwehr-Experten für Katastrophenfälle. Außerdem gibt es noch die Kat-Züge des Landes. Je nach Größe hat jeder Bezirk eine oder zwei dieser Einheiten mit je rund 40 Personen und sieben bis acht Fahrzeugen zu stellen. 28 Mann aus allen Gauen des Landes waren jetzt in Cres mit dabei. Für Landeshauptmann Wilfried Haslauer ist klar: „In Salzburg haben wir hervorragend ausgebildete Feuerwehrleute und ein insgesamt sehr gut organisiertes und ausgerüstetes Feuerwehrwesen.“ Das Land unterstützt diese bestmöglich beim Ankauf von Fahrzeugen und anderen Spezialgeräten für die immer vielfältigeren Aufgaben – auch im Ernstfall im Ausland.

Nachbarschaftshilfe bei Katastrophen

So waren Mitglieder der Salzburger Kat-Züge mit Notstromaggregaten und Hochleistungspumpen vor fünf Jahren bei unseren südlichen Nachbarn im Einsatz: nach einem Eisregen im Winter 2014 in Slowenien zur Stromversorgung und dann im Sommer desselben Jahres bei der Hochwasserkatastrophe in Serbien. Auch heuer im Jänner haben zwei Salzburger Kat-Züge „drent“ in Bayern nach den enormen Schneefällen geholfen.

Wie in einer großen Familie

Damit das „Retten, Bergen, Löschen und Schützen“ weiterhin so schlagkräftig und professionell praktiziert werden kann, wird laufend weiter geübt: egal ob im eigenen Ort, gemeinsam mit den Kollegen aus der Nachbargemeinde – etwa bei einer Waldbrandübung auf dem Zinkenkogel in Hallein Ende April, bezirksweise oder national – bei der nationalen Übung „Lentia“ Anfang Oktober in der oberösterreichischen Landeshauptstadt. Und dabei spielt noch ein weiterer Faktor eine ganz entscheidende Rolle: die Gemeinschaft, denn: „Am Ende ist es fast wie in einer großen Familie“, bringt es Markus Kronreif auf den Punkt. LK_190417_21 (kg/mel)

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Redaktion: Landes-Medienzentrum