Mit Sicherheit gut mit dem Moped unterwegs

Geschwindigkeit, Abstand und Rücksicht / Theorie und Praxis am Simulator in Bad Gastein

Salzburger Landeskorrespondenz, 01.05.2019
 

(LK) Das Moped – es bedeutet vor allem am Land das erste Mal Freiheit und Unabhängigkeit. Doch die Unfallzahlen belegen, dass es auch Risiken birgt. „Mit dem Simulator gehen Experten deshalb direkt in die Schulen, damit die Jugendlichen ein Gefühl für die Gefahr bekommen, das Bewusstsein geschärft wird“, so Verkehrslandesrat Stefan Schnöll. Das Landes-Medienzentrum hat sich an der Polytechnischen Schule in Bad Gastein angesehen, wie das funktioniert.

 

 

Wie wichtig die „Aufklärung“ über die Gefahren ist, zeigen die Zahlen. Von 2013 bis 2017, also innerhalb von nur fünf Jahren, wurden in Salzburg 1.869 Mopedfahrer im Straßenverkehr verletzt, weitaus die meisten (1.542) davon waren zwischen 15 und 24 Jahre alt.

Schnöll: „Das Unfallrisiko minimieren“

Der Verkehrssicherheitsfonds des Landes Salzburg, die AUVA und die Verkehrsclubs entsenden daher ausgebildete Verkehrspsychologen und Instruktoren in die neunten und zehnten Schulstufen. Auf dem Plan: Theorie und Praxis. „Dabei kommt der Spaß nicht zu kurz, denn so erreichen wir die Jugendlichen. Praktisch dargestellte Situationen oder auch eine Fahrt mit dem Mopedsimulator, so prägt sich das Vermittelte ein. Die Schülerinnen und Schüler bekommen ein Gefühl dafür, wie sie das Unfallrisiko minimieren“, ist Landesrat Stefan Schnöll überzeugt. 200 bis 400 Jugendliche pro Jahr nehmen an diesen Workshops teil.

Fahrt mit dem Simulator prägt sich ein

Die „Moped-Stunden“ blieben zumindest bei Andreas Pertl (15) aus Dorfgastein nicht ohne Wirkung. „Ich habe ein Auto übersehen und einen Unfall gebaut, aber nur am Simulator“, so der Schüler. Er hat schon ein eigenes Moped und meint: „Mit dem bin ich ein wenig vorsichtiger unterwegs als hier im Klassenzimmer, schließlich kann da draußen wirklich etwas passieren. Aber auf meinen fahrbaren Untersatz möchte ich nicht verzichten.“ Rachel Stettner (15) aus Bad Gastein hingegen ist noch nicht mit dem „echten“ Zweirad unterwegs, aber machte am Simulator eine gute Figur – bis es krachte. „Ich war ein wenig nervös und habe nicht damit gerechnet, dass das Auto so schnell da ist“, zieht sie ein Resümee über ihre Fahrt durch den virtuellen Stadtparcours.

Theorie als Einführung

Wichtiger Teil des Workshops ist die theoretische Einführung. „Keiner Mutter ist es wichtig, wer den Unfall verursacht hat, wenn das Kind im Spital liegt. Der höchste Preis, den man bezahlt, ist die Gesundheit oder gar das Leben“, weiß Verkehrspsychologin Annemarie Pleininger - was sie auch den Schülerinnen und Schülern in der Theoriestunde vermittelt.

Instruktor: „Das Moped ist für die Jugendlichen auch Freiheit.“

Jürgen Witzemann, er ist Moped Instruktor, erklärt währenddessen der zweiten Schülergruppe am Simulator selbst, was zu beachten ist. „Wir sind nicht hier, um zu vermitteln ,fahrt gar nicht mit dem Moped‘. Oft ist es die erste Möglichkeit ,frei‘ zu sein, unabhängig von den Eltern, was natürlich auch Gefahren birgt, aber: Es soll Spaß machen, auch im richtigen Leben. Dinge wie die richtige Geschwindigkeit, Rücksicht nehmen, Abstand halten, abbiegen sowie bremsen, das alles wollen wir vermitteln“, so Witzemann. Das „Fake-Moped“ ist dafür offenbar das richtige Mittel, denn so können Gefahrensituationen geübt werden, „ziemlich realistisch“, wie die Schülerinnen und Schüler einhellig fanden. LK_190501_70 (mel/sm)

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Medienrückfragen: Christoph Bayrhammer, Büro Landesrat Stefan Schnöll, Tel.: +43 662 8042-3341, Mobil: +43 664 6190071, E-Mail: christoph.bayrhammer@salzburg.gv.at

Redaktion: Melanie Hutter/Landes-Medienzentrum