„Erdäpfelstärke“ gewinnt den Volkskulturpreis

Kultur- und Bildungsprojekt zeigt, wie bedeutend und vielseitig das „Universalgenie“ Kartoffel ist

Salzburger Landeskorrespondenz, 06.05.2019
 

(LK)  Die Preisträger für den Salzburger Volkskulturpreis 2019 stehen fest. Eine unabhängige Jury wählte das Projekt „Stark mit Erdäpfel – Erdäpfelstärke“ des Vereins Hollersbacher Kräutergarten und Bienenlehrpfad zum Gewinner des mit 6.000 Euro dotierten Hauptpreises. Die beiden Förderpreise zu je 3.000 Euro gehen an das Pinzgauer Volksschulprojekt „Volkskultur macht Schule“, und an das Buchprojekt „Textile Landschaft Salzburg“ von Monika Thonhauser.

„In der Entscheidung spiegelt sich die große Bandbreite der Volkskultur wider – vom bewussten Umgang mit heimischen Lebensmitteln über die zeitgemäße Vermittlung von traditionellen Liedern, Tänzen und Musik bis hin zu einer wissenschaftlichen Dokumentation über die Kulturgeschichte der Spitzenklöppelei in Salzburg und der Vermittlung dieser Handwerkstechnik. So viele Menschen es gibt, so viele unterschiedliche Zugänge zur Volkskultur gibt es. Das hält die Volkskultur lebendig, vielfältig und offen dazu, immer wieder neue Impulse aufzunehmen. Die Auszeichnungen mit dem Volkskulturpreis dokumentieren diese Erneuerungskraft und holen sie exemplarisch vor den Vorhang“, gratulierte Landeshauptmann-Stellvertreter Heinrich Schellhorn den Preisträgerinnen und Preisträgern und bedankte sich bei der Jury.

Neue Impulse für heimische Volkskultur

Der Salzburger Volkskulturpreis wird für maßgebliche und innovative Impulse des volkskulturellen Lebens im Land Salzburg vergeben. Die unabhängige Jury, bestehend aus dem Volkskundler Manfred Seifert vom Volkskundeinstitut Marburg/Lahn als Vorsitzenden, der Obfrau des Landesverbandes Salzburger Museen und Sammlungen Andrea Dillinger, dem Musikwissenschafter und Archivar Wolfgang Dreier-Andres, der stellvertretenden Landjugendleiterin Claudia Frauenschuh und der Mitarbeiterin des Salzburger Bildungswerks, Michaela Habetseder, hat unter allen 29 Einreichungen einstimmig die Entscheidung für den Haupt- und die beiden Förderpreisträger gefällt.

Universalgenie Kartoffel

Andrea Rieder als stellvertretende Obfrau des Vereins Hollersbacher Kräutergarten und Bienenlehrpfad setzt sich bereits seit Jahren für die von ihr als „Universalgenie“ bezeichnete Kartoffel ein. „Besonders in den Gebirgsgauen gehörten die Erdäpfel zu den wichtigsten Kulturgütern, da sie das Überleben sicherten. Altes Wissen weitergeben, in unseren heutigen Alltag einbauen und vor allem dies auch in Projekten mit Schülerinnen und Schülern zu vermitteln ist eine Kernaufgabe des Projektes“, erläutert Andrea Rieder. Neben der Sortenvielfalt und den Anbaumethoden wird auch gezeigt, wie viel „Gesundes und Pflegendes“ in der Knolle steckt. Dies alles wurde in einer ansprechenden Broschüre über „Eine Knolle, die es in sich hat“ zusammengefasst.

Volkskultur macht Schule

Engagierte Musikum-Lehrer unter Federführung von Gerhard Schmiderer, Gunther Kalcher und Gottfried Standteiner haben das Projekt „Volkskultur macht Schule“ mit den Pinzgauer Leader-Regionen Nationalpark Hohe Tauern und Saalachtal (Barbara Machreich und Georgia Pletzer), dem Musikum, den Gemeinden, den Heimatvereinen und dem Salzburger VolksLiedWerk entwickelt. Ziel ist es, den Kindern der Region Volkslieder und Tänze näherzubringen, damit sie lebendig bleiben. Mit dem Projekt wird weiters ein Fokus auf das Singen gelegt, und nicht zuletzt ist es als Beitrag zur Gemeinschaftsbildung auch ein wertvoller Impuls, um Brücken zwischen den Kulturen und Regionen zu bauen.

Klöppeln wie eine Schrift erlernen

Bei „Textile Landschaft Salzburg – Spitzenhafter Luxus und tägliches Brot 1600-1800“ handelt es sich um eine wissenschaftliche Arbeit und ein Buchprojekt von Monika Thonhauser über die Klöppelspitze, ihre Geschichte, Tradition, historische und aktuelle Bedeutung in Salzburg. Thonhauser ist neben der kulturhistorischen Aufarbeitung auch die Vermittlung der Handwerkstechnik ein großes Anliegen. Sie hat dafür auch eine „Klöppelschrift“ entwickelt, die sie seit Jahrzehnten in Kursen weitergibt.

Verleihung am 12. Juni im ORF-Landesstudio

Der Salzburger Volkskulturpreis wird alle zwei Jahre vergeben. Er ist ein Preis des Landes Salzburg mit Unterstützung der Kurt- und Felicitas-Vössing-Stiftung. Landeshauptmann-Stellvertreter Schellhorn wird die Preise bei einer Feier am 12. Juni um 19.00 Uhr im ORF-Landesstudio überreichen. Für die musikalische Gestaltung des Festaktes wird das Harfenquartett „Todos con fuego“ sorgen, die Preisträger beim Jugendmusikwettbewerb „Prima la Musica“ 2019. LK_190506_60 (sm/grs)

Medienrückfragen: Johanna Jenner, Büro LH-Stv. Heinrich Schellhorn, Tel.: +43 662 8042-4841, Mobil: +43 664 8565718, E-Mail: johanna.jenner@salzburg.gv.at

Redaktion: Landes-Medienzentrum