Gesundheitsversorgung in Salzburg bis 2025 festgelegt

Ausbau der tagesklinischen Betten / Mehr Angebote für ältere Menschen / Spitäler und niedergelassene Ärzte stimmen sich ab

Salzburger Landeskorrespondenz, 24.05.2019
 

(LK) Es ist ein Paradigmenwechsel. Erstmals wurde jetzt eine gesamtheitliche Gesundheitsversorgung für Salzburg bis zum Jahr 2025 sowohl für den niedergelassenen als auch den akutstationären Bereich festgelegt. Dabei wurde insbesondere den Entwicklungen in der modernen Medizin, den geänderten gesetzlichen Rahmenbedingungen und den demographischen Veränderungen Rechnung getragen. Abgebildet und festgeschrieben sind diese Veränderungen im Regionalen Strukturplan Gesundheit (RSG).

 

 

„Die gesamtheitliche Gesundheitsplanung ist ein Meilenstein, der mit substanziellen Veränderungen auf die künftigen Entwicklungen eingeht“, versichert Gesundheits- und Spitalsreferent Landeshauptmann-Stellvertreter Christian Stöckl. Und hier die Pläne sowie die Strategie im Detail:

Anzahl der tagesklinischen und ambulanten Plätze verdreifacht

Der Regionale Strukturplan Gesundheit (RSG) für den akutstationären Bereich, der am 1. Juni in die Begutachtung geht, basiert auf den Festlegungen und Vorgaben der bundesweiten Zielsteuerung. Das Vorhaben: Sicherstellung einer bestmöglich erreichbaren, qualitativ hochwertigen und regional gleichwertigen Gesundheitsversorgung. „Das hat bei der regionalen Strukturplanung im stationären Bereich eine neue Herangehensweise erfordert, die über die traditionelle und mittlerweile laut Experten längst überholte Konzentration auf die Anzahl der Betten hinausgeht. Im Vordergrund steht vielmehr die Planung der Leistungen und Angebote für alle“, unterstreicht Stöckl. So wird in Salzburg im Sinne der Vorschriften des Österreichischen Strukturplanes und der Reform im RSG für den stationären Bereich die Anzahl der Akutbetten in den Salzburger Spitälern von derzeit 3129 auf 2904 reduziert. Gleichzeitig wird die Zahl der tagesklinischen und ambulanten Plätze von aktuell rund 100 auf über 300 ausgebaut. „Dadurch, dass die tagesklinischen Betten oftmals doppelt vergeben werden und eine Auslastung von mehr als 100 Prozent erreicht wird, kommt es zu einer enormen Leistungsverdichtung“, rechnet Christian Stöckl.

Mehr Betreuungsplätze in Psychiatrie, Akutgeriatrie und Onkologie

Aufgrund des raschen medizinischen Fortschrittes können heute viele Leistungen, die früher mit einem stationären Aufenthalt in einem Akutspital verbunden waren, tagesklinisch oder ambulant erbracht werden. Dieser Trend wird sich auch in Zukunft fortsetzen beziehungsweise weiter verstärken. „Mit dem neuen RSG stellen wir sicher, dass auch weiterhin und verstärkt Leistungen in den tagesklinischen oder auch ambulanten Bereich verlagert und dort angeboten werden können“, versichert Stöckl.

Auf Fachbereiche und Regionen abgestimmt

Vor allem ambulante Betreuungsplätze für bisher stationäre Leistungen in den Bereichen Psychiatrie (Erwachsene und Kinder), Akutgeriatrie und Remobilisation oder Onkologie werden gebraucht. „Hier gibt es starken Bedarf, den wir im Sinne der Patientinnen und Patienten erfüllen werden“, so der Gesundheitsreferent. Gleichzeitig werden die Kapazitäten in der Psychiatrie für Erwachsene, Kinder und Jugendliche im Süden unseres Landes (Pongau, Pinzgau, Lungau) ausgeweitet, im Zentralraum wird vor allem die Palliativmedizin ausgebaut.

Zusammenarbeit der Spitäler

Ein weiterer Schwerpunkt des stationären RSG Salzburg 2025 ist die Verbesserung der wohnortnahen Basisversorgung. „Dabei spielen Kooperationen, Abstimmungen und tiefe Vernetzungen zwischen den einzelnen Krankenanstalten genauso eine Rolle wie die Verteilung der Kapazitäten in der jeweiligen Region. Ziel ist es, die regionale Gesundheitsversorgung abzusichern und zu verbessern“, sagt Stöckl.

Neues Traumazentrum in Salzburg

Die Zusammenführung der Universitätsklinik für Orthopädie und Traumatologie mit dem Unfallkrankenhaus zu einem neuen Traumazentrum am Standort des Landeskrankenhauses ist ebenfalls ein Schwerpunkt im neuen RSG.
„Mit diesem Projekt wird die für die Unfallversorgung erforderliche fach- und klinikübergreifende Zusammenarbeit gewährleistet und eine optimale medizinische Versorgung der Bevölkerung auf universitärem Niveau gesichert“, ist sich Stöckl sicher.

Spitäler und niedergelassene Ärzte stimmen sich ab

Eine Schlüsselrolle in der integrierten regionalen Versorgung spielt die Zusammenarbeit von Spitälern und niedergelassenem Bereich. Die gemeinsame Planung und die Vermeidung paralleler Angebote sind wesentliche Faktoren einer effizienten, zukunftsorientierten Versorgung. Der erste Teil des Regionalen Strukturplans Gesundheit für den ambulanten Bereich konnte bereits im Spätherbst 2018 beschlossen werden. 15 zusätzliche Stellen für Allgemeinmedizin – exklusiv für Primärversorgungseinheiten – und zwölf zusätzliche Fachärzte bilden den Kern der Ausbaupläne bis 2025. „Wir begrüßen es, dass jetzt die Planungsunterlage für die Spitäler mit dem stationären RSG ebenfalls vorliegt“, erklärt der Obmann der Salzburger Gebietskrankenkasse (SGKK), Thom Kinberger.

Dichtes Versorgungsnetz an Ärztinnen und Ärzten

Österreichweit hat Salzburg, nach Wien, das zweitdichteste fachärztliche Versorgungsnetz. Dennoch ist in einigen Bereichen ein Ausbau notwendig, um den veränderten Anforderungen gerecht zu werden. Ein wachsender Bedarf ist in der Inneren Medizin zu erwarten, dem mit drei neuen Stellen entsprochen wird. Zusätzlich sind je eine neue Facharztstelle in den Bereichen Augenheilkunde, Dermatologie, Kinderheilkunde, Neurologie und Urologie geplant. Die psychiatrische Versorgung wird deutlich ausgebaut. Drei zusätzliche Facharztstellen für Psychiatrie und eine für Kinder- und Jugendpsychiatrie sind festgelegt. Salzburg ist damit das Bundesland mit dem dichtesten Angebot an Fachärzten für Psychiatrie.

Fünf Versorgungszentren im Land

Im Bereich Allgemeinmedizin sollen fünf Primärversorgungszentren entstehen, die für die Patienten längere Öffnungszeiten, die Zusammenarbeit mehrerer Ärzte und die Einbindung anderer Gesundheitsberufe bringen werden.
„Es ist unsere Pflicht, rechtzeitig vorzusorgen, um für die Zukunft optimal gerüstet zu sein. Besonders wichtig ist es uns, dass in einigen Fachgebieten – wie zum Beispiel in der Psychiatrie – ein regional ungleiches Versorgungsniveau ausgeglichen wird. Mehr Fachärzte sind gerade auch am Land notwendig, um Patienten auch außerhalb der Spitäler gut versorgen zu können. Die geplanten Primärversorgungszentren sind uns wichtig, weil sie eine gute Alternative sein werden, die auch Ambulanzen entlasten können“, sagt Kinberger, und er ergänzt: „Uns ist mit dem regionalen Strukturplan Gesundheit ein Meilenstein für die Gesundheitsversorgung der Salzburger gelungen. An diesem Beispiel wird deutlich, wie wichtig es ist, dass wir im eigenen Bundesland Entscheidungen treffen können, und dass nicht in Wien über Arztstellen und Gesundheitsversorgung in Salzburg entschieden wird.“ LK_190524_70 (rb/mel/grs)

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Redaktion: Landes-Medienzentrum