Größter Vorsprung der Nummer 1 aller Zeiten

EU-Wahl 2019 / Die Besonderheiten in Salzburg / Gewinner und Verlierer

Salzburger Landeskorrespondenz, 27.05.2019
 

(LK) Es gab an diesem Wahlsonntag viele Überraschungen, einige stechen aber besonders ins Auge und waren so auch noch nie da. Gernot Filipp, Leiter der Landesstatistik, über die bemerkenswerten Fakten, Gewinner und Verlierer in den Gemeinden und die relativ hohe Wahlbeteiligung (Stand vor der Auszählung der Wahlkarten, zirka 42.000 werden heute noch ausgezählt).

Die Beteiligung (ohne Wahlkarten) mit 47,9 Prozent in Salzburg dürfte viele überrascht haben, auch Gernot Filipp bezeichnet sie als „bemerkenswert“. Und er rechnet damit, dass sie nach Auszählung der Wahlkarten im Laufe des Montags noch um zirka zehn Prozentpunkte steigen wird. „Das ist aber auf jeden Fall die zweithöchste seit wir EU-Wahlen haben. Nur bei der ersten im Jahr 1996 lagen wir mit 65 Prozent noch darüber“, so Filipp.

Größter Vorsprung aller Zeiten und erstmals über 40 Prozent

Aber diese EU-Wahl war noch in vielerlei anderen Aspekten eine besondere. Zum Beispiel gab es für den Erstplatzierten noch nie einem Stimmanteil von über 40 Prozent. Die ÖVP kommt dieses Mal (ohne Wahlkarten) auf 44,2 Prozent. Und der Vorsprung der Nummer 1 bei diesem Votum ist ebenfalls Rekord. Die ÖVP hängte dieses Mal die SPÖ um 26,4 Prozentpunkte ab, das gab es weder bei EU- noch bei Nationalrats- oder Landtagswahlen.

Schlechtestes Ergebnis für die SPÖ

Die einen jubeln, die anderen trauern. Die SPÖ kam bei dieser EU-Wahl in Salzburg auf 17,8 Prozent (ohne Wahlkarten), das ist das schlechteste Ergebnis der Geschichte – das gilt für EU-, Nationalrats- und Landtagwahlen.

Gewinner und Verlierer

Blickt man auf die Gemeinden im ganzen Land, so ist das eine „Spiegel“ des Landesergebnisses, mit einigen Ausreißern. Die ÖVP verbucht in 118 von 119 Gemeinden Zugewinne, in 79 Orten zweistellig. Einzig in Göming, eigentlich eine „schwarze Hochburg“, rutscht man von 67,1 Prozent auf 59,7 ab, hat aber immer noch die „absolute Mehrheit“. Dafür „erobert“ die ÖVP in Hintersee um 25 Prozentpunkte mehr. Die SPÖ hat in 107 Gemeinden verloren. Die Gewinne sind überschaubar, nur in Kleinarl und Tweng gewinnen die „Roten“ mehr als zwei Prozentpunkte dazu. Ähnlich ergeht es der FPÖ. In 105 Gemeinden gab es Verluste für die Freiheitlichen, zweistellige in sechs Gemeinden. In Rußbach gab es hingegen plus 6,3 Prozentpunkte, in St. Margarethen plus 4,6 PP. Die Grünen gewinnen in 44 Orten, am meisten in Schleedorf (+ 4,6 PP) und in Unken (+ 3,8 PP). In Strobl gab es für die Grünen ein Minus von 5,6 PP und in Großgmain von 5,0 PP. Und NEOS legen in 94 Gemeinden zu, zum Beispiel in Krimml mit 5,1 PP und in Hollersbach (+ 4,6 PP). Pinke Verluste gibt es in Tweng (minus 7,4 PP) und in Plainfeld (minus 4,0 PP). LK_190527_70 (mel/fw)

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