„Aktion scharf“ gegen unerwünschte Pflanzen

Fotostrecke vom Riesen-Bärenklau-Einsatz der Berg- und Naturwacht in Koppl / Folder informiert

Salzburger Landeskorrespondenz, 31.05.2019
 

(LK) Sie rücken wieder aus, und zwar in gelber Schutzkleidung und mit Werkzeug: sechs ehrenamtliche Mitglieder der Berg- und Naturwacht, die heute in der Gruberfeldsiedlung in der Gemeinde Koppl jene Pflanzen entfernen, die sich unkontrolliert in der Natur ausbreiten und die heimische Flora bedrohen. Speziell die Beseitigung des Riesen-Bärenklaus ist problematisch. Das Landes-Medienzentrum hat die freiwilligen Helfer heute begleitet.

Drüsen-Springkraut, Riesen-Bärenklau, Seidenpflanze, Goldrute, Beifuß-Traubenkraut, Flügelknöterich oder Nuttall-Wasserpest haben eines gemeinsam: Sie sind Neophyten und gehören zu den sogenannten invasiven Pflanzenarten. Diese wurden hauptsächlich als Bienenweide, Zierstaude oder Sichtschutz nach Europa gebracht, wo sie sich nun sehr stark vermehren und die heimischen Arten verdrängen. Ein großes – und teils giftiges Problem.

Unterstützung für die Grundstücksbesitzer

Die Mitglieder der Berg- und Naturwacht helfen dabei ehrenamtlich, die „Übeltäter“ im wahrsten Sinne des Wortes an der Wurzel zu packen. Zum Beispiel heute in Koppl den hochgiftigen Bärenklau. „Wir unterstützen die Grundstücksbesitzer dabei, die Pflanzen rechtzeitig, bevor sie sich vermehren, zu entfernen, wollen aber vor allem das Bewusstsein schärfen, welche Auswirkungen diese eingeschleppten Arten haben“, so Alexander Leitner von der Berg- und Naturwacht. Und er fügt hinzu: „Noch im Juni werden wir 25 Helfer aus allen Bezirken schulen, wie hierbei vorgegangen werden muss, damit sie mit Rat und Tat zur Seite stehe können.“

Alles über Neophyten und deren Beseitigung

Um diese eingeschleppten Pflanzen zu entfernen, ist meist ein großer, teils gefährlicher Aufwand notwendig. „Eine Broschüre der Naturschutzabteilung ,Neophyten – Merkmale, Probleme, Maßnahmen‘ informiert, welche Arten von Neophyten es gibt, wieso einige davon eine Gefahr für Natur und Mensch darstellen und was man dagegen tun kann“, so Naturlandesrätin Maria Hutter. Das Heft kann kostenlos auf der Webseite des Landes heruntergeladen werden.

Bärenklau reizt Haut, Augen und Atemorgane

Bei der Aktion heute in Koppl tragen die Mitglieder der Berg- und Naturwacht eine spezielle Schutzkleidung und Gesichtsschutz, um den Riesen-Bärenklau beseitigen zu können. Mit Spaten werden die Wurzeln durchstochen, also eine „Aktion scharf“ gegen diese gefährliche Pflanze. Der Saft enthält nämlich Substanzen, die in Verbindung mit dem Sonnenlicht zu teils schweren Hautentzündungen bis hin zu Verbrennungen führen können. Neben der Haut müssen auch die Augen und die Atemorgane geschützt werden. Denn bei der Entfernung brechen oft Teile der Pflanze ab. Auch die feinen Härchen des Bärenklaus können eingeatmet werden.

Gefährlicher Einsatz vor zwei Jahren im Lungau

Während das Drüsen-Springkraut schon länger bekannt und auch gefürchtet ist, ist der Riesen-Bärenklau eher neu. „Ich kann mich noch gut erinnern. Vor zwei Jahren erlitt ein Waldarbeiter im Lungau bei dessen Berührung schwere Verbrennungen. Wir sind dann dort ausgerückt, haben geholfen, die schon meterhohen Pflanzen zu entfernen. Danach hat die Feuerwehr uns und die Geräte abgespritzt. Seitdem bin ich gegen den Riesen-Bärenklau regelmäßig im Einsatz, bevor er überhandnimmt“, sagt Walter Ochmann, freiwilliger Helfer und Bezirksleiter der Berg- und Naturwacht im Flachgau. REP_190531_21 (kg/mel)

Medienrückfragen: Christian Blaschke, Büro Landesrätin Maria Hutter, Tel.: +43 662 8042-4921, Mobil: +43 664 5917126, E-Mail: christian.blaschke@salzburg.gv.at

Redaktion: Landes-Medienzentrum