20 Sprengungen machen die B99 wieder sicher

Felsnase zwischen Unter- und Obertauern zerbröselt Schicht für Schicht / Reportage von den explosiven Arbeiten an der Katschbergstraße

Salzburger Landeskorrespondenz, 05.06.2019
 

(LK) Noch bis Anfang Juli kracht es an der Zederhauser Umkehr einmal pro Tag. Jeweils am Abend wird mit zirka 20 Einzelsprengungen eine Felsnase, die auf die Straße zu stürzen drohte, Schicht für Schicht abgetragen. Akribische Arbeit, die in diesen Tagen ein Profi-Team aus Salzburg erledigt. „Und sie haben jetzt erst die ersten sonnigen Tage, bisher hat es nur geregnet. Trotzdem liegen wir gut in der Zeit, Respekt vor dieser Leistung“, betont Verkehrslandesrat Stefan Schnöll.

 

 

Noch einmal die „Sprengwurst“ kräftig ins Bohrloch nachstoßen, die Zündvorrichtung, die verlegten Kabel und alles prüfen. Sprengmeister Franz Portenkirchner aus Taxenbach bringt 20 Jahre Erfahrung mit, die braucht er an dieser heiklen und engen Stelle dringend. „Wir arbeiten jeweils am Abend, wenn der letzte Bus durchgefahren und die Straße gesperrt ist. Dann wird noch einmal alles kontrolliert. Heute ist es die 13. Sprengung, so sechs bis sieben werden wir noch brauchen, dann ist die Felsnase weg“, sagt er.

5.000 Kubikmeter bedrohten die B99

Alois Lassacher von der Straßenbauabteilung des Landes Salzburg und Gerald Valentin vom Landesgeologischen Dienst haben dabei ebenfalls alles im Blick und liefern spannende Details: „Wir beobachten diese Felsnase schon seit Jahren. Heuer wurde die Gefahr einfach zu groß, jetzt werden zirka 5.000 Kubikmeter Gestein abgetragen.“ Und sie fügen hinzu: „Es war der Wunsch der Gemeinde, das Stück für Stück zu machen, um die Straße am Tag immer wieder öffnen zu können. Den haben wir gerne erfüllt.“

Besonders exponierte Stelle

Wer den kurvigen Abschnitt der Nordrampe Richtung Obertauern im Kopf hat, kennt auch die vielen Steinschlagschutznetze, die hier ihren Dienst tun. „Man sieht außerdem, dass dort, wo der Fels weg gesprengt wurde, eine ganz glatte Schicht darunterliegt. Das ist einerseits gut, weil das Problem dann wirklich beseitigt ist, sich nichts mehr bewegt. Aber es sind Schneezäune in Hinblick auf den Winter nötig, um das Abrutschen des Schnees zu verhindern“, erklärt Gerald Valentin.

1,5 Tonnen Sprengstoff

Die Daten und Fakten dieser „explosiven“ Straßenbaustelle sind jedenfalls beeindruckend. „Ich verwende hier Emulsionssprengstoff, der ein wenig wie Gelatine aussieht. Heute sind es zirka 100 Kilogramm, insgesamt zirka 1,5 Tonnen“, rechnet Franz Portenkirchner vor. Das gelöste Gestein wird dann jeweils über Nacht weggeräumt, zirka 500 Lastwagen-Fahrten sind hierfür nötig. Ab 6.20 Uhr früh kann dann der Verkehr wieder rollen. „Hier wird nicht nur die Felsnase entfernt, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten, es entstehen auch neue Schneezäune und ganz in der Nähe neue Steinschlagschutznetze. Insgesamt investieren wir an dieser Stelle zirka 400.000 Euro“, so Landesrat Stefan Schnöll.

Sprengung gelungen, dann eine Nachtschicht

Dass hier absolute Profis am Werk sind, merkt man sofort. Ruhe und Gelassenheit, Erfahrung und auch eine Portion Gefühl sind hier offensichtlich. Der dumpfe Knall der Explosion, die an diesem Tag auf einmal 400 Kubikmeter Gestein kurz anhebt bevor die Massen herunterstürzen, ist aber erst der „Startschuss“ für eine lange Nachtschicht. „Dann müssen das Gestein abtransportiert und der Hang so gesichert werden, dass der Verkehr am nächsten Morgen wieder gefahrlos und einspurig mit Ampelregelung fließen kann“, erläutert Bauleiter Andreas Kreuzer. Das Ganze noch bis Anfang Juli, dann ist die B99 zwischen Unter- und Obertauern wieder gesichert. REP_190605_70 (mel/sm)

Medienrückfragen: Christoph Bayrhammer, Büro Landesrat Stefan Schnöll, Tel.: +43 662 8042-4941, Mobil: +43 664 6190071, E-Mail: christoph.bayrhammer@salzburg.gv.at

Redaktion: Melanie Hutter/Landes-Medienzentrum