Salzburgs Seen werden wärmer

Die ersten Sommer- und Badetage / Hydrographischer Dienst misst seit 125 Jahren

Salzburger Landeskorrespondenz, 05.06.2019
 

(LK) Es gibt zwei Methoden, die Temperaturen in unseren Seen zu messen: Der laienhafte Zeh im Wasser oder die professionelle Methode des Hydrographischen Dienstes des Landes Salzburg. Dieser liefert angesichts der ersten Badetage dieser Saison die aktuellen Daten und Fakten. Fazit: „Langfristig werden die Seen seit Beginn der 1980er-Jahre immer wärmer, zur Zeit sind sie aber noch unterdurchschnittlich temperiert. Ursache ist der zu kalte Mai“, erklärt Hans Wiesenegger, Leiter des Hydrographischen Dienstes.

Es war der kühlste Mai seit 1991 und das wirkt sich auch auf die Temperaturen unserer Seen aus. Die sind mit Temperaturen durchwegs unter 20 Grad recht – sagen wir – frisch. „Durch die bisher fehlenden Sommertage bisher hat sich das Wasser kaum erwärmt. Die Trumerseen und der Wallersee lagen mit 12 bis 16 Grad sowie Wofgang-, Fuschl- und Zeller See mit 10 bis 14 Grad insgesamt um 2 bis 4 Grad unter den langjährigen Mittelwerten“, weiß Hans Wiesenegger. Zum Vergleich: 2018 hatten selbst die kälteren Seen Ende Mai schon 20 Grad erreicht.

Erste Sommertage heizen ein

Ein Licht am Ende des Tunnels ist aber in Sicht. „Die starke Sonneneinstrahlung hat den heimischen Seen in den vergangenen Tagen ,eingeheizt‘. Das Tagesmittel der Wassertemperatur kann sich dadurch pro Woche um rund vier Grad erhöhen“, so Wiesenegger. Die schlechte Nachricht: Es wird ab morgen schon wieder wechselhaft in Salzburg, das Badevergnügen ein wenig gebremst. „Es ist aber ohnehin so, dass die Seen Ende Juli und Anfang Augst am wärmsten sind.“ Die Vorlandseen erreichen dann bis zu 28 Grad als Tagesmittel, der „kühle“ Zeller See - dort wird seit 1898 gemessen - bringt es ebenfalls auf bis zu 24 Grad.

Messungen seit 125 Jahren

Der österreichweite Hydrographische Dienst feiert heuer sein 125-Jahr-Jubiläum. Die langjährigen, genauen Messungen ermöglichen einen guten Vergleich, auch für Salzburg. „Seit Beginn der 1980er-Jahre gibt es einen klaren Trend zur Erwärmung der Seen. Das liegt an der höheren Lufttemperatur infolge des Klimawandels“, so Wiesenegger. Die viertelstündlich aktualisierten Wassertemperaturen gibt es auf der Landes-Website. LK_190605_70 (mel/sm)

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