Das bringt die regionale Gesundheitsplanung für das Tauernklinikum

Stöckl: Ausbau der tagesklinischen Leistungen und Umsetzung von Palliativbetten / Paradigmenwechsel in der Gesundheitsplanung

Salzburger Landeskorrespondenz, 18.06.2019
 

(HP)  Ausbau der tagesklinischen Betten, Anpassung der Akutbetten an die tatsächlichen Erfordernisse und Bedürfnisse sowie die Realisierung von Palliativbetten: Das sind die Schwerpunkte im Regionalen Strukturplan Gesundheit (RSG) für das Tauernklinikum mit den beiden Standorten Zell am See und Mittersill. Mit dem RSG wurde erstmals eine gesamtheitliche Gesundheitsversorgung für Salzburg bis zum Jahr 2025 sowohl für den niedergelassenen als auch den akutstationären Bereich festgelegt.

„Das ist ein Paradigmenwechsel, der mit substanziellen Veränderungen auf die Entwicklungen in der modernen Medizin, die geänderten gesetzlichen Rahmenbedingungen und die demographischen Veränderungen eingeht“, so Gesundheits- und Spitalsreferent Landeshauptmann-Stellvertreter Christian Stöckl.

Weniger Akutbetten, mehr tagesklinisches Angebot

So wird laut Stöckl für den stationären Bereich die Anzahl der Akutbetten in den Salzburger Spitälern von derzeit 3129 auf 2902 reduziert. Gleichzeitig wird die Zahl der tagesklinischen und ambulanten Plätze von aktuell rund 100 auf mehr als 300 ausgebaut. Das Tauernklinikum wird künftig über 312 Betten (derzeit 318) verfügen. Die Anzahl der tagesklinischen Betten wird von derzeit 17 auf 22 erhöht. „Gleichzeitig werden im Süden Salzburgs die Kapazitäten in der Psychiatrie für Erwachsene, Kinder und Jugendliche ausgeweitet und 18 ambulante Betreuungsplätze geschaffen. Davon werden auch die Patientinnen und Patienten im Pinzgau profitieren“, betonte der Gesundheitsreferent.

Leistungen und Angebote statt Bettenzahl

Basis für den akutstationären Bereich sind die Festlegungen und Vorgaben der bundesweiten Zielsteuerung Gesundheit. Diese umfassen unter anderem die Sicherstellung einer bestmöglich erreichbaren, qualitativ hochwertigen und regional gleichwertigen Gesundheitsversorgung. „Diese Ziele haben bei der regionalen Strukturplanung im stationären Bereich eine neue Herangehensweise erfordert, die über die traditionelle und mittlerweile laut Gesundheitsexperten längst überholte Konzentration auf die Anzahl der Betten hinausgeht. Im Vordergrund steht vielmehr die Planung der Leistungen und Angebote für alle, die unser Gesundheitssystem in Anspruch nehmen“, so Stöckl.

Standort Mittersill wird mehr als ein Spital

„Um den Pinzgauerinnen und Pinzgauern, aber auch den vielen Gästen weiterhin die bestmögliche Gesundheitsversorgung zu bieten, werden mit dem RSG 2025 jetzt die Weichen für die nächsten Jahre gestellt“, sagte Tauernklinikum-Geschäftsführer Franz Öller. „Mit der Revitalisierung des Standortes Mittersill wird beispielsweise nicht nur ein hochmodernes Krankenhaus geschaffen, sondern auch Raum für ein Gesundheitszentrum Oberpinzgau. Neben drei Allgemeinmedizinern, dem Zahnambulatorium der Salzburger Gebietskrankenkasse, einer Fachärztin für Gynäkologie, der Praxis für Physikalische Medizin, dem PEPP Pro Eltern Pinzgau und Pongau, dem Gewaltschutzzentrum und den Anonymen Alkoholikern wird aktuell noch mit einigen Interessenten verhandelt“, so Öller.

Zehn Millionen Euro für Projekte freigegeben

Mit den freigegebenen Projektkosten von insgesamt 10,3 Millionen Euro kann am Standort Zell am See den gesteigerten Anforderungen im Ambulanzbereich Rechnung getragen sowie das hauseigene Labor erneuert werden. Außerdem laufen die Mietverhältnisse für die Räumlichkeiten der Verwaltung sowie der Gesundheits- und Krankenpflegeschule im Jahr 2020 aus. Damit kein Provisorium als Übergangslösung für das Verwaltungs- und Schulgebäude beigestellt oder errichtet werden muss, wird dem Innenausbau der Büros und Schulklassen zeitlich der Vorzug gegeben. Die Fertigstellung des Innenausbaus für Verwaltung und Schule sollte Anfang 2021 abgeschlossen sein.

Planungen für Standort Mittersill auf Hochtouren

Die Planungen für den Tauernklinikum-Standort Mittersill laufen auf Hochtouren. In dieser Phase werden die künftigen medizinischen Nutzungen mit den Fachleuten des Tauernklinikums und dem Planungsteam erarbeitet. Grundsätzlich kann die vorgesehene Zeitschiene eingehalten werden, der geplante Baubeginn hat sich jedoch auf Grund eines Einspruchs im Vergabeverfahren um einige Monate verzögert. Der weitere Zeitplan sieht für Oktober 2019 die Fertigstellung der Planunterlagen und Einreichung des Gesamtprojekts bei der Bau- und Sanitätsbehörde vor. Im Anschluss erfolgt im November der Start der Baufeldfreimachung. Der Baubeginn für die erste Bauphase ist im April 2020 vorgesehen.

Neue Wege in der Gesundheitsversorgung

„Die Stadtgemeinde Zell am See als Rechtsträger der Tauernkliniken und des Privatklinikums Ritzensee ist treibende Kraft, wenn es darum geht, die Standorte Zell am See, Mittersill und Saalfelden ständig weiterzuentwickeln und geht hier bewusst neue Wege in der Gesundheitsversorgung. Dies ist notwendig, um für die Pinzgauer Bevölkerung auch in der Zukunft eine medizinische Versorgung auf höchstem Niveau anbieten zu können“, erklärt der Zeller Bürgermeister Andreas Wimmreuter“. LK_190618_55 (rb/grs/sab)

Medienrückfragen: Harald Haidenberger, Büro LH-Stv. Christian Stöckl, Tel.: +43 662 8042-3311, Mobil: +43 664 8921060, E-Mail: harald.haidenberger@salzburg.gv.at

Redaktion: Landes-Medienzentrum