Pflege: Kräfte bündeln und Maßnahmenpaket umsetzen

14 Sofortmaßnahmen umgesetzt / 74 Millionen Euro bis 2023 notwendig

Salzburger Landeskorrespondenz, 27.06.2019
 

(LK) Mehr als 100 Expertinnen und Experten haben für Salzburg das „Maßnahmenpaket Pflege und Betreuung“ in der von Landeshauptmann Wilfried Haslauer initiierten Plattform erarbeitet. Mit Ausbildung, Änderungen für das gesamte Berufsfeld und einem Schwerpunkt auf pflegende Angehörige werden drei große Handlungsfelder in Angriff genommen. Das benötigte Budget beläuft sich auf rund 74 Millionen Euro. „Die Erkenntnisse aus den vergangenen Monaten zeigen, wie dringend und notwendig ein Bündeln der Kräfte in diesem Bereich ist“, so Landeshauptmann Wilfried Haslauer.

 

 

„Die Aufgaben, die vor uns liegen, können wir nur gemeinsam schaffen. Es sind alle gefordert. Das reicht vom gezielten Anbieten der Ausbildungsplätze, über die Verbesserung des Images des Berufes, die Gestaltung der Einkommenssituation bis hin zur umfassenden Unterstützung pflegender Angehöriger“, unterstreicht Landeshauptmann Wilfried Haslauer.

Investitionen in Ausbildung, Arbeitsbedingungen und für pflegende Angehörige

Bis zum Ende der Legislaturperiode werden insgesamt rund 15 bis 20 Millionen Euro vom Land und den Gemeinden pro Jahr investiert werden müssen. In der Gesamtsumme von rund 74 Millionen Euro bis 2023 sind für den Bereich Ausbildung 11,3 Millionen Euro, für Beruf und Arbeit 49,6 Millionen Euro, für die Unterstützung pflegender Angehöriger 11,53 Millionen Euro, für die Digitalisierung 1,4 Millionen Euro und für eine Kampagne zur Bewusstseinsbildung 240.000 Euro vorgesehen.

Starke Kampagne für Ausbildung startet im Herbst

„Das wird ein Kraftakt in der Budgeterstellung, die Umsetzung der Maßnahmen ist aber eine unbedingte Notwendigkeit“, weiß Landeshauptmann-Stellvertreter Christian Stöckl. In den bereits laufenden Budgetgesprächen ist das Thema Pflege ein Fixpunkt. Zusätzlich hat Stöckl die Konzeption einer Kampagne zur Stärkung der Ausbildung in Auftrag gegeben, denn bis 2024 werden knapp 900 zusätzliche Pflegekräfte benötigt. Derzeit wird gerechnet, wie viel Pflegepersonal in den jeweiligen Ausbildungsformen – von der Heimhilfe über die Pflegeassistenz und die Pflegefachassistenz bis zur akademischen Pflegekraft – benötigt wird. „Mir ist es wichtig, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, wie vielfältig und stark dieser Beruf ist. Wir werden dazu im Herbst eine Kampagne präsentieren. Hauptziel ist es, die Motivation und das Interesse für die Absolvierung von Ausbildungen diesen Bereichen zu wecken sowie eine Gesamtinformation und mehr Übersicht über das Berufsbild zu geben“, so Stöckl. Es wird dazu auch einen neuen Internetauftritt beim Land Salzburg geben, der alle Infos bündelt und mit den Partnern vernetzt. Landeshauptmann-Stellvertreter Heinrich Schellhorn ergänzt: „Darüber hinaus müssen wir die Rahmenbedingungen für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer entsprechend gestalten, damit die Menschen den Beruf gerne erlernen und dann auch lange ausüben können und wollen. Etwa die Unterschiede am Lohnzettel bei der mobilen Pflege sollen ausgeglichen werden.“

Anzahl der 80-Jährigen verdoppelt sich – Alltagsbegleitung kommt

Verschärft wird die Situation in den kommenden Jahren durch den demographischen Wandel. Bis Mitte der 2020iger Jahre werden in Salzburg mehr Seniorinnen und Senioren leben als junge Menschen. Die Anzahl der Über-80-Jährigen wird sich bis 2040 um mehr als 25.000 auf rund 51.000 verdoppeln. „Das hat Auswirkungen auf alle Pflegebereiche. Es wird mehr Beratungen, Haushaltshilfen und Angebote in Tageszentren brauchen. Wir müssen weiterhin so planen, damit alle Menschen die Unterstützungen bekommen, die sie brauchen. Wir werden auch ein neues Angebot einführen - eine stundenweise Alltagsbegleitung für Menschen, die zu Hause leben. Diese neue Betreuungsform soll auch ein Entlastungsangebot für pflegende Angehörige sein“, so Landeshauptmann-Stellvertreter Heinrich Schellhorn. Schon heute nimmt der Bereich Pflege und Betreuung den größten Posten im Sozialbudget ein.

Leben in den eigenen vier Wänden ermöglichen

Der demographische Wandel wirkt sich auf viele Bereiche aus, auch auf den Alltag und die Wohnsituation. „Ziel ist ein gesundes Leben im Alter mit einer Versorgung durch ein Netzwerk an professionellen Ansprechpartnern. Dadurch verlagert sich die Versorgung vom stationären zum wohnortnahen, mobilen Bereich. Das erfordert auch eine Stärkung von gefördertem Wohnbau mit betreutem Wohnen“, unterstreicht Landesrätin Andrea Klambauer.

Alle Partner planten, jetzt wird umgesetzt

Mit einzelnen Maßnahmenberichten geht die Arbeit der Plattform für Pflege und Betreuung zu Ende. „Mir war es damals wichtig, dass wir unter Einbindung aller Partner eine gemeinsame Sicht auf dieses Zukunftsthema entwickeln. Jetzt ist es wichtig, konzentriert an die Umsetzung zu gehen“, so Landeshauptmann Wilfried Haslauer. LK_190627_70 (fw/mel)


Medienrückfragen: Christian Pucher, Büro Landeshauptmann Wilfried Haslauer, Tel.: +43 662 8042-2325, Mobil: +43 664 88719098, E-Mail: christian.pucher@salzburg.gv.at

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Melanie Reinhardt, Büro Landesrätin Andrea Klambauer, Tel.: +43 662 8042-4910, Mobil: +43 664 5405895, E-Mail: melanie.reinhardt@salzburg.gv.at

Redaktion: Landes-Medienzentrum