Langzeitprognose für die Wasserversorger

Hitzewellen in Salzburg / Nasser Frühling hat die Speicher aufgefüllt / Lokale Probleme mit Trockenheit

Salzburger Landeskorrespondenz, 30.06.2019
 

(LK) Großwetterlage. Verdunstungsgrad. Grundwasserspiegel. Alles gemeinsam betrachtet, ermöglicht nun, einen ganzen Monat in die Zukunft zu blicken – zumindest was die Trinkwasserversorgung in Salzburg betrifft. „Bei uns arbeiten absolute Profis, um uns mit dem wertvollen Nass zu versorgen, sie bringen sehr viel Erfahrung mit und kennen ihr ,Revier‘ genau. Doch die sehr heißen Sommer, die uns aufgrund des Klimawandels offenbar immer öfter treffen, bedeuten eine große und neue Herausforderung. Diese künftige Prognose hilft, die Trinkwasserversorgung zu sichern“, sagt Landesrat Josef Schwaiger.

 

 

Am neuen Prognosemodell arbeiteten absolute Experten. Die Meteorologen der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG), der Hydrographische Dienst des Landes Salzburg und der Dachverband der Wasserversorger schaffen so eine relativ exakte Vorhersage, ob in den kommenden vier Wochen mit Wasserknappheit zu rechnen ist. Ist es nicht, aus derzeitiger Sicht. Aktuell gibt es nur lokal begrenzte Probleme bei einigen Hausbrunnen.

Großes Zeitfenster, rechtzeitige Reaktion

„Fest steht, je größer das Zeitfenster ist, um so vorausschauender können unsere Wasserversorger im Land Salzburg reagieren“, so Landesrat Josef Schwaiger. Bisher war eine Voraussage von zwei Wochen realistisch, durch die Einbeziehung der Großwetterlage (ZAMG) plus die Kenntnisse über den Grundwasserhaushalt (Hydrographischer Dienst) sind nun die Prognosen relativ genau bis zu vier Wochen möglich. „Nehmen wir als Beispiel Mai und Juni. Da haben wir genau gesehen, dass beim Monatswechsel der Index nach unten ging, von feucht über normal zu einem trockenen Bereich“, erklärt Bernhard Niedermoser von der ZAMG. Er wird am kommenden Dienstag, 2. Juli, die erste Vorschau für Salzburg und den gesamten Monat erstellen (Beispiel für so eine Langzeitprognose, siehe Beilage).

Wasserversorger reagieren im Falle des Falles

Zeichnet sich eine vorübergehende Dürre ab, können die heimischen Wasserversorger rechtzeitig und koordiniert reagieren. „Auf der einen Seite ist es möglich, dass sich benachbarte Versorger absprechen, auf der anderen Seite kann der Verbrauch in den betroffenen Regionen eingeschränkt werden. Auto waschen, Pools füllen – es gibt viele Arten, Wasser zu sparen“, so Matthäus Wimmer, Obmann des Dachverbandes der Wasserversorger.

Landwirtschaft leidet besonders unter Trockenheit

Doch nicht nur Privathaushalte könnten von einer Knappheit betroffen sein, auch die Landwirte hängen vom wertvollen Nass ab. „Auch hier ist es besser, ein größeres Zeitfenster zu haben. Ersatzlieferungen müssen koordiniert, eventuell Notreserven angezapft werden“, so Landesrat Schwaiger.

Nasser Frühling bewahrt uns heuer vor der Dürre

Jedenfalls droht Salzburg zurzeit kein Trinkwassermangel, denn das nasse Frühjahr hat die Speicher aufgefüllt, wie Harald Huemer vom Hydrographischen Dienst des Landes. „Es gibt keinen Anlass zur Sorge, dass es bei der Versorgung zu Engpässen kommt“, bestätigt der Experte. Dennoch: Nachdem der Juni viele Hitzerekorde gebrochen hat und auch Salzburg offenbar immer heißer wird, sorgt die langfristige Prognose doch für einen gewissen Spielraum, rechtzeitig Maßnahmen zu setzen.

Daten und Fakten zur Wasserversorgung

  • Es sprudelt aus 5.312 großen und 672 kleinen Quellen sowie Brunnen
  • Diese sind im Wasserbuch des Landes Salzburg dokumentiert
  • 635 öffentliche Versorger, private wie Genossenschaften, sorgen für einwandfreies Trinkwasser. LK_190630_70 (mel/kg)

Medienrückfragen: Martin Wautischer, Büro Landesrat Josef Schwaiger, Tel.: +43 662 8042-2700, Mobil: +43 664 3122368, E-Mail: martin.wautischer@salzburg.gv.at

Redaktion: Melanie Hutter/Landes-Medienzentrum