Festung Kniepass als neue Attraktion im Saalachtal

Konzept zur Neubelebung der historischen Anlage im Pinzgau / Umsetzung bis 2021

Salzburger Landeskorrespondenz, 04.07.2019
 

(LK) Die Festung Kniepass zwischen Unken und Lofer im Pinzgauer Saalachtal wird aus dem Dornröschenschlaf geholt: Ein modernes Besucherzentrum, Erlebnisausstellungen, eine spektakuläre,130 Meter lange Rutsche sowie Gastronomie mit regionalen Spezialitäten sollen die zentralen Attraktionen werden. Landeshauptmann Wilfried Haslauer und Landeshauptmann-Stellvertreter Christian Stöckl präsentierten heute die Pläne für die touristische Neubelebung.

„Mit einem markanten Gastronomie- und Besucherzentrum als Blickfang für Durchreisende direkt neben der Bundesstraße, einem attraktiven Ausstellungskonzept und einer spektakulären Rutsche, die über 50 Höhenmeter von der Festung ins Tal führt, wird das Gesamtkonzept Festung Kniepass zum neuen touristischen Highlight im Saalachtal“, ist Landeshauptmann Wilfried Haslauer überzeugt. Bis 2021 soll alles umgesetzt sein.

Touristisches Leuchtturmprojekt

Das Land hat die weitgehend original aus dem 17. Jahrhundert erhaltene Anlage 1968 vom Bund erworben. Bisher war sie für die Öffentlichkeit kaum zugänglich „Das Gesamtinvestitionsvolumen liegt nun bei knapp 6,4 Millionen Euro inklusive der privaten Aufwendungen für die Rutsche. Das Budget wird von der Salzburger Burgen- und Schlösserbetriebsführung (SBSB), dem Land und Projektpartnern aus der Region Unken-Lofer aufgebracht“, erläuterte Christian Stöckl die finanzielle Seite. „Wir haben nun die Voraussetzungen geschaffen, die geschichtsträchtige und gut erhaltene Festungsanlage zu einem touristischen Leuchtturmprojekt für das Saalachtal zu machen“, waren sich Haslauer und Stöckl einig.  

Siegerprojekt vom Vorarlberger Büro Marte.Marte

Der erste Schritt war die Durchführung eines internationalen Wettbewerbs: Das Vorarlberger Architekturbüro Marte.Marte erhält den Zuschlag für den Bau des Besucherzentrums und die behutsame Adaptierung der Festung samt Einbindung der Riesenrutsche. 25 Büros waren eingeladen, ihre Ideen einzureichen. Aus sieben anonymen Entwürfen wählte die unabhängige Jury unter dem Vorsitz des Innsbrucker Architekten Rainer Köberl einstimmig das Siegerprojekt aus. Die Brüder Bernhard und Stefan Marte haben kürzlich mit der neuen Landesgalerie in Krems in Niederösterreich für Aufsehen gesorgt.

Spannendes Architekturkonzept

Architekt Stefan Marte über sein Siegerprojekt: „Der eingeschoßige Neubau der Raststätte wird parallel zur Loferer Straße situiert und besteht aus einer spannenden Abfolge von Raumkammern, die durch eine schuppenartige Dachlandschaft einerseits zusammengehalten werden und andererseits klar ablesbar sind. Diese skulpturale Großform erzeugt ein einzigartiges, unverwechselbares Erscheinungsbild und fügt sich in die beeindruckende Topographie der umgebenden Landschaft ein.“ Das Besucherzentrum samt Gastronomie entsteht direkt neben dem Parkplatz am Fuß der Burganlage. Die Festungsbauten werden bei Wahrung des Denkmalschutzes als Ausstellungsräume sensibel adaptiert.

Holz und Beton als Baumaterialien

Die äußere Erscheinung der Raststätte wird vom Spiel der großen, mit Holz gerahmten Panoramafenster mit den spannungsvoll gegliederten Dachelementen aus rotbraun gefärbtem Beton bestimmt. Das Blechdach wird der Farbgebung des Betons angepasst. Im Inneren dominiert der Werkstoff Holz bei den Böden sowie den Wand- und Deckenflächen mit pastellfarbigen Akzenten im Kontrast mit geschliffenen Estrichflächen.

Familienorientiertes Museumskonzept

Das familienorientierte Museumskonzept wird sich mit der Geschichte der Festung und dem wechselvollen Schicksal dieses Grenzraums zwischen Salzburg, Tirol und Bayern auseinandersetzen. Über die historische Dimension hinaus soll die Vielschichtigkeit des Themas Grenzen dargestellt werden: Welche Bedeutung haben diese im geographischen und im übertragenen Sinn für uns? Wozu brauchen wir Grenzen und wie erfahren wir diese im Alltag? Wie werden diese legal und illegal überschritten? Derzeit werden die wissenschaftlichen Grundlagen recherchiert und die einzelnen Ausstellungsthemen erarbeitet. Im Herbst 2019 erfolgt die Ausschreibung für die Museumsgestaltung.

Längste Rutsche Salzburgs

Nach dem Besuch der Ausstellung verspricht in Zukunft die längste Rutsche Salzburgs einen Adrenalinschub und Spaß für die ganze Familie: In wenigen Sekunden flitzt man die 50 Höhenmeter von der Festung zum Parkplatz hinunter. Ein eingebauter Kreisel sorgt auf der 130 Meter langen Bahn für den besonderen Kick. Die Röhre ist klimatisiert, sodass die Festung Kniepass zu einer wetterfesten Ganzjahresdestination aufgewertet und auch das Wintersportangebot der Region bereichern wird. Der private Projektträger und Inhaber Thomas Reisenhofer finanziert dieses attraktive Angebot zur Gänze.

Moderne regionale Küche

Auf dem Parkplatz bietet ein „Alpines Deli“ eine Kombination aus authentischer regionaler Küche und dem Verkauf regionaler Spezialitäten, die größtenteils aus Direktvertrieb bezogen werden und dem Slow-Food-Gedanken folgen. Regionale Back- und Brotspezialitäten, ergänzt um ein Bistro-Sortiment, sowie eine hauseigene Rösterei sollen das Angebot abrunden. Ein Pächter für die Gastronomie wird in den nächsten Monaten gesucht. Mit der Lage direkt an der Loferer Straße entsteht damit auch eine attraktive Raststätte für Durchreisende.

Ausstellung in der Michael-Pacher-Straße 36

Ein Modell des Gesamtprojektes sowie Pläne von allen Wettbewerbseinreichungen sind in der kommenden Woche (8. bis 12. Juli 2019) im Foyer des Amtsgebäudes Michael-Pacher-Straße 36 zu sehen. Die Ausstellung übersiedelt in den Wochen danach auch in die Gemeinde Unken.

Die Geschichte der Festung

Fürsterzbischof Paris Graf Lodron beauftragte 1621 den Baumeister des Salzburger Doms, Santino Solari, auch mit der Errichtung einer gemauerten Festung als militärischer Stützpunkt im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648). Dank des diplomatischen Geschicks Paris Lodrons fanden keine militärischen Auseinandersetzungen statt und auch in den Franzosenkriegen Anfang des 19. Jahrhunderts blieb die Anlage verschont, sodass diese weitgehend im Originalzustand aus dem 17. Jahrhundert erhalten ist. LK_190704_20 (kg/mel)

 

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Redaktion: Landes-Medienzentrum